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Kurs:Einführung in die mathematische Logik (Osnabrück 2018)/Arbeitsblatt 17

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Übungsaufgaben

Bestimme die funktionale Hülle zu einem Element xM, wobei auf M eine Permutation π fixiert sei.



Es sei S ein Symbolalphabet, das neben Variablen aus einer Konstanten e und einem einzigen zweistelligen Funktionssymbol f bestehe. Es sei G eine endliche Gruppe, wobei e als neutrales Element und f als die Verknüpfung interpretiert werde. Zeige, dass die funktionale Hülle zu einem Element  gG 

mit der von g 

erzeugten Untergruppe übereinstimmt.



Erstelle Funktionssymbolstammbäume, die den arithmetischen Ausdrücken

(x+y)z,xz+yz,x3+yz2

entsprechen.



Definiere einen Isomorphismus auf {1,2,,10} zur Permutation

x 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
π(x) 4 9 3 10 8 5 2 6 7 1

anhand von Satz 17.6, wobei im ersten Schritt 4 auf 6 abgebildet werden soll.



Bestimme die Automorphismengruppe zu einer fixierten Permutation π auf einer endlichen Menge M.



Es sei  M=/(12),  aufgefasst als Gruppe. Definiere entlang von Satz 17.6 einen Isomorphismus

φ:/(12)/(12),

startend mit  S1={0}  und weiter mit S2, wobei S2 die funktionale Hülle von 0 und m2=3 sei, und n2 als 9 gewählt wird, etc. Welche Wahlmöglichkeiten hat man für φ3(m3) mit  m3=1



Definiere die Stelligkeit für ein formal-zusammengesetztes Funktionssymbol.



Zeige, dass eine funktional abgeschlossene Teilmenge  TM  einer S-Struktur M auch unter jedem formal-zusammengesetzten Funktionssymbol abgeschlossen ist.



Wir betrachten das Symbolalphabet S, welches neben Variablen aus 0,1,+, besteht, mit der Standardinterpretation auf . Bestimme die funktionale Hülle der einzelnen Elemente 1,37,e,π. Welche sind untereinander S-isomorph, welche nicht?



Es sei S={0,1,+,}. Zeige, dass die Automorphismengruppen der S-Strukturen und jeweils trivial sind.



Es sei S={0,1,+,} die Symbolmenge eines Körpers. Zeige, dass es einen Unterkörper K derart gibt, dass SAutK nicht trivial ist.



Es sei S={0,1,+,,} die Symbolmenge eines angeordneten Körpers. Zeige, dass für jeden Unterkörper K die Automorphismengruppe SAutK trivial ist.



Es sei S={0,1,+,,} die Symbolmenge eines angeordneten Körpers. Zeige, dass es einen angeordneten Körper K derart gibt, dass SAutK nicht trivial ist.



Es sei

S={0,1,+,,}

das Symbolalphabet für einen angeordneten Körper und es sei die S-Struktur mit der Standardinterpretation.

  1. Zeige, dass die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz einelementig sind.
  2. Zeige, dass es für die Elemente im Allgemeinen keinen charakterisierenden Ausdruck gibt.



Wir betrachten die beiden folgenden Punktkonfigurationen im 2,

M={(0,0),(0,1),(1,0),(2,0)} und N={(0,0),(0,1),(1,0),(3,0)}.

Zeige, dass es keine lineare Abbildung

φ:22

gibt, die M in N überführt. Widerspricht dies Satz 17.6?



Es sei f ein zweistelliges Funktionssymbol und g ein einstelliges Funktionssymbol. Man mache sich klar, dass die Symbolkette fggg in zweifacher Weise als formal-zusammengesetztes Funktionssymbol gelesen werden kann.



Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet, M eine S-Struktur und TM eine Teilmenge. Zeige, dass die (rekursiv definierte) funktionale Hülle von T gleich dem Durchschnitt über alle funktional abgeschlossenen Teilmengen NM ist, die T umfassen.


