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Skalarprodukt/K/Orthonormalbasis/Einführung/Textabschnitt

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Es sei V ein 𝕂-Vektorraum mit einem Skalarprodukt. Eine Basis vi, iI, von V heißt Orthogonalbasis, wenn

vi,vj=0 für ij

gilt.


Es sei V ein 𝕂-Vektorraum mit Skalarprodukt ,. Eine Basis vi, iI, von V heißt Orthonormalbasis, wenn

vi,vi=1 für alle iI und vi,vj=0 für ij

gilt.

Die Elemente in einer Orthonormalbasis haben alle die Norm 1 und sie stehen senkrecht aufeinander. Eine Orthonormalbasis ist also eine Orthogonalbasis, bei der zusätzlich die Normbedingung

vi=vi,vi=1

erfüllt ist. Man kann problemlos von einer Orthogonalbasis zu einer Orthonormalbasis übergehen, indem man jedes vi durch die Normierung vivi ersetzt (da vi Teil einer Basis ist, ist die Norm von 0 verschieden). Eine Familie von Vektoren, die jeweils die Norm 1 haben und paarweise aufeinander senkrecht stehen, aber nicht unbedingt eine Basis bilden, nennt man ein Orthonormalsystem.



Lemma  

Es sei V ein 𝕂-Vektorraum mit Skalarprodukt und sei ui, iI, eine Orthonormalbasis von V.

Dann ergeben sich die Koeffizienten eines Vektors v bezüglich dieser Basis durch

v=iIv,uiui.

Beweis  

Da eine Basis vorliegt, gibt es eine eindeutige Darstellung

v=jIajuj

(wobei alle aj bis auf endlich viele gleich 0 sind). Die Behauptung ergibt sich somit aus

v,ui=jIajuj,ui=jIajuj,ui=ai.


Wir werden Orthonormalbasen hauptsächlich im endlichdimensionalen Fall betrachten. Im n ist die Standardbasis eine Orthonormalbasis. In der Ebene 2 ist eine Orthonormalbasis von der Form (ab),(ba) oder (ab),(ba), wobei jeweils  a2+b2=1  erfüllt sein muss. Beispielsweise ist (3545),(4535) eine Orthonormalbasis. Das folgende Schmidtsche Orthonormalisierungsverfahren erlaubt es, ausgehend von einer Basis eines endlichdimensionalen Vektorraumes eine Orthonormalbasis zu konstruieren, die die gleiche Fahne von Untervektorräumen festlegt.



Satz  

Es sei V ein endlichdimensionaler 𝕂-Vektorraum mit Skalarprodukt und es sei v1,v2,,vn eine Basis von V.

Dann gibt es eine Orthonormalbasis u1,u2,,un von V mit[1]

v1,v2,,vi=u1,u2,,ui

für alle  i=1,,n

Beweis  

Die Aussage wird durch Induktion über i bewiesen, d.h. es wird sukzessive eine Familie von orthonormalen Vektoren konstruiert, die jeweils den gleichen Untervektorraum aufspannen. Für  i=1  muss man lediglich v1 normieren, also durch  u1=v1v1  ersetzen. Es sei die Aussage für i schon bewiesen und sei eine Familie von orthonormalen Vektoren u1,,ui mit  u1,,ui=v1,,vi  bereits konstruiert. Wir setzen

wi+1=vi+1vi+1,u1u1vi+1,uiui.

Dieser Vektor steht wegen

wi+1,uj=vi+1vi+1,u1u1vi+1,uiui,uj=vi+1,ujki,kjvi+1,ukuk,ujvi+1,ujuj,uj=vi+1,ujvi+1,uj=0

senkrecht auf allen u1,,ui und offenbar ist

u1,,ui,wi+1=v1,,vi,vi+1.

Durch Normieren von wi+1 erhält man ui+1.



Es sei V der Kern der linearen Abbildung

3,(x,y,z)2x+3yz.

Als Unterraum des 3 trägt V das induzierte Skalarprodukt. Wir möchten eine Orthonormalbasis von V bestimmen. Dazu betrachten wir die Basis bestehend aus den Vektoren

v1=(102) und v2=(013).

Es ist  v1=5  und somit ist

u1=v1v1=(15025)

der zugehörige normierte Vektor. Gemäß dem[2] Schmidtschen Orthonormalisierungsverfahren setzen wir

w2=v2v2,u1u1=(013)(013),(15025)(15025)=(013)65(15025)=(013)(650125)=(65135).

Es ist

w2=(65135)=3625+1+925=7025=145

und daher ist

u2=514(65135)=(670514370)

der zweite Vektor der Orthonormalbasis.




Korollar  

Es sei V ein endlichdimensionaler 𝕂-Vektorraum mit Skalarprodukt.

Dann gibt es eine Orthonormalbasis in V.

Beweis  

Dies folgt direkt aus Fakt.


Man kann auch stets in einem endlichdimensionalen Vektorraum mit Skalarprodukt ein vorgegebenes Orthonormalsystem zu einer Orthonormalbasis ergänzen, siehe Aufgabe.



Korollar  

Es sei V ein endlichdimensionaler 𝕂-Vektorraum mit Skalarprodukt und  UV  ein Untervektorraum.

Dann ist

V=UU,

d.h. V ist die direkte Summe aus U und seinem orthogonalen Komplement.

Beweis  

Aus  uUU  folgt direkt

u,u=0

und daher  u=0.  Somit ist die Summe direkt. Es sei u1,,uk eine Orthonormalbasis von U, die wir zu einer Orthonormalbasis u1,,un von V ergänzen. Dann ist

U=uk+1,,un

und somit ist V die Summe aus den Unterräumen.


Zur folgenden Aussage vergleiche man auch Fakt und Aufgabe.


Es sei V ein 𝕂-Vektorraum mit einem Skalarprodukt ,. Dann gelten folgende Aussagen.

  1. Zu Untervektorräumen  UUV  ist
    UU'.
  2. Es ist  0=V  und  V=0
  3. Es sei V endlichdimensional. Dann ist
    (U)=U.
  4. Es sei V endlichdimensional. Dann ist
    dimK(U)=dimK(V)dimK(U).

Beweis

Siehe Aufgabe.
  1. Hier bezeichnet den von den Vektoren erzeugten Untervektorraum, nicht das Skalarprodukt.
  2. Häufig ist es numerisch geschickter, zuerst nur zu orthogonalisieren und die Normierung erst zum Schluss durchzuführen, siehe Beispiel.