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Kurs:Mathematik für Anwender (Osnabrück 2019-2020)/Teil I/Repetitorium/Arbeitsblatt 27



Übungsaufgaben

Überprüfe, ob der Vektor (31−1) ein Eigenvektor zur Matrix

(−2−510−224−35)

ist und bestimme, falls ein Eigenvektor vorliegt, den zugehörigen Eigenwert.



Bestimme die Eigenvektoren und die Eigenwerte zu einer linearen Abbildung

φ:ℝ2⟶ℝ2,

die durch eine Matrix der Form (ab0d) gegeben ist.



Zeige, dass der erste Standardvektor ein Eigenvektor zu einer jeden oberen Dreiecksmatrix ist. Was ist der Eigenwert?



Es sei

M=(d1∗⋯⋯∗0d2∗⋯∗⋮⋱⋱⋱⋮0⋯0dn−1∗0⋯⋯0dn)

eine obere Dreiecksmatrix. Zeige, dass ein Eigenwert zu M ein Diagonaleintrag von M sein muss.



Zeige, dass jede Matrix  M∈Mat2(ℂ)  mindestens einen Eigenwert besitzt.



Es seien

φ,ψ:V⟶V

Endomorphismen auf einem K-Vektorraum V und es sei  v∈V  ein Eigenvektor von φ und von ψ. Zeige, dass v auch ein Eigenvektor von φ∘ψ ist. Was ist der Eigenwert?



Es sei φ:V→V ein Isomorphismus auf einem K-Vektorraum V mit der Umkehrabbildung φ−1. Zeige, dass  a∈K  genau dann ein Eigenwert von φ ist, wenn a−1 ein Eigenwert von φ−1 ist.



Man gebe ein Beispiel für eine lineare Abbildung

φ:ℝ2⟶ℝ2

derart, dass φ keine Eigenwerte besitzt, dass aber eine gewisse Potenz φn, n≥2, Eigenwerte besitzt.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung mit

φn=IdV

für ein gewisses  n∈ℕ.[1]  Zeige, dass jeder Eigenwert λ von φ die Eigenschaft  λn=1  besitzt.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung. Es sei  λ∈K  ein Eigenwert von φ und  P∈K[X]  ein Polynom. Zeige, dass P(λ) ein Eigenwert von[2] P(φ) ist.



Es sei M eine quadratische Matrix, die man als Blockmatrix

M=(A00B)

mit quadratischen Matrizen A und B schreiben kann. Zeige, dass eine Zahl  λ∈K  genau dann ein Eigenwert von M ist, wenn λ ein Eigenwert von A oder von B ist.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung und  λ∈K.  Zeige folgende Aussagen.

  1. Der Eigenraum
    Eigλ(φ)

    ist ein Untervektorraum von V.

  2. λ ist genau dann ein Eigenwert zu φ, wenn der Eigenraum Eigλ(φ) nicht der Nullraum ist.
  3. Ein Vektor v∈V,v≠0, ist genau dann ein Eigenvektor zu λ, wenn v∈Eigλ(φ) ist.



Es bezeichne  V=ℝ[X]≤d  die Menge aller reellen Polynome vom Grad ≤d. Bestimme die Eigenwerte, Eigenvektoren und Eigenräume zum Ableitungsoperator

V⟶V,P⟼P′.


Der Begriff des Eigenvektors ist auch für unendlichdimensionale Vektorräume definiert und wichtig, wie die folgende Aufgabe zeigt.


Es sei V der reelle Vektorraum, der aus allen unendlich oft differenzierbaren Funktionen von ℝ nach ℝ besteht.

a) Zeige, dass die Ableitung f↦f′ eine lineare Abbildung von V nach V ist.


b) Bestimme die Eigenwerte der Ableitung und zu jedem Eigenwert mindestens einen Eigenvektor.[3]


c) Bestimme zu jeder reellen Zahl die Eigenräume und deren Dimension.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung. Zeige, dass

kern⁡φ=Eig0(φ)

gilt.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung. Es sei  λ∈K  und sei

U=Eigλ(φ)

der zugehörige Eigenraum. Zeige, dass sich φ zu einer linearen Abbildung

φ|U:U⟶U,v⟼φ(v),

einschränken lässt, und dass diese Abbildung die Streckung um den Streckungsfaktor λ ist.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung und seien  λ1≠λ2  Elemente in K. Zeige, dass

Eigλ1(φ)∩Eigλ2(φ)=0

ist.



Es sei K ein Körper und es sei V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum. Es sei

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung. Zeige, dass es maximal dimK(V) viele Eigenwerte zu φ gibt.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung. Zeige, dass φ genau dann eine Streckung ist, wenn jeder Vektor v∈V,v≠0, ein Eigenvektor von φ ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Betrachte die Matrix

M=(11−11).

Zeige, dass M als reelle Matrix keine Eigenwerte besitzt. Bestimme die Eigenwerte und die Eigenräume von M als komplexer Matrix.



Aufgabe (6 Punkte)

Betrachte die reellen Matrizen

(abcd)∈Mat2(ℝ).

Man charakterisiere in Abhängigkeit von a,b,c,d, wann eine solche Matrix

  1. zwei verschiedene Eigenwerte,
  2. einen Eigenwert mit einem zweidimensionalen Eigenraum,
  3. einen Eigenwert mit einem eindimensionalen Eigenraum,
  4. keinen Eigenwert,

besitzt.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei K ein Körper und es sei V ein n-dimensionaler Vektorraum. Es sei

φ:V⟶V

eine lineare Abbildung. Es sei  λ≠0  ein Eigenwert von φ und v ein zugehöriger Eigenvektor. Zeige, dass es zu einer gegebenen Basis v,u2,…,un von V eine Basis v,w2,…,wn gibt mit  ⟨v,uj⟩=⟨v,wj⟩  und mit

φ(wj)∈⟨ui,i=2,…,n⟩

für alle  j=2,…,n. 

Zeige ebenso, dass dies bei  λ=0  im Allgemeinen nicht möglich ist.




Fußnoten
  1. ↑ Der Wert n=0 ist hier erlaubt, aber aussagelos.
  2. ↑ Der Ausdruck P(φ) bedeutet, dass man die lineare Abbildung φ in das Polynom P einsetzt. Dabei muss man Xn als φn, also als die n-fache Hintereinanderschaltung von φ mit sich selbst, interpretieren, die Addition wird zur Addition von linearen Abbildungen, u.s.w.
  3. ↑ In diesem Zusammenhang spricht man auch von Eigenfunktionen.


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