In der Mathematik interessiert man sich nicht nur für die von einer Teilmenge einer Struktur erzeugte funktionale Hülle, sondern auch für Unterstrukturen, in denen zusätzlich noch die gleichen Gesetzmäßigkeiten (ausgedrückt durch ein Axiomensystem Γ) wie in der Struktur gelten, beispielsweise die von einer Teilmenge erzeugten Untergruppen, Unterringe, Unterkörper, Untervektorräume. Diese von einer Teilmenge erzeugten SΓ-Strukturen kann man oft, wenn es sie überhaupt gibt, als Durchschnitt über alle SΓ-Unterstrukturen erhalten, die die Teilmenge umfassen.


Wir betrachten die Gruppe (,0,+). Bestimme die funktionale Hülle von T={15,20} (hier spricht man vom erzeugten Untermonoid) und die von T erzeugte Untergruppe.



Das Symbolalphabet S bestehe neben Variablen aus einem einstelligen Funktionssymbol f und es sei Γ={α} mit  α=xy(fy=x).  Es sei M=, wobei f als +2 interpretiert wird mit der einzigen Ausnahme

f(x)={x+1, falls x0,0, falls x=1,x+2, falls x2.

a) Zeige, dass Γ von M erfüllt wird.

b) Bestimme die funktionale Hülle von {0}.

c) Zeige, dass die funktionale Hülle von {0} nicht Γ erfüllt.

d) Man gebe zwei funktional abgeschlossene, Γ-erfüllende und 0 enthaltende Teilmengen T1,T2 an, deren Durchschnitt T1T2 nicht Γ erfüllt.


Zu einer S-Struktur M und einer S-Unterstruktur  NM  versteht man unter der relativen S-Automorphismengruppe von M bezüglich N die Menge der S-Automorphismen auf M, die die Elemente aus N in sich überführen. Sie wird mit SAutNM bezeichnet.


Es sei S ein Symbolalphabet, M eine S-Struktur und  NM  eine S-Unterstruktur. Zeige, dass die relative Automorphismengruppe SAutNM eine Untergruppe der Automorphismengruppe SAutM ist.



Interpretiere die Galoisgruppe zu einer Körpererweiterung  KL  als eine relative Automorphismengruppe zu einem geeigneten Symbolalphabet. Welche Rolle spielen dabei die Körperaxiome?



Es sei S ein Symbolalphabet, M eine S-Struktur und  NM  eine S-Unterstruktur. Zeige, dass man durch eine Symbolmengenerweiterung  SS,  wobei nur Konstanten hinzugenommen werden, erreichen kann, dass die relative Automorphismengruppe SAutNM der S-Automorphismengruppe SAutM entspricht (dazu muss insbesondere S auf M und N interpretiert werden).


Wir erinnern an die Definition eines algebraisch abgeschlossenen Körpers. Die komplexen Zahlen sind algebraisch abgeschlossen (Fundamentalsatz der Algebra), die reellen Zahlen nicht.


Ein Körper K heißt algebraisch abgeschlossen, wenn jedes nichtkonstante Polynom  FK[X]  eine Nullstelle in K besitzt.



Definiere über der Symbolmenge {0,1,+,} einen algebraisch abgeschlossenen Körper mithilfe eines Axiomenschemas.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei S ein Symbolmenge und M eine endliche S-Struktur. Zeige, dass zwei Elemente m,nM genau dann elementar äquivalent sind, wenn es einen S-Automorphismus

φ:MM

mit  φ(m)=n  gibt.



Verwende, dass Polynomfunktionen auf einem angeordneten Körper stetig sind.


Aufgabe (4 Punkte)

Es sei S das Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem zweistelligen Relationssymbol G besteht. Wir betrachten vierelementige S-Strukturen, die xy(Gxy¬Gyx) erfüllen (also WM-Fußballgruppen, wobei G(m,n) als m gewinnt gegen n interpretiert wird). Erstelle Aussagen α0,α1,,α9 in einer freien Variablen x derart, dass

Mmxαk

bedeutet, dass m in der Abschlusstabelle k Punkte hat.



Aufgabe (3 Punkte)

Man gebe ein Beispiel für zwei (abstrakte) WM-Fußballgruppen, die die gleiche Abschlusspunktetabelle besitzen, aber nicht isomorph sind.



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