Berechne mit Hilfe des quadratischen Reziprozitätsgesetzes und seiner Ergänzungssätze das Legendre-Symbol
-
Bemerkung:
und
sind Primzahlen.
Lösung
Wir berechnen Schritt für Schritt das Legendre-Symbol.

Aufgabe (3 (1+1+1) Punkte)
Lösung
Es gibt
Quadrate.
, also gibt es
primitive Elemente.
Ein Quadrat ist nicht primitiv. Deshalb gibt es
Elemente, die ein Quadrat oder primitiv sind. Es verbleiben
Elemente, die weder ein Quadrat noch primitiv sind.
Es sei
primitiv. Ein Element der Form
ist genau dann primitiv, wenn
und
teilerfremd sind. Es ist genau dann ein Quadrat, wenn
gerade ist. Gesucht sind also die ungeraden Zahlen
, die nicht teilerfremd zu
sind. Sie müssen also
oder
als Teiler haben. Damit verbleiben
.
Es sei
.
Berechne einen Erzeuger für das gebrochene Ideal aus
,
das durch die beiden Erzeuger
-
gegeben ist.
Lösung
Man bringt die beiden Erzeuger auf den Hauptnenner, also
-
Von den beiden Zählern muss man den größten gemeinsamen Teiler mit Hilfe des Euklidischen Algorithmus ausrechnen.
Zunächst ist
-
(Da
ganzzahlig ist, kann man direkt eine gute Approximation sehen).
Im nächsten Schritt bilden wir den Quotienten
-

Multiplikation mit dem Nenner ergibt:
-
Der nächste Schritt liefert
-
Also ist
der größte gemeinsame Teiler und damit ist
-
der Erzeuger des gebrochenen Ideals.
Es sei
-
![{\displaystyle {}R=\mathbb {Z} [{\sqrt {-6}}]\cong \mathbb {Z} [X]/(X^{2}+6)\,.}](https://wikimedia.org/api/rest_v1/media/math/render/svg/ca34746c98a6810a385158ad0406397168724973)
Berechne den
Hauptdivisor
zu
-

Lösung
Es ist
-

Wir berechnen zuerst die Primidealzerlegungen von
,
und
.
Modulo
:
.
Das führt zum Primideal
und zu
.
Modulo
:
.
Das führt zum Primideal
und zu
.
Modulo
:
.
Es ist
.
Es sei
und
.
Damit ist
.
Um die Zerlegung von
zu erhalten berechnen wir die Norm.
-

Modulo
ergibt sich
.
Es ist
.
Es sei
und
.
Damit ist
.
Für
muss man schauen, ob es zu
oder zu
gehört. In
kann man bilden
-

Also ist
und damit
.
Damit ist
und insgesamt

oder als Divisor geschrieben:
-

Man gebe zwei Primfaktoren von
an.
Lösung
Bestimme ein Element aus
, das unter allen Nichteinheiten minimale Norm besitzt. Begründe, dass dieses Element irreduzibel ist.
Lösung
Die Elemente in
haben die Form
-

mit
.
Die Norm davon ist
-

Bei
ergibt sich zumindest
.
Bei
und
ergibt sich die Norm
. Bei
und
liegt eine Einheit vor, sodass
die Nichteinheiten mit minimaler Norm sind. Ein solches Element
ist irreduzibel, da aus
folgt
.
Da es aber kein Element mit Norm
gibt, muss
oder
die Norm
haben, also eine Einheit sein.
Lösung
Lösung
Beschreibe mittels geeigneter Kongruenzbedingungen diejenigen ungeraden Primzahlen
mit der Eigenschaft, dass
ein Quadratrest modulo
ist.
Gibt es unendlich viele solche Primzahlen?
Lösung
ist selbst ein Quadratrest modulo
, sodass wir im Folgenden annehmen, dass
teilerfremd zu
ist.
Wir benutzen das quadratische Reziprozitätsgesetz und zwar zunächst für den Fall
. Dann ist
-

Die Nichtquadrate modulo
sind
. Wir müssen also eine Bedingung dafür finden, dass
und gleichzeitig
ist. Mit dem Chinesischen Restsatz ergibt sich die Kongruenzbedingung
-
Für den Fall
ist
-

