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Fundamentalsatz der Algebra/Einführung/Textabschnitt

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Satz  

Es sei  z  eine komplexe Zahl und  n+

Dann gibt es eine komplexe Zahl w mit

wn=z.

Beweis  

Bei  z=0  ist  w=0  eine Lösung, sei also  z0.  Nach Fakt gibt es eine Darstellung

z=reiφ

mit  r+.  Es sei  s=r1/n  die reelle n-te Wurzel von r, die nach Fakt existiert. Wir setzen  w=seiφn.  Dann ist nach Fakt

wn=(seiφn)n=sn(eiφn)n=reniφn=reiφ=z.



Satz  

Es sei  Tn  eine nichtleere kompakte Teilmenge und sei

f:T

eine stetige Funktion.

Dann gibt es ein  xT  mit

f(x)f(x) für alle xT.

D.h., dass die Funktion ihr Maximum (und ihr Minimum) annimmt.

Beweis  

Aufgrund von Fakt ist f(T) kompakt, also abgeschlossen und beschränkt. Insbesondere ist  f(T)M  für eine reelle Zahl M. Wegen  T  besitzt f(T) wegen Fakt ein Supremum s in , das wegen der Abgeschlossenheit nach Fakt zu f(T) gehört, also das Maximum von f(T) ist. Daher gibt es auch ein  xT  mit  f(x)=s



Satz  

Es sei  P𝕂[X]  ein Polynom.

Dann gibt es ein  w𝕂  mit

|P(z)||P(w)|

für alle  z𝕂

D.h. das Minimum des Betrags eines Polynoms wird angenommen.

Beweis  

Es sei

P(z)=anzn+an1zn1++a1z+a0

(mit an0). Wir setzen  a:=max(|ai|,i=0,,n1)  und  r:=max(na+|a0|+1|an|,1).  Bei  n=0  ist die Aussage klar, sei also  n1.  Für z mit  |z|r  gelten die Abschätzungen

|P(z)||anzn||i=0n1aizi||an||z|ni=0n1|ai||z|i|an||z|ni=0n1a|z|n1|z|n1(|an||z|na)|a0|+1>|a0|.

Auf der kompakten Menge B(0,r) nimmt die stetige Funktion z|P(z)| nach Fakt ihr Minimum an, d.h. es gibt ein  wB(0,r)  mit  |P(z)||P(w)|  für alle  zB(0,r).  Wegen  |a0|=|P(0)||P(w)|  und der Überlegung für z mit  |z|r  ergibt sich, dass im Punkt w überhaupt das Minimum der Funktion angenommen wird.



Satz  

Jedes nichtkonstante Polynom  P[X]  über den komplexen Zahlen

besitzt eine Nullstelle.

Beweis  

Es sei  P[X]  ein nichtkonstantes Polynom. Aufgrund von Fakt gibt es ein  z0  mit  |P(z)||P(z0)|  für alle  z.  Wir müssen zeigen, dass dieses Betragsminimum 0 ist. Wir nehmen also an, dass  |P(z0)|>0  ist, und müssen dann ein z1 finden, an dem der Betrag des Polynoms kleiner wird. Durch Verschieben (d.h. indem wir die Situation in der neuen Variablen zz0 betrachten) können wir annehmen, dass das Minimum an der Stelle 0 angenommen wird, und durch Division durch P(z0) können wir annehmen, dass das Polynom im Nullpunkt den Wert 1 besitzt. D.h. wir können annehmen, dass ein Polynom

P=1+ckzk+ck+1zk+1++cdzd

mit  k1  und  ck0  vorliegt, das im Nullpunkt das Betragsminimum annimmt. Wegen Fakt gibt es ein  γ  mit  γk=ck1.  Wir setzen  z=γw  (das ist eine Variablenstreckung). In der neuen Variablen w erhalten wir ein Polynom der Form

1wk+wk+1Q(w),

das nach wie vor im Nullpunkt das Betragsminimum annimmt (hierbei ist Q(w)[w] ein Polynom). Aufgrund von Fakt gibt es ein  b+  mit  |Q(w)|b  für alle  wB(0,1).  Für reelles w mit  0<w<min(1,b1)  gilt

|1wk+wk+1Q(w)||1wk|+|wk+1Q(w)|=1wk+wk+1|Q(w)|=1wk(1w|Q(w)|)<1.

Wir haben also Stellen gefunden, wo der Betrag des Polynoms einen kleineren Wert annimmt, ein Widerspruch.