Zum Inhalt springen

Kurs:Einführung in die mathematische Logik (Osnabrück 2018)/Arbeitsblatt 16

Aus Wikiversity



Übungsaufgaben

Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet und L,M,N seien S-Strukturen. Zeige folgende Aussagen.

  1. Die Identität
    IdM:MM

    ist ein Isomorphismus.

  2. Zu einem Isomorphismus
    φ:MN

    ist die Umkehrabbildung

    φ1:NM

    ein Isomorphismus.

  3. Es seien
    ψ:LM

    und

    φ:MN

    Homomorphismen (Isomorphismen). Dann ist auch die Hintereinanderschaltung φψ ein Homomorphismus (Isomorphismus).





Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet, das keine Relationssymbole enthalte. Zeige, dass ein bijektiver S-Homomorphismus zwischen zwei S-Strukturen bereits ein S-Isomorphismus ist.


Die nächste Aufgabe verwendet die folgende Definition.

Es seien (M1,1) und (M2,2) Mengen, auf denen jeweils eine Ordnung definiert ist. Eine Abbildung

F:M1M2,xF(x),

heißt ordnungstreu (oder monoton), wenn für alle  x,xM1  mit  x1x  stets auch  F(x)2F(x)  gilt.


Es sei (M,) eine geordnete Menge und 𝔓(M) die Potenzmenge von M. Zeige, dass die Abbildung

M𝔓(M),x{yMyx},

ordnungstreu und injektiv ist, wobei die Potenzmenge mit der Inklusion versehen ist.



Es sei M die Menge aller unendlichen Teilmengen von +, versehen mit der Inklusion als Ordnung, und es sei [0,1[ das rechtsseitig offene reelle Einheitsintervall mit der Kleinergleich-Relation als Ordnung. Zeige, dass die Abbildung

Ψ:M[0,1[,Tn∉T(12)n,

eine bijektive, ordnungstreue Abbildung ist, deren Umkehrabbildung nicht ordnungstreu ist.

Warum beschränkt man sich auf unendliche Teilmengen? Wie sehen die „transportierten Ordnungen“ aus?


Es sei S ein Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem einzigen einstelligen Relationssymbol besteht. Was bedeutet ein S-Homomorphismus? Welche mathematische Signifikanz hat dieser Begriff?



Es sei S ein Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem einzigen einstelligen Funktionssymbol besteht. Was bedeutet ein S-Homomorphismus? Welche mathematische Signifikanz hat dieser Begriff?



Es sei S ein Symbolalphabet erster Stufe. Definiere eine S-„Unterstruktur“ in einer S-Struktur M.



Es sei S ein Symbolalphabet und LS die zugehörige Sprache erster Stufe. Es sei I eine S-Interpretation mit der Grundmenge N und es sei  Γ:=I  mit der zugehörigen Äquivalenzrelation auf der Termmenge T.

  1. Zeige, dass  st  genau dann gilt, wenn  I(s)=I(t)  gilt.
  2. Zeige, dass es eine injektive Abbildung
    ψ:T/N

    mit

    ψ([t])=I(t)

    gibt.

  3. Zeige, dass ψ ein S-Homomorphismus ist, wenn die Quotientenmenge T/ mit der kanonischen S-Struktur versehen wird.
  4. Es sei J die kanonische Interpretation auf T/. Es sei vorausgesetzt, dass die Terminterpretation für N surjektiv sei. Zeige, dass Iα genau dann gilt, wenn Jα gilt.



Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet, M und N seien S-Strukturen und

φ:MN

ein Homomorphismus. Es sei λ eine Variablenbelegung in M und φλ die nach N übertragene Variablenbelegung. Es seien I und J die zugehörigen Interpretationen. Zeige, dass

φ(I(t))=J(t)

für alle S-Terme t gilt.


Unter einem Automorphismus einer S-Struktur M versteht man einen Isomorphismus von M nach M. Man spricht von der S-Automorphismengruppe von M, geschrieben SAutM.


Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet und M sei eine S-Struktur. Zeige, dass die Menge der S-Automorphismen auf M eine Gruppe bildet.



Es sei  S={0,+}  und sei versehen mit der natürlichen S-Interpretation. Bestimme die S-Automorphismengruppe von .



Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet und M eine S-Struktur. Zeige, dass die elementare Äquivalenz von Elementen m,nM eine Äquivalenzrelation auf M ist.



Wir betrachten das Spiel Schnick Schnack Schnuck mit den Objekten Schere, Stein, Papier, Brunnen. Charakterisiere jedes Objekt mit einem Ausdruck, in dem nur auf die Gewinnrelation Bezug genommen wird.



