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Kommutative Ringtheorie/Ganzheit/Spektrumsabbildung/Textabschnitt

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Lemma  

Es sei

φ:RS

ein ganzer Ringhomomorphismus. Es seien  𝔮0𝔮1  Primideale in R und 𝔭0 ein Primideal in S mit  φ(𝔭0)=𝔮0

Dann gibt es ein Primideal  𝔭1𝔭0  in S mit  φ(𝔭1)=𝔮1

Beweis  

Wir betrachten die injektive Abbildung

R/𝔮0S/𝔭0,

die nach wie vor ganz ist. Wir können also annehmen, dass eine ganze Erweiterung  RS  von Integritätsbereichen vorliegt und müssen ein Primideal  𝔭Spek(S)  finden, das auf ein vorgegebenes Primideal  𝔮Spek(R)  runterschneidet. Wir lokalisieren R an 𝔮 und S an  R𝔮S,  wobei die induzierte Abbildung

R𝔮SR𝔮

nach wie vor injektiv und ganz ist. Wir können also annehmen, dass R ein lokaler Integritätsbereich ist und  RS  eine ganze Erweiterung. Wir suchen ein Primideal aus S, das auf das maximale Ideal 𝔪 herunterschneidet.  Nehmen wir an, dass die Faser über 𝔪 leer ist. Dann ist nach Fakt das Erweiterungsideal 𝔪S gleich dem Einheitsideal. Dann gibt es Elemente  f1,,fn𝔪  und  s1,,snS  mit  s1f1++snfn=1.  Diese Gleichung gilt auch im Unterring  T=R[s1,,sn]S.  Die Erweiterung  RT  ist endlich erzeugt und ganz, also nach Fakt sogar endlich. Es ist  𝔪T=T  und damit  T/𝔪T=0.  Aus dem Lemma von Nakayama folgt daraus  T=0,  ein Widerspruch.




Lemma  

Es sei

φ:RS

ein injektiver ganzer Ringhomomorphismus.

Dann ist die Spektrumsabbildung

φ:Spek(S)Spek(R)

surjektiv.

Beweis  

Es sei  𝔮Spek(R)  vorgegeben. Die induzierte Abbildung

R𝔮SR𝔮

ist ebenfalls injektiv. Der Beweis zu Fakt zeigt, dass es ein Primideal aus SR𝔮 gibt, das auf 𝔮 runterschneidet.



Satz  

Es seien R und S kommutative Ringe und es sei

φ:RS

ein ganzer Ringhomomorphismus.

Dann ist die Spektrumsabbildung

φ:Spek(S)Spek(R)

abgeschlossen.

Wenn φ zusätzlich injektiv ist, so ist φ surjektiv.

Beweis  

Wir zeigen für eine beliebige abgeschlossene Teilmenge  V(𝔞)Spek(S) 

mit einem Ideal  𝔞S,  dass das Bild

φ(V(𝔞))=V(φ1(𝔞))

ist, also insbesondere wieder abgeschlossen ist. Dafür betrachten wir den induzierten Ringhomomorphismus

R/φ1(𝔞)S/𝔞,

der ebenfalls ganz und zusätzlich injektiv ist. Daher ist

V(𝔞)Spek(S/𝔞)V(φ1(𝔞))Spek(R/φ1(𝔞))

nach Fakt surjektiv. Also ist  φ(V(𝔞))=V(φ1(𝔞)).  Der Zusatz folgt ebenfalls aus Fakt.



Lemma  

Es sei K ein Körper, A ein Integritätsbereich und  KA  eine ganze Erweiterung.

Dann ist auch A ein Körper.

Beweis  

Es sei aA, a0. Wir betrachten eine Ganzheitsgleichung

an+rn1an1++r1a+r0=0.

Wenn  r0=0  ist, so können wir a ausklammern und erhalten, da a ein Nichtnullteiler ist, eine Ganzheitsgleichung kleineren Grades. Wir können also annehmen, dass  r00  ist. Dann ist

a(an1+rn1an2++r1)(r01)=1

und somit ist a eine Einheit.



Lemma  

Es sei

φ:RS

ein ganzer Ringhomomorphismus. Es seien  𝔭𝔮  Primideale in S mit  φ(𝔭)=φ(𝔮)

Dann ist  𝔭⊈𝔮

D.h. die Fasern sind nulldimensional.

Beweis  

Es sei  𝔯:=φ(𝔭)=φ(𝔮).  Wir machen den Übergang

RR𝔯/𝔯R𝔯=κ(𝔯)

und betrachten die induzierte Abbildung

κ(𝔯)=:K(S/𝔯S)φ(R𝔯)=:A,

die ebenfalls ganz ist. Nach Fakt ist Spek(A) die Faser von φ über 𝔯. Wir müssen also zeigen, dass das Spektrum einer über einem Körper K ganzen Algebra nulldimensional ist, es also keine Inklusionen von Primidealen gibt. Es sei  𝔭𝔮  eine Inklusion von Primidealen aus A. Wir gehen zu KA/𝔭 über. Somit ist A/𝔭 ein Integritätsbereich und eine ganze Erweiterung eines Körpers. Nach Fakt ist A/𝔭 selbst ein Körper. Also ist

𝔮=𝔭.



Satz  

Es sei

φ:RS

ein injektiver ganzer Ringhomomorphismus.

Dann ist

dim(S)=dim(R).

Beweis  

Zu einer Primidealkette  𝔭0𝔭1𝔭n  aus S ist die Kette  φ(𝔭0)φ(𝔭1)φ(𝔭n)  nach Fakt ebenfalls echt, sodass

dim(S)dim(R)

ist. Zu einer Primidealkette  𝔮0𝔮1𝔮n  aus R gibt es zunächst nach Fakt ein Primideal 𝔭0 aus S mit  φ(𝔭0)=𝔮0.  Nach Fakt kann man dies sukzessive zu einer Kette  𝔭0𝔭1𝔭n  mit  φ(𝔭i)=𝔮i  fortsetzen. Daher ist auch

dim(S)dim(R).