Die Quadrate modulo
, die zugleich Einheiten sind
(
ist ausgeschlossen),
sind
. Wir müssen also eine Bedingung finden, dass
und zugleich
ist. Mit dem Chinesischen Restsatz ergibt sich die Kongruenzbedingung
-
Insgesamt hat man also die sieben Möglichkeiten
-
Da diese Zahlen
(bis auf
)
teilerfremd zu
sind, folgt aus dem Satz von Dirichlet über arithmetische Progressionen, dass es unendlich viele solche Primzahlen gibt.
Lösung
Lösung
muss einerseits die Form
haben mit verschiedenen Fermat-Primzahlen
, also
, etc. und andererseits muss jeder Primteiler von
mit einem ungeraden Exponenten modulo
den Rest
oder
haben. Da
in der ersten Bedingung allenfalls einfach vorkommt, darf
überhaupt nicht vorkommen.
Wenn keine Fermat-Primzahlen vorkommt, so ist die kleinste Möglichkeit
gleich
.
Damit ist auch schon ausgeschlossen, dass
oder eine größere Fermat-Primzahl vorkommt.
Wenn an Fermat-Primzahlen nur
vorkommt, so ist die kleinste Möglichkeit
gleich
.
Wenn nur
vorkommt, so ist
die kleinste Möglichkeit.
Wenn
und
vorkommen, so ist
die kleinste Möglichkeit.
Also ist
die Lösung.
Lösung
In
gibt es das Element
. Es ist
und
. Damit ist
und die Ordnung von
ist
. Neben den schon angeführten Elementen sind noch
,
,
weitere sechste Einheitswurzeln. Das sind alle, da über jedem Integritätsbereich ein Polynom vom Grad
maximal
Nullstellen haben kann.
Betrachte nun
. Die Ordnung der Einheitengruppe ist
. Für die Potenzen von
hat man
,
,
,
. Also ist
primitiv und hat die Ordnung
. Dann sind genau die Elemente der Form
, wobei
ein Vielfaches von
ist, sechste Einheitswurzeln. Dies sind
-
Es sei
eine
endliche Körpererweiterung
vom Grad
und sei
der zugehörige Zahlbereich. Es sei
ein von
verschiedenes Ideal in
. Es seien
Elemente, die eine
-Basis
von
bilden und für die der Betrag der Diskriminante
-
unter all diesen Basen aus
minimal sei.
Zeige, dass dann
-

ist.
Lösung
Zunächst sind wegen
Satz .
die Spuren zu Elementen aus
ganzzahlig und somit sind auch die in Frage stehenden Diskriminanten ganzzahlig. Man kann also die Diskriminanten bzw. ihre Beträge untereinander der Größe nach vergleichen.
Es sei
ein beliebiges Element. Wir müssen zeigen, dass sich
als eine
-Linearkombination
mit
schreiben lässt, wenn die
eine
-Basis von
mit minimalem Diskriminantenbetrag bilden. Es gibt eine eindeutige Darstellung
-

mit rationalen Zahlen
.
Es sei angenommen, dass ein
nicht ganzzahlig ist, wobei wir
annehmen dürfen. Wir schreiben dann
mit
und einer rationalen Zahl
(echt)
zwischen
und
. Dann ist auch
-
eine
-Basis von
, die in
liegt. Die Übergangsmatrix der beiden Basen ist
-

Nach
Lemma 16.2
gilt für die beiden Diskriminanten die Beziehung
-

Wegen
und da die Diskriminanten nach
Lemma 16.3
nicht
sind, ist dies ein Widerspruch zur Minimalität der Diskriminante.
Lösung
Es sei
ein Unterring, also
, und seien
die verschiedenen Primfaktoren von
. Es sei
derart, dass genau für
gilt:
. Es sei
. Wir behaupten die Gleichheit
-
Insbesondere gibt es dann nur endliche viele Zwischenringe, da es nur endlich viele Teilmengen aus
gibt.
Die Inklusion
ist klar. Ein Element links hat die Gestalt
-
Es sei umgekehrt
. Wegen
kann man schreiben
-
Dabei kann man nach kürzen annehmen, dass Zähler
und Nenner
teilerfremd sind. Angenommen,
sei ein Primteiler von
, der nicht zu
,
, gehöre. Schreibe
mit
und
teilerfremd. Wir multiplizieren
mit
und erhalten
-
Hierbei ist insbesondere
zu
teilerfremd. Es sei
. Dann ist
-
Daraus folgt
und damit
, Widerspruch.
Lösung
Lösung