In einer Wohngemeinschaft wohnen Albert, Beowulf, Clara, Dora, Emil und Gundula. Dabei können Albert und Beowulf kochen, die anderen vier nicht. Emil findet Beowulf doof, Dora findet Albert und Clara doof, Clara und Gundula finden beide ebenfalls den Albert doof. Charakterisiere jede Person durch einen sprachlichen Ausdruck, in dem nur auf die Kochfähigkeit und das Dooffinden Bezug genommen wird.



In einer Wohngemeinschaft leben die Personen A,B,C,D,E. Wir betrachten die folgenden Relationen:

  1. Txy bedeutet, dass x und y manchmal miteinander Tennis spielen,
  2. Sxyz bedeutet, dass x,y und z manchmal miteinander Skat spielen,
  3. Kxyzw bedeutet, dass x,y,z und w manchmal miteinander Doppelkopf spielen.

In der WG gilt

TDE,SABC,SABE,KACED.
  1. Charakterisiere umgangssprachlich die Person D allein unter Bezugnahme auf die gegebenen Spielrelationen.
  2. Charakterisiere umgangssprachlich die Person C allein unter Bezugnahme auf die gegebenen Spielrelationen.
  3. Charakterisiere prädikatenlogisch durch einen Ausdruck mit der einzigen freien Variablen x und den Relationssymbolen T,S,K die Person A.
  4. Charakterisiere prädikatenlogisch durch einen Ausdruck mit der einzigen freien Variablen x und den Relationssymbolen T,S,K die Person B.
  5. Charakterisiere prädikatenlogisch durch einen Ausdruck mit der einzigen freien Variablen x und den Relationssymbolen T,S,K die Person E.



Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet, das nur aus einer Variablenmenge besteht, die Konstantenmenge und die Mengen der Funktionssymbole und der Relationssymbole seien also leer. Zeige, dass je zwei Elemente m,nM elementar äquivalent sind.



Es sei S ein Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem einzigen einstelligen Funktionssymbol f besteht und es sei  M={1,,8}  eine S-Struktur, wobei f als die Permutation π mit

x 1 2 3 4 5 6 7 8
π(x) 2 5 6 8 4 3 1 7

interpretiert werde. Bestimme die elementar äquivalenten Elemente von M.



Charakterisiere den Punkt d im skizzierten Graphen mit einem Ausdruck in einer freien Variablen x über dem Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem einzigen zweistelligen Relationssymbol R besteht, das im angegebenen Modell durch einen Pfeil wiedergegeben wird.



Wir betrachten das Symbolalphabet  S={+,0}  mit der natürlichen Interpretation auf . Zeige, dass jedes Element nur zu sich selbst elementar äquivalent ist.



Es seien die Symbolalphabete  S={+,0},   T={+,0,1},  und  R={0,1,+,}  gegeben, die wir auf natürlich interpretieren. Bestimme zu diesen Symbolalphabeten jeweils die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz.



Bestimme die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz in der zyklischen Gruppe /(4) zum Symbolalphabet S={0,+}.



Bestimme die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz in der Gruppe /(2)×/(2) zum Symbolalphabet  S={0,+}



Es sei S das Symbolalphabet, das außer Variablen für jedes k+ ein einstelliges Relationssymbol Rk enthält. Wir betrachten die Menge M=+, wobei wir das Relationssymbol Rk durch

RkM(n) genau dann, wenn n ein Vielfaches von k ist 

interpretieren. Es sei αLS ein Ausdruck in einer freien Variablen x, wobei in α die Relationssymbole Rk1,,Rkm vorkommen mögen. Es sei k das kleinste gemeinsame Vielfache von k1,,km. Zeige, dass

Mnxα

genau dann gilt, wenn

Mn+kxα

gilt.



Es sei S das Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem zweistelligen Relationssymbol G besteht und es sei

Γ={xy(Gxy¬Gyx)}.

Zeige, dass eine vierelementige S-Struktur, die Γ erfüllt, äquivalent zur Gewinnstruktur in einer Vorgruppe bei einer Fußballweltmeisterschaft ist.

(Bemerkung: Eine zweistellige Relation wird oft durch ein Pfeildiagramm veranschaulicht.)


Es sei S das Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem zweistelligen Relationssymbol G besteht und es sei

M={Bra,Kam,Kro,Mex}

die S-Struktur, bei der G(m,n) als m gewinnt gegen n (bei der Fußballweltmeisterschaft 2014) interpretiert wird. Bestimme die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz, charakterisierende Ausdrücke und die Automorphismengruppe.



Es sei S das Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem zweistelligen Relationssymbol G besteht. Wir betrachten Modelle, die aus einer vierelementigen Menge M mit einer zweistelligen (Gewinn)-relation GM bestehen und die die Aussage xy(Gxy¬Gyx) erfüllen. Zeige, dass zwei verschiedene Elemente m,nM zueinander elementar äquivalent sein können, obwohl GM(m,n) gilt (m und n spielen also nicht unentschieden).



