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Körpererweiterung/Norm und Spur/Zahlentheoretisch orientiert/Textabschnitt

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Ein Element  fL  einer Körpererweiterung

KL

definiert durch Multiplikation eine K-lineare Abbildung

φf:LL,yfy.

Über diese Konstruktion werden Norm und Spur von f erklärt.

Zu einer linearen Abbildung

φ:VV

eines endlichdimensionalen K-Vektorraumes V in sich wird die Determinante det(φ) und die Spur S(φ) wie folgt berechnet. Man wählt eine K-Basis  v1,,vnV  und repräsentiert die lineare Abbildung bezüglich dieser Basis durch eine quadratische n×n-Matrix

(λ1,1λ1,nλn,1λn,n)

mit  λijK  und rechnet dann die Determinante aus. Es folgt aus dem Determinantenmultiplikationssatz, dass dies unabhängig von der Wahl der Basis ist. Die Spur ist durch

S(φ)=λ1,1+λ2,2++λn,n

gegeben, und dies ist nach Aufgabe ebenfalls unabhängig von der Wahl der Basis.



Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung. Zu einem Element  fL  nennt man die Determinante der K-linearen Abbildung

μf:LL,yfy,

die Norm von f. Sie wird mit N(f) bezeichnet.


Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung. Zu einem Element  fL  nennt man die Spur der K-linearen Abbildung

μf:LL,yfy,

die Spur von f. Sie wird mit Spur(f) bezeichnet.



Lemma  

Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung. Dann hat die Norm

N:LK,fN(f),

folgende Eigenschaften:

  1. Es ist  N(fg)=N(f)N(g)
  2. Für  fK  ist  N(f)=fn,  wobei n den Grad der Körpererweiterung bezeichne.
  3. Es ist  N(f)=0  genau dann, wenn  f=0  ist.

Beweis  

  1. Dies folgt aus dem Determinantenmultiplikationssatz und aus Fakt.
  2. Zu einer beliebigen Basis von L wird die Multiplikation mit einem Element  fK  durch die Diagonalmatrix beschrieben, bei der jeder Diagonaleintrag f ist. Die Determinante ist daher fn nach Fakt.
  3. Die eine Richtung ist klar, sei also  f0.  Dann ist f eine Einheit in L und daher ist die Multiplikation mit f eine bijektive K-lineare Abbildung LL, und deren Determinante ist 0 nach Fakt.



Lemma  

Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung vom Grad n. Dann hat die Spur

S:LK,fS(f),

folgende Eigenschaften:

  1. Die Spur ist K-linear, also  S(f+g)=S(f)+S(g)  und  S(λf)=λS(f)  für  λK
  2. Für  fK  ist  S(f)=nf

Beweis  

Dies folgt aus den Definitionen.


Eine Körpererweiterung  KL  heißt einfach, wenn sie von einem Element f erzeugt wird. Das bedeutet, dass es außer L keinen Körper zwischen K und L gibt, der f enthält. Das Element f nennt man dann auch ein primitives Element der Körpererweiterung. Ist  KL  eine endliche und einfache Körpererweiterung, so ist

L=K[f]K[X]/(P),

wobei P das Minimalpolynom von f ist.



Satz  

Es sei  KL=K[f]  eine einfache endliche Körpererweiterung vom Grad n.

Dann hat das Minimalpolynom P von f die Gestalt

P=XnS(f)Xn1++(1)nN(f).

Beweis  

Das Minimalpolynom und das charakteristische Polynom der durch f definierten K-linearen Multiplikationsabbildung

μf:LL,yfy,

haben beide den Grad n. Nach dem Satz von Cayley-Hamilton annulliert das charakteristische Polynom die lineare Abbildung und ist somit ein Vielfaches des Minimalpolynoms, sodass sie übereinstimmen. Diese lineare Abbildung μf sei bezüglich einer Basis v1,,vn von L durch die Matrix (λij)ij gegeben. Dann ist das charakteristische Polynom gleich

χμfχμf=det(Xλ1,1λ1,nλn,1Xλn,n)=Xn+an1Xn1++a1X+a0.

Zum Koeffizienten an1 leisten (in der Leibniz-Formel zur Berechnung der Determinante) nur diejenigen Permutationen einen Beitrag, bei denen (n1)-mal die Variable X vorkommt, und das ist nur bei der identischen Permutation (also der Diagonalen) der Fall. Multipliziert man die Diagonale distributiv aus, so ergibt sich Xni=1nλi,iXn1+, sodass also  an1=S(f)  gilt. Setzt man in der obigen Gleichung  X=0,  so ergibt sich, dass a0 die Determinante der negierten Matrix ist, woraus  a0=(1)nN(f)  folgt.



Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung. Sie heißt separabel, wenn für jedes Element  xL  das Minimalpolynom separabel ist, also in keinem Erweiterungskörper eine mehrfache Nullstelle besitzt.

In unserem Zusammenhang, wo wir uns für Körpererweiterungen von interessieren, also in Charakteristik 0 sind, ist eine Körpererweiterung stets separabel (siehe Aufgabe), und wir haben den folgenden Satz vom primitiven Element zur Verfügung.


Es sei  KL  eine endliche separable Körpererweiterung.

Dann wird L von einem Element erzeugt, d.h. es gibt ein  fL  mit

L=K(f)K[X]/(P)

mit einem irreduziblen (Minimal-)Polynom  PK[X]

Dies ist ein wichtiges Standardresultat aus der Theorie der Körpererweiterungen.