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Riemannsche Mannigfaltigkeit/Kanonische Volumenform/Einführung/Textabschnitt

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Es sei M eine orientierte riemannsche Mannigfaltigkeit der Dimension n. Zu  PM  sei ωP diejenige alternierende Form auf TPM (bzw. das entsprechende Element aus nTPM), die jeder die Orientierung repräsentierenden Orthonormalbasis den Wert 1 zuordnet. Dann heißt die n-Differentialform

MnTM,PωP,

die kanonische Volumenform auf M.

Das zugehörige Maß zu dieser positiven Form heißt kanonisches Maß auf M. Wir bezeichnen es mit λM. Demnach ist λM(M) das Gesamtmaß (der Flächeninhalt, das Volumen) von M.



Lemma  

Es sei M eine orientierte riemannsche Mannigfaltigkeit und ω die kanonische Volumenform. Es sei

α:UV

eine orientierte Karte mit  Vn  offen mit Koordinaten x1,,xn mit der metrischen Fundamentalmatrix  G=(gij)1i,jn  und  g=detG

Dann ist

αω=gdx1dxn.

Für eine messbare Teilmenge  TU  ist

Tω=α(T)gdx1dxn=α(T)gdλn.

Beweis  

Gemäß der Definition müssen wir die Differentialform (α1)ω für jeden Punkt  QV  berechnen. Diese Form besitzt die Gestalt cQdx1dxn und ist durch ihren Wert auf e1en festgelegt. Es ist

(α1)ω(Q,e1en)=ω(α1(Q),TQ(α1)(e1)TQ(α1)(en)).

Nach Definition der metrischen Fundamentalmatrix ist

gij(Q)=TQ(α1)(ei),TQ(α1)(ej)α1(Q).

Nach Fakt ist

ω(α1(Q),TQ(α1)(e1)TQ(α1)(en))=(det(TQ(α1)(ei),TQ(α1)(ej))1i,jn)1/2=(det(gij(Q))1i,jn)1/2=g(Q).



Satz  

Es sei  Gm  offen und sei  MG  eine n-dimensionale abgeschlossene Untermannigfaltigkeit, die orientiert und mit der induzierten riemannschen Struktur und der kanonischen Volumenform ω versehen sei. Es sei  Wn  offen und es sei

φ:WU

ein Diffeomorphismus mit der offenen Menge  UM.[1] 

Dann ist φ1 eine Karte von M, und auf W gilt

φ(ω|U)=(det((φ1xiφmxi),(φ1xjφmxj))1i,jn)1/2dx1dxn=(det(φ1xiφ1xj++φmxiφmxj)1i,jn)1/2dx1dxn.

Beweis  

Die zweite Gleichung ergibt sich einfach durch Auswertung des Standardskalarproduktes auf dem m. Nach Definition der metrischen Fundamentalmatrix ist für  QW 

gij(Q)=TQ(φ)(ei),TQ(φ)(ej)φ(Q)=TQ(φ)(ei),TQ(φ)(ej)=(Dφ)Q(ei),(Dφ)Q(ej)=(φ1xi(Q)φmxi(Q)),(φ1xj(Q)φmxj(Q)),

da ja der Tangentialraum Tφ(Q)M das induzierte Skalarprodukt des m trägt, da die Tangentialabbildung im lokalen Fall das totale Differential ist und da man dessen Einträge mit den partiellen Ableitungen ausdrücken kann. Daher ergibt sich die Behauptung aus Fakt.



Es sei  I  ein offenes Intervall und

φ:Im

eine reguläre differenzierbare Kurve, es sei also überall  φ(t)0.  Ferner sei angenommen, dass φ injektiv und dass das Bild  M=φ(I)  von I eine eindimensionale abgeschlossene Untermannigfaltigkeit einer offenen Teilmenge  Gm  ist. Dann gilt nach Fakt für die kanonische Form ω von M (bzw. das kanonische Maß, das in diesem Fall ein Längenmaß ist) die Beziehung

φω=((φ'1(t)φ'm(t)),(φ'1(t)φ'm(t)))1/2dt=(φ'1(t))2++(φ'm(t))2dt=φ(t)dt.

Somit gilt bei  I=]a,b[  für das Maß (also die Länge) von M die Formel

λM(M)=ab(φ'1(t))2++(φ'm(t))2dt.

Dies stimmt mit der in Fakt über die Theorie der rektifizierbaren Kurven erzielten Formel überein.


  1. Man sagt auch, dass φ eine (diffeomorphe) Parametrisierung von U ist.