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Kurs:Diskrete Mathematik (Osnabrück 2020)/Arbeitsblatt 7

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Übungsaufgaben

Es sei M eine Menge und eine Ordnung auf M. Zeige durch Induktion über n2 die Aussage: Wenn für Elemente a1,,anM die Beziehungen

a1a2an1an

und

ana1

gelten, dann sind alle a1,,an gleich.



Es sei A eine endliche total geordnete Menge. Es sei I={1,2,,n} eine endliche Indexmenge. Definiere auf der Produktmenge

AI=A××An-mal

die „lexikographische Ordnung“, und zeige, dass es sich dabei ebenfalls um eine totale Ordnung handelt.



Wir definieren auf + eine neue Relation R durch folgende Vorschrift: Für zwei Zahlen  n,m+  mit  n=2kt  und  m=2u  mit t,u ungerade sei

nRm falls t<u gilt oder falls zugleich t=u und k gilt

(rechts wird auf die natürliche Ordnung in Bezug genommen).

  1. Zeige, dass R eine totale Ordnung auf + ergibt und beschreibe exemplarisch diese Ordnung.
  2. Zeige, dass es zu jedem  n+  ein wohldefiniertes Element n+, nn, derart gibt, dass nRn gilt und dass es zwischen n und n keine weiteren Elemente gibt (diese Formulierung ist zu präzisieren).
  3. Erfüllt die Menge (+,1,) die Dedekind-Peano-Axiome?



Es sei (M,) eine endliche total geordnete Menge. Definiere für ein geeignetes  n  eine ordnungstreue bijektive Abbildung

{1,,n}M,

wobei {1,,n} mit der natürlichen Ordnung versehen sei.



Es sei  TM  eine Teilmenge. Zeige, dass die Teilmenge

𝔓(T)𝔓(M)

mit der induzierten Ordnung versehen ist.



Es sei M eine endliche Menge. Betrachte die Relation auf der Potenzmenge 𝔓(M), die durch

ST, falls #(S)#(T),

gegeben ist. Handelt es sich dabei um eine Ordnungsrelation?



Zeige, dass die Produktordnung auf iI(Mi,i) in der Tat eine Ordnung ist.



Es sei (I,) eine total geordnete Menge. Zeige durch Induktion, dass jede nichtleere endliche Teilmenge TI ein eindeutiges Maximum besitzt.



Zeige durch Induktion, dass jede nichtleere Teilmenge  T  ein kleinstes Element besitzt.



Es sei M eine Menge und I die Menge der echten Teilmengen von M, also

I={TMT und TM}.

Diese Menge ist durch die Inklusion eine geordnete Menge. Bestimme die minimalen und die maximalen Elemente von I.


Eine totale Ordnung auf einer Menge M heißt Wohlordnung, wenn jede nichtleere Teilmenge  TM  ein kleinstes Element besitzt.



Zeige, dass die natürliche Ordnung auf den ganzen Zahlen keine Wohlordnung ist.



Definiere eine Wohlordnung auf der Menge der ganzen Zahlen .



Es sei (M,) eine total geordnete Menge, die sowohl nach unten als auch nach oben wohlgeordnet ist. Zeige, dass M endlich ist.



Beweise das Lemma von Dickson, das besagt, dass eine nichtleere Teilmenge  Tr  nur endlich viele minimale Elemente besitzt.



Wir betrachten 2 mit der Produktordnung. Bestimme die minimalen und die maximalen Elemente des Einheitskreises, versehen mit der induzierten Ordnung.



Besitzt die Menge der natürlichen Zahlen in eine obere Schranke? Wie sieht das in anderen angeordneten Körpern aus?



Zu  n  sei

[n]={0,1,2,,n}.

