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Vektorraum/Dualraum/Unterräume/Einführung/Textabschnitt

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Zu einem Untervektorraum  UV  in einem K-Vektorraum nennt man

U={fVf(u)=0 für alle uU}V

den Orthogonalraum zu U.

Diese Orthogonalräume sind Untervektorräume von V, siehe Aufgabe. Ob eine Linearform f zu U gehört, kann man auf einem Erzeugendensystem von U überprüfen, siehe Aufgabe. Die Eigenschaft  fU  ist äquivalent zu  Ukernf



Wir betrachten den Untervektorraum

U=(865),(473)3.

Der Orthogonalraum zu U besteht aus allen Linearformen

f:3

mit  f(865)=0  und  f(473)=0.  Da eine Linearform bezüglich der Standardbasis durch eine Zeilenmatrix (a,b,c) gegeben ist, geht es um die Lösungsmenge des Gleichungssystems

8a+6b+5c=0,
4a+7b3c=0.

Der Lösungsraum ist

U={s(174,1,8)sK}.


Es sei V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum mit einer Basis vi, iI, und Dualbasis vi, iI. Es sei

U=vj,jJ

zu einer Teilmenge  JI.  Dann ist

U=vi,i∉J.


Es sei V ein K-Vektorraum und  FV  ein Untervektorraum im Dualraum V zu V. Dann nennt man

F={vVf(v)=0 für alle fF}V

den Orthogonalraum zu F.


Es sei ein homogenes lineares Gleichungssystem

a11x1+a12x2++a1nxn=0a21x1+a22x2++a2nxn=0am1x1+am2x2++amnxn=0

über einem Körper K gegeben, wobei wir die i-te Gleichung als Kernbedingung für die Linearform

Li:KnK,(x1,,xn)j=1naijxj,

auffassen. Es sei

F=L1,,Lm

der von diesen Linearformen im Dualraum Kn erzeugte Untervektorraum. Dann ist F der Lösungsraum des Gleichungssystems.


Generell gilt die Beziehung

F=fFkernf.

Insbesondere ist

f=kernf.



Lemma  

Es sei V ein K-Vektorraum mit Dualraum V. Dann gelten folgende Aussagen.

  1. Zu Untervektorräumen  UUV  ist
    UU'.
  2. Zu Untervektorräumen  FFV  ist
    FF'.
  3. Es sei V endlichdimensional. Dann ist
    (U)=U

    und

    (F)=F.
  4. Es sei V endlichdimensional. Dann ist
    dimK(U)=dimK(V)dimK(U)

    und

    dimK(F)=dimK(V)dimK(F).

Beweis  

(1) und (2) sind klar. (3). Die Inklusion

U(U)

ist auch klar. Sei vV, v∉U. Dann kann man eine Basis u1,,ur von U zu einer Basis u1,,ur,v,v1,,v von V ergänzen. Die Linearform v verschwindet auf U und gehört daher zu U. Wegen

v(v)=10

ist  v(U)

Die Inklusion

F(F)

gilt wieder direkt. Es sei  f(F),  also

Fkernf.

Es sei f1,,fm ein Erzeugendensystem von F. Nach Aufgabe gilt, dass f eine Linearkombination der fi ist, also  fF

(4). Wir beweisen zuerst den zweiten Teil. Es sei f1,,fr eine Basis von F und es sei

φ:VKr

die aus diesen Linearformen zusammengesetzte Abbildung. Dabei ist

F=kernφ.

Wenn die Abbildung φ nicht surjektiv wäre, so wäre bildφ ein echter Untervektorraum von Kr und hätte maximal die Dimension r1. Es sei W ein (r1)-dimensionaler Untervektorraum mit

bildφWKr.

Nach Fakt gibt es eine von 0 verschiedene Linearform

g:KrK,

deren Kern genau W ist. Sei  g=i=1raipi,  wobei pi die i-te Projektion bezeichnet. Dann ist

i=1raifi=gφ=0,

was der linearen Unabhängigkeit der fi widerspricht. Also ist φ surjektiv ist und die Aussage folgt aus Fakt.

Der erste Teil folgt, indem man  U=(U)  verwendet und den zweiten Teil auf  F=U  anwendet.