Maßraum/Integralkern/Einführung/Textabschnitt
Es seien und -endliche Maßräume mit dem Produktraum . Es sei
eine messbare Funktion, die in diesem Zusammenhang ein Integralkern oder kurz Kern heißt. Mit Hilfe eines solchen Integralkernes kann man unter gewissen Integrationsbedingungen messbare Funktionen auf in messbare -wertige Funktionen auf transformieren, indem man die transformierte Funktion durch
definiert. In dieses sehr allgemeine Konzept kann man die Fouriertransformation, die Laplacetransformation und Integralgleichungen einordnen.
Es sei ein kompaktes Intervall und sei
eine stetige Funktion. Einer stetigen Funktion wird die mittels transformierte Funktion zugeordnet,
Wenn man die unterschiedlichen Rollen betonen möchte, so arbeitet man beispielsweise mit einer Zeitvariablen und einer Frequenzvariablen , aber eine allgemein stimmige Bezeichnungsphilosophie scheint nahezu unmöglich. Wir erwähnen einige typische Integralztransformationen.
| Integralkern | Integrationsgebiet | Typischer Ausdruck | |
|---|---|---|---|
| Fourier | |||
| Laplace | |||
| Mellin |
Die Mellin-Transformation kommt beispielsweise bei der Definition der -Funktion vor, es ist
Hier ist also .
Zu einer integrierbaren Funktion nennt man die Funktion
die durch
definiert ist, die Fourier-Transformation von .
Hier ist also der Integralkern. Für den Vorfaktor gelten unterschiedliche Konventionen, der gewählte passt am besten zur Rücktransformation.
Lemma
Es sei ein endlicher Maßraum mit dem Produktraum und sei
ein beschränkter messbarer Integralkern.
Dann ist die zugehörige Transformation
mit
eine stetiger linearer Operator.
Beweis
Es sei eine Schranke. Die Funktion ist dann insbesondere auf dem endlichen Maßraum integrierbar, sodass das Integral existiert. Dabei gilt
nach Fakt.
Zitat.
Lemma
Es sei ein kompakter metrischer Raum mit einem endlichen Maß auf . Es sei
ein stetiger Integralkern.
Dann ist die zugehörige Transformation
mit
ein kompakter Operator.
Beweis
Ein stetiger linearer Operator liegt nach Fakt vor.