Ein Turnier werde im KO-System mit 2n Mannschaften ausgetragen, jedes Spiel endet also mit einem Gewinner und einem Verlierer und der Verlierer scheidet direkt aus (es gebe kein Spiel um Platz drei oder ähnliches). Das Turnier sei vorbei. Zeige, dass man jede Mannschaft in der Prädikatenlogik allein mit der Gewinnrelation adressieren kann (je zwei Mannschaften sind also nicht elementar äquivalent).



Es sei S das Symbolalphabet, das neben Variablen aus dem einzigen zweistelligen Relationssymbol G besteht. Wir betrachten die KO-Runden (also ab dem Achtelfinale) der Fußballweltmeisterschaften von 2014 und von 2018, ohne das Spiel um Platz 3, als S-Modelle, wobei wir G als die Gewinnrelation interpretieren, d.h. xGy besagt, dass x gegen y (gespielt und) gewonnen hat.

  1. Welche der folgenden Relationen sind für die WM 2014 wahr: Brasilien G Deutschland, Deutschland G Brasilien, Deutschland G Argentinien, Mexiko G Japan.
  2. Ist yxGy eine Charakterisierung des Weltmeisters?
  3. Charakterisiere durch einen S-Ausdruck in der einen freien Variablen x, dass eine Mannschaft mindestens das Halbfinale erreicht hat.
  4. Charakterisiere durch einen S-Ausdruck in der einen freien Variablen x, dass eine Mannschaft das Halbfinale, aber nicht das Finale erreicht hat.
  5. Betrachte Schweden bei der WM 2018. Man gebe einen S-Ausdruck in der einen freien Variablen x, der Schweden charakterisiert.
  6. Welche(n) Mannschaft(en) der WM 2014 erfüllt (erfüllen) den S-Ausdruck, der Schweden bei der WM 2018 charakterisiert?
  7. Definiere einen S-Isomorphismus zwischen der WM 2014 und der WM 2018.
  8. Ist dies auch ein Isomorphismus, wenn man das Spiel um Platz 3 mitberücksichtigt?



Es sei S ein Symbolalphabet erster Stufe und M eine S-Struktur. Für jede elementare Äquivalenzklasse [m]M gebe es einen S-Ausdruck α[m] in einer freien Variablen x, der die Klasse [m] beschreibt. Zeige, dass für jedes k-stellige Funktionssymbol f aus m1m1,,mkmk die elementare Äquivalenz fM(m1,,mk)fM(m'1,,m'k) folgt.



Es sei S ein Symbolalphabet erster Stufe und M eine S-Struktur. Für jede elementare Äquivalenzklasse [m]M gebe es einen S-Ausdruck α[m] in einer freien Variablen x, der die Klasse [m] beschreibt. Zeige, dass für ein k-stelliges Funktionssymbol f aus m1m1,,mkmk nicht die Gleichheit fM(m1,,mk)=fM(m'1,,m'k) folgen muss.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Es seien ΓΓLS widerspruchsfreie Ausdrucksmengen, die unter Ableitungen abgeschlossen seien, und seien M bzw. M die gemäß der Konstruktion zugehörigen Modelle. Zeige, dass es einen S-Homomorphismus

MM

gibt.



Aufgabe (2 Punkte)

Es sei S ein Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem einzigen einstelligen Funktionssymbol f besteht und es sei  M={1,,10}  eine S-Struktur, wobei f als die Permutation π mit

x 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
π(x) 5 10 8 4 3 6 9 1 7 2

interpretiert werde. Bestimme die elementar äquivalenten Elemente von M.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei S das Symbolalphabet, das neben Variablen aus einem zweistelligen Relationssymbol G besteht und es sei

M={Deu,Gha,Por,USA}

die S-Struktur, bei der G(m,n) als m gewinnt gegen n (bei der Fußballweltmeisterschaft 2014) interpretiert wird. Bestimme die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz, charakterisierende Ausdrücke und die Automorphismengruppe.



Aufgabe (8 Punkte)

Klassifiziere (bis auf Isomorphie) die möglichen Gewinnstrukturen bei einer Vierergruppe (wie bei einer Fußballweltmeisterschaft).

(Bemerkung: Es wird also eine vollständige Liste aller möglichen Isomorphietypen verlangt. Die Liste muss systematisch sein und die Vollständigkeit begründet werden.)


Aufgabe (2 Punkte)

Es sei S ein erststufiges Symbolalphabet und M,N seien S-isomorphe S-Strukturen. Zeige, dass die zugehörigen Automorphismengruppen AutSM und AutSN isomorph sind.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme die Äquivalenzklassen zur elementaren Äquivalenz in der zyklischen Gruppe /(8) zum Symbolalphabet S={0,+}.



<< | Kurs:Einführung in die mathematische Logik (Osnabrück 2018) | >>

PDF-Version dieses Arbeitsblattes

Zur Vorlesung (PDF)