Lösung
- Die Abbildung
heißt surjektiv, wenn es für jedes
mindestens ein Element
mit
gibt.
- Die Teilmenge
heißt Untervektorraum, wenn die folgenden Eigenschaften gelten.
.
- Mit
ist auch
.
- Mit
und
ist auch
.
- Es sei
ein
Körper
und sei
ein
-Vektorraum.
Eine
lineare Abbildung
-
heißt auch eine Linearform auf
.
- Zu zwei
Polynomen
,
,
heißt die
Funktion
-
wobei
das
Komplement
der
Nullstellen
von
ist, eine rationale Funktion.
- Man nennt
-
die
geometrische Vielfachheit
des Eigenwerts.
- Man nennt die Punktfamilie affin-unabhängig, wenn eine Gleichheit
-

mit
-

nur bei
-

für alle
möglich ist.
Formuliere die folgenden Sätze.
- Die Dimensionsabschätzung für den Lösungsraum eines linearen Gleicungssystems.
- Der Satz über die Charakterisierung von invertierbaren Matrizen mit Rang und linearer Unabhängigkeit.
- Der Satz über Nullstellen und lineare Faktoren eines Polynoms
.
Lösung
- Es sei ein
homogenes lineares Gleichungssystem
aus
Gleichungen in
Variablen gegeben. Dann ist die
Dimension
des Lösungsraumes des Systems mindestens gleich
.
- Es sei
ein
Körper und sei
eine
-
Matrix
über
. Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
-
ist invertierbar.
- Der
Rang
von
ist
.
- Die Zeilen von
sind
linear unabhängig.
- Die Spalten von
sind linear unabhängig.
- Ein Element
ist genau dann eine Nullstelle von
, wenn
ein Vielfaches des linearen Polynoms
ist.
Professor Knopfloch und Dr. Eisenbeis stehen am Ufer des Rubbenbruchsees und können sich nicht einigen, ob sie mit dem oder gegen den Uhrzeigersinn drumrum laufen sollen. Deshalb läuft Professor Knopfloch gegen den Uhrzeigersinn und Dr. Eisenbeis mit dem Uhrzeigersinn. Das Verhältnis ihrer Geschwindigkeiten ist
, und daher läuft Knopfloch fünfmal um den See und Eisenbeis viermal um den See. Wie oft begegnen sie sich
(Begegnung ganz am Anfang und am Ende mitzählen)?
Lösung
Die erste Begegnung
(nach der Begegnung am Start)
findet statt, wenn Knopfloch
und Eisenbeis
des Sees umrundet haben. Dieser Rhythmus bleibt konstant, d.h. Eisenbeis begegnet Knopfloch stets nach einer Wegstrecke von
des Seeumfanges. Da sie viermal den See umrundet, sind das insgesamt
Begegnungen
(
).
Lösung
Wir gehen rekursiv vor, da jede Potenz sich durch Multiplikation einer zuvor erhaltenen Potenz ergibt. Wenn dabei die Faktoren gleiche Potenzen verwenden, müssen diese nicht doppelt gezählt werden, da man ja die Ergebnisse von Zwischenmultiplikationen wiederverwenden kann.
Mit einer Multiplikation kann man offenbar nur
erhalten.
Mit zwei Multiplikationen kann man
-

und
-

erhalten und sonst keine Potenz, da ja alle möglichen Multiplikationen notiert wurden.
Mit drei Multiplikationen kann man
-

-

-

erhalten.
kann man nicht mit drei Multiplikationen erreichen, da in
(dem einzigen ernsthaften Kandidat)
schon vier Multiplikationen drin sind.
Mit vier Multiplikationen kann man
-

-

-

-

und
-

erhalten. Weitere Möglichkeiten gibt es nicht. Wenn nämlich
nicht als Faktor vorkommt, so gibt es von den noch nicht abgedeckten Potenzen nur
, doch dieser Aufbau braucht fünf Multiplikationen.
Löse das
inhomogene lineare Gleichungssystem
-
Lösung
Wir eliminieren zuerst die Variable
, indem wir die zweite Gleichung dreimal von der ersten Gleichung abziehen. Dies führt auf
-
Nun eliminieren wir die Variable
, indem wir
(bezogen auf das vorhergehende System)
und
ausrechnen. Dies führt auf
-
Mit
ergibt sich
-

und
-

Rückwärts gelesen ergibt sich
-

-

und
-

Lösung
Aufgrund der Nullen kommt nur das Koeffiziententupel
in Frage, und in der Tat ist
-

Bestimme die Umkehrfunktion zur linearen Funktion
-
Lösung
Die Umkehrfunktion ist
-
da
-

ist.
Beweise den Satz, dass die Zuordnung zwischen linearen Abbildungen und Matrizen
(bei gegebenen Basen)
bijektiv ist.
Lösung
Wir zeigen, dass beide Hintereinanderschaltungen die Identität sind. Wir starten mit einer Matrix
und betrachten die Matrix
-
Zwei Matrizen sind gleich, wenn für jedes Indexpaar

die Einträge übereinstimmen. Es ist

Es sei nun
eine lineare Abbildung, und betrachten wir
-
Zwei lineare Abbildungen stimmen nach
Satz 10.10 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))
überein, wenn man zeigen kann, dass sie auf der Basis
übereinstimmen. Es ist
-

