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Kurs:Analysis (Osnabrück 2014-2016)/Teil III/Arbeitsblatt 65

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Aufwärmaufgaben

Wir betrachten die beiden Rechtecke

Q=[1,2]×[1,4] und L=[1,5]×[3,6]
im 2. Schreibe den Durchschnitt und die Differenzmengen als disjunkte Vereinigung von Rechtecken. Schreibe die Vereinigung der beiden Mengen auf mehrere Arten als disjunkte Vereinigung von Rechtecken. Welche Darstellung ist eine Verfeinerung einer anderen Darstellung? Wie sieht ein „Raster“ aus, mit dem man alle beteiligten Mengen ausdrücken kann? Bestätige, dass die Summe der beteiligten Rechteckinhalte stets gleich ist.



Zeige, dass das durch die drei Punkte (0,0),(0,1) und (1,0) gegebene abgeschlossene Dreieck nicht zum Produktpräring von (,𝔓()) und (,𝔓()) gehört.



Es seien (M,𝒜) und (N,) Messräume und es sei μ das in  xM  konzentrierte Dirac-Maß auf M und ν das in yN konzentrierte Dirac-Maß auf N. Zeige, dass μν das in (x,y) konzentrierte Dirac-Maß auf M×N ist.



Es seien M und N zwei abzählbare Mengen, die beide mit der σ-Algebra aller Teilmengen und mit dem Zählmaß (genannt μ bzw. ν) versehen seien.

a) Zeige, dass M und N σ-endliche Maßräume sind.

b) Zeige, dass das Produktmaß μν auf M×N ebenfalls das Zählmaß ist.



Es seien (M,𝒜) und (N,) Messräume und es sei μ das zur Belegungsfunktion

b:M0,xbx,

gehörige Maß auf M und ν das zur Belegungsfunktion

c:N0,ycy,

gehörige Maß auf N (diese Maße seien als σ-endlich angenommen). Zeige, dass μν das zur Belegungsfunktion

M×N0,(x,y)bxcy,

gehörige Maß auf M×N ist.



Es seien (M1,𝒜1,μ1) und (M2,𝒜2,μ2) zwei σ-endliche Maßräume, es seien (N1,1) und (N2,2) zwei Messräume und es seien

φ1:M1N1

und

φ2:M2N2

zwei messbare Abbildungen, unter denen die Bildmaße (φ1)μ1 und (φ2)μ2 σ-endlich seien. Zeige, dass für das Bildmaß unter der Produktabbildung  φ=φ1×φ2  die Gleichung

φ(μ1μ2)=((φ1)μ1)((φ2)μ2)

gilt.



Es seien (M,𝒜,μ) und (N,,ν) endliche Maßräume und (M×N,𝒜,μν) ihr Produktmaßraum. Zeige, dass das Bildmaß von μν unter der Projektion

M×NM,(x,y)x,

gleich (dem umskalierten Maß) ν(N)μ ist.



Man gebe ein Beispiel für endliche Maßräume und ein Maß λ auf (M×N,𝒜), das nicht das Produktmaß ist, das aber

λ(S×N)=μ(S)×ν(N)

und

λ(M×T)=μ(M)×ν(T)

für alle messbaren Teilmengen  SM  und  TN  erfüllt.



Zeige, dass sich die abgeschlossene Einheitskreisscheibe
B(0,1)={(x,y)2x2+y21}
nicht durch abzählbar viele abgeschlossene Rechtecke [a,b]×[c,d]B(0,1)

(mit ab und cd) überdecken lässt.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (5 Punkte)

Zeige, dass die offene Einheitskreisscheibe nicht zum Produktpräring von (,𝔓()) und (,𝔓()) gehört.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei T die Vereinigung der drei Quader

Q1=[2,7]×[1,3],Q2=[1,4]×[2,5] und Q3=[3,6]×[4,6]

im 2. Bestimme

T(x)={y(x,y)T}

für jedes x und

Ta={xλ(T(x))=a}

für jedes a (dabei ist λ einfach die Summe der Länge der disjunkten Intervalle, aus denen sich T(x) zusammensetzt).


Einen Maßraum mit dem Gesamtmaß 1 nennt man einen Wahrscheinlichkeitsraum. Für die Wahrscheinlichkeitstheorie ist das folgende Konzept enorm wichtig.

Es sei (M,,μ) ein Wahrscheinlichkeitsraum. Man nennt zwei σ-Algebren  𝒜,  unabhängig, wenn für jedes A𝒜 und jedes B die Gleichheit

μ(AB)=μ(A)μ(B)

gilt.



Aufgabe (4 Punkte)

Es seien (Ω1,𝒜1,μ1) und (Ω2,𝒜2,μ2) zwei Wahrscheinlichkeitsräume und (Ω1×Ω2,𝒜1𝒜2,μ1μ2) ihr Produktraum. Zeige, dass die „Zylinderalgebren“

𝒵1={S×Ω2S𝒜1} und 𝒵2={Ω1×TT𝒜2}

unabhängig sind.




Aufgabe zum Hochladen

Aufgabe * (8 Punkte)

Man schreibe eine Animation, die die Unabhängigkeit des Maßes von der Quaderzerlegung im Beweis zu Lemma 65.3  (1) am Beispiel des 2 deutlich macht. Insbesondere soll die Einführung eines Rasters und der Begriff der Verfeinerung sichtbar werden.



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