Zum Inhalt springen

Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I/Arbeitsblatt 10

Aus Wikiversity



Aufwärmaufgaben

Es sei K ein Körper und es seien V und W Vektorräume über K. Zeige, dass auch das Produkt

V×W

ein K-Vektorraum ist.



Es sei K ein Körper und I eine Indexmenge. Zeige, dass

KI:=Abb(I,K)

mit stellenweiser Addition und skalarer Multiplikation ein K-Vektorraum ist.



Man mache sich klar, dass sich die Addition und die skalare Multiplikation auf einen Untervektorraum einschränken lassen und dass dieser mit den von V geerbten Strukturen selbst ein Vektorraum ist.



Es sei K ein Körper, und seien  JI  zwei Indexmengen. Zeige, dass dann  KJ=Abb(J,K)  in natürlicher Weise ein Untervektorraum von KI ist.



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Beweise folgende Aussagen.

  1. Sei Uj, jJ, eine Familie von Untervektorräumen von V. Dann ist auch der Durchschnitt
    U=jJUj
    ein Untervektorraum.
  2. Zu einer Familie vi, iI, von Elementen in V ist der erzeugte Unterraum ein Unterraum. Er stimmt mit dem Durchschnitt
    UV Untervektorraum,viU für alle iIU

    überein.

  3. Die Familie vi, iI, ist genau dann ein Erzeugendensystem von V, wenn
    vi,iI=V

    ist.



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Es seien  U,WV  Untervektorräume. Zeige, dass die Vereinigung UW nur dann ein Untervektorraum ist, wenn UW oder WU gilt.



Es sei K ein Körper und

a11x1+a12x2++a1nxn=0a21x1+a22x2++a2nxn=0am1x1+am2x2++amnxn=0

ein homogenes lineares Gleichungssystem über K. Zeige, dass die Menge aller Lösungen des Gleichungssystems ein Untervektorraum des Kn ist. Wie verhält sich dieser Lösungsraum zu den Lösungsräumen der einzelnen Gleichungen?



Man gebe ein Beispiel für ein inhomogenes lineares Gleichungssystem derart, dass die Lösungsmenge unendlich ist und kein Untervektorraum ist.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Zeige, dass die folgenden Eigenschaften gelten (dabei sei  sK  und  vV ).

  1. Es ist  0v=0
  2. Es ist  s0=0
  3. Es ist  (1)v=v
  4. Aus  s0  und  v0  folgt  sv0



Aufgabe (3 Punkte)

Man gebe ein Beispiel für einen Vektorraum V und von drei Teilmengen in V an, die jeweils zwei der Untervektorraumaxiome erfüllen, aber nicht das dritte.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei K ein Körper, sei I eine Indexmenge, und  KI=Abb(I,K)  der zugehörige Vektorraum.

a) Zeige, dass

E={fKIf(i)=0 für alle iI bis auf endlich viele Ausnahmen}

ein Untervektorraum von KI ist.


b) Zu jedem  iI  sei  eiKI  durch

ei(j)={1, falls j=i,0 sonst,

gegeben. Man zeige, dass sich jedes Element  fE  eindeutig als Linearkombination der Familie ei, iI, darstellen lässt.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein angeordneter Körper und sei

C={(xn)nCauchyfolge in K}.

Zeige, dass C ein Untervektorraum des Folgenraums

F={(xn)nFolge in K}

ist.


In der folgenden Aufgabe - wie bei jeder Rechenaufgabe - führen „Rechenfehler“[1] zu deutlichem Punktabzug! Zum Glück gibt es hinreichend viele Beweisaufgaben.


Aufgabe (4 Punkte)

Löse das inhomogene lineare Gleichungssystem

x+2y+3z+4w=12x+3y+4z+5w=7x+z=9x+5y+5z+w=0.



Aufgabe (3 Punkte)

Drücke in 3 den Vektor

(2,5,3)

als Linearkombination der Vektoren

(1,2,3),(0,1,1) und (1,2,4)

aus. Zeige, dass man ihn nicht als Linearkombination von zweien der drei Vektoren ausdrücken kann.




Fußnoten
  1. Um das Thema Rechenfehler ranken sich weit verbreitete Mythen von Nichtmathematikern. Ein echter Rechenfehler ist so was wie 3+4=9, doch tritt das nicht auf. In Wahrheit verbergen sich hinter „Rechenfehlern“ substantielle Denkfehler, falsches Operieren mit Vorzeichen, Fehlinterpretation von Klammern, Vertauschungen, mangelnde Organisation der zu verarbeitenden Information, schlichtes Ignorieren von relevanten Daten, unzureichende Buchführung über Zwischenergebnisse. Bei einer „Rechenaufgabe“ geht es nicht nur darum zu zeigen, dass man ein Verfahren verstanden hat, sondern dass man ein Verfahren korrekt durchführen kann und sich nicht durch das Datenmaterial verwirren lässt..



<< | Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I | >>

PDF-Version dieses Arbeitsblattes

Zur Vorlesung (PDF)