Dabei ist nach Definition der Koeffizient
die
-te Koordinate von
bezüglich der Basis
. Damit ist diese Summe gleich
.
Bestimme die
inverse Matrix
zu
-
Lösung
|
|
|
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|
|
|
|
|
|
|
|
Bestätige den
Determinantenmultiplikationssatz
für die beiden Matrizen
-
Lösung
Die Determinante von
ist
-

und die Determinante von
ist
-

Das Produkt der beiden Matrizen ist
-

Die Determinante davon ist

Dies stimmt mit dem Produkt der beiden einzelnen Determinanten überein.
Lösung
Es ist

Beweise den Satz über die Division mit Rest im Polynomring
über einem Körper
.
Lösung
Wir beweisen die Existenzaussage durch Induktion über den
Grad
von
. Wenn der Grad von
größer als der Grad von
ist, so ist
und
eine Lösung, sodass wir dies nicht weiter betrachten müssen. Bei
ist nach der Vorbemerkung auch
,
also ist
ein konstantes Polynom, und damit ist
(da
und
ein Körper ist)
und
eine Lösung. Es sei nun
und die Aussage für kleineren Grad schon bewiesen. Wir schreiben
und
mit
. Dann gilt mit
die Beziehung

Dieses Polynom
hat einen Grad kleiner als
und darauf können wir die Induktionsvoraussetzung anwenden, d.h. es gibt
und
mit
-
Daraus ergibt sich insgesamt
-

sodass also
und
eine Lösung ist.
Zur Eindeutigkeit sei
mit den angegebenen Bedingungen. Dann ist
.
Da die Differenz
einen Grad kleiner als
besitzt, ist aufgrund der Gradeigenschaften diese Gleichung nur bei
und
lösbar.
Beweise den Satz über die Charakterisierung von diagonalisierbar mit Vielfachheiten.
Lösung
Wenn
diagonalisierbar
ist, so kann man sofort annehmen, dass
bezüglich einer Basis aus Eigenvektoren durch eine
Diagonalmatrix
beschrieben wird. Die Diagonaleinträge dieser Matrix sind nach
Beispiel 21.4 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))
die Eigenwerte, und diese wiederholen sich gemäß ihrer
geometrischen Vielfachheit.
Das
charakteristische Polynom
lässt sich nach
Beispiel 23.5 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))
auch direkt aus dieser Diagonalmatrix ablesen, jeder Diagonaleintrag
trägt als Linearfaktor
bei.
Für die Umkehrung seien
die verschiedenen Eigenwerte und
-

seien die
(geometrischen und algebraischen)
Vielfachheiten. Da nach Voraussetzung das charakteristische Polynom in Linearfaktoren zerfällt, muss die Summe dieser Zahlen gleich
sein. Nach
Lemma 22.6 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))
ist die Summe der Eigenräume
-

direkt. Nach Voraussetzung ist die Dimension links ebenfalls gleich
, sodass Gleichheit vorliegt. Nach
Lemma 22.11 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))
ist
diagonalisierbar.
Bestimme die
Eigenvektoren
der Funktion
,
.
Lösung
Jede reelle Zahl
ist ein Eigenvektor zum Eigenwert
.
Lösung
Lösung
Wenn es einen Vektor
derart gibt, dass die Vektoren
eine Basis bilden, so wird
bezüglich dieser Basis durch eine Matrix der Form
-
beschrieben. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es keinen nichttrivialen
-invarianten Untervektorraum gibt. In diesem Fall kann man jeden Vektor
nehmen.
Wir können also davon ausgehen, dass zu jedem Vektor
die sukzessiven Bildvektoren
in einem höchstens dreidimensionalen invarianten Untervektorraum liegen.
Betrachten wir den Fall, dass es einen eindimensionalen invarianten Untervektorraum gibt, also einen Eigenvektor
, mit Eigenwert
. Das charakteristische Polynom sei
-

mit
-

Nach
Lemma 26.9 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))
gibt es eine direkte Summenzerlegung
-

in
-invariante Untervektorräume, wobei
der
Hauptraum
zu
ist. Je nach der Dimension dieses Hauptraumes ist die beschreibende Matrix gleich einer Blockmatrix
-
Im ersten Fall kann man in der
-Blockmatrix vier Nullen erreichen.
Es gebe also keinen Eigenwert.
Wenn es einen dreidimensionalen
-invarianten Untervektorraum gibt, so hat eine beschreibende Matrix, die eine Basis dieses Raumes verwendet, die Form
-
Doch dann zeigt das charakteristische Polynom, dass
ein Eigenwert ist, was wir schon behandelt haben.
Wenn es einen zweidimensionalen
-invarianten Untervektorraum
gibt, so betrachten wir ein
.
Dann erzeugt
ebenfalls einen zweidimensionalen
-invarianter Untervektorraum
. Bei
würde es wieder einen eindimensionalen invarianten Untervektorraum geben, also einen Eigenwert.
Daher ist
und damit
-

Bezüglich Basen für diese Untervektorräume wird
durch die Blockmatrix
-
beschrieben. In den beiden Zweierblöcken kann man jeweils noch eine Null erreichen.
Finde eine
affine Basis
für die Lösungsmenge der inhomogenen Gleichung
-

Lösung
Eine spezielle Lösung der Gleichung ist durch
-
gegeben. Für die zugehörige homogene Gleichung sind
-
Lösungen, die offenbar linear unabhängig sind. Da der Rang des Gleichungssystems
ist, handelt es sich um eine Basis des Lösungsraumes der homogenen Gleichung. Daher bildet
-
eine affine Basis der Lösungsmenge der inhomogenen Gleichung.