Zu jedem n und jedem 0kn seien die Abbildungen

Dk:[n][n+1]

durch

Dk(j)={j, falls j<k,j+1 sonst,

und die Abbildungen

Sk:[n+1][n]

durch

Sk(j)={j, falls jk,j1 sonst,

definiert.

a) Erstelle eine Wertetabelle für

D3:[4][5].


b) Erstelle eine Wertetabelle für

S3:[6][5].


c) Beschreibe die durch die Wertetabelle

j 0 1 2 3 4 5
φ(j) 0 2 2 4 5 5
gegebene Abbildung
φ:[5][5]

als eine Hintereinanderschaltung von geeigneten Dk und Si.



Zeige, dass für natürliche Zahlen die folgenden Teilbarkeitsbeziehungen gelten.

  1. Für jede natürliche Zahl a gilt 1a und aa.
  2. Für jede natürliche Zahl a gilt a0.
  3. Gilt ab und bc, so gilt auch ac.
  4. Gilt ab und cd, so gilt auch acbd.
  5. Gilt ab, so gilt auch acbc für jede natürliche Zahl c.
  6. Gilt ab und ac, so gilt auch a(rb+sc) für beliebige natürliche Zahlen r,s.



Bringe die Teilbarkeit einer natürlichen Zahl n durch eine natürliche Zahl t mit dem Begriff der Produktmenge in einen Zusammenhang.



Skizziere ein Teilerdiagramm für die Menge M der echten natürlichen Teiler von 100 (dabei gelte 1 als echter Teiler, 100 nicht). Was sind die maximalen, die minimalen Elemente, gibt es ein größtes und ein kleinstes Element, was sind die total geordneten Teilmengen?



Es sei  n+.  Zeige, dass das Produkt von n aufeinanderfolgenden natürlichen Zahlen von n! geteilt wird.



Es sei (+,) die Menge der positiven natürlichen Zahlen mit der Teilbarkeitsrelation und (+,) die gleiche Menge mit der natürlichen Ordnungsstruktur. Zeige, dass die identische Abbildung

(+,)(+,)

ordnungstreu, aber nicht ordnungsvolltreu ist.



Es sei M die Menge aller unendlichen Teilmengen von +, versehen mit der Inklusion als Ordnung, und es sei [0,1[ das rechtsseitig offene reelle Einheitsintervall mit der Kleinergleich-Relation als Ordnung. Zeige, dass die Abbildung

Ψ:M[0,1[,Tn∉T(12)n,

eine bijektive, ordnungstreue Abbildung ist, deren Umkehrabbildung nicht ordnungstreu ist.



Es sei die Menge aller reellen Folgen, versehen mit der Produktordnung und sei  T  die Teilmenge aller konvergenten Folgen. Zeige, dass die Abbildung

T,(xn)nlimnxn,

ordnungstreu, aber nicht ordnungsvolltreu ist.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (1 Punkt)

Skizziere ein Inklusionsdiagramm für sämtliche Teilmengen einer dreielementigen Menge.



Aufgabe (2 Punkte)

Bestimme auf der dreielementigen Menge  M={a,b,c}  sämtliche Ordnungen.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme auf einer vierelementigen Menge sämtliche Ordnungen bis auf Isomorphie (die Rolle der Elemente darf also vertauscht werden).



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei (M,) eine geordnete Menge und 𝔓(M) die Potenzmenge von M. Zeige, dass die Abbildung

M𝔓(M),x{yMyx},

ordnungsvolltreu und injektiv ist, wobei die Potenzmenge mit der Inklusion versehen ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Zeige, dass es keine Abbildung

φ:

gibt, die die folgende Eigenschaft erfüllt: Es ist  kn  genau dann, wenn  φ(k)φ(n)



Aufgabe (3 (2+1) Punkte)

  1. Es sei M eine endliche geordnete Menge mit einem einzigen maximalen Element m. Zeige, dass m das größte Element von M ist.
  2. Man gebe ein Beispiel für eine geordnete Menge mit genau einem maximalen Element, das aber nicht das größte Element ist.



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