Zum Inhalt springen

Hilbertscher Nullstellensatz/Geometrische Version/Korollare/Textabschnitt

Aus Wikiversity


Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper und sei    eine affin-algebraische Menge, die durch das Ideal beschrieben werde. Es sei    ein Polynom, das auf verschwindet.

Dann gehört zum Radikal von , d.h. es gibt ein    mit  

Angenommen, gehöre nicht zum Radikal von . Dann gibt es nach Fakt auch ein maximales Ideal    mit    und mit  .  Nach Fakt ist    und somit

für gewisse  .  Die Eigenschaft    bedeutet, dass im zugehörigen Restekörper nicht ist, und das bedeutet  .  Wegen    ist aber ein Punkt von , sodass dort nach Voraussetzung verschwindet. Das ist also ein Widerspruch.



Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper mit dem Polynomring und dem affinen Raum .

Dann gibt es eine natürliche Korrespondenz zwischen affin-algebraischen Mengen in und Radikalidealen in .

Dabei gehen Radikale auf ihre Nullstellengebilde und affin-algebraische Mengen auf ihre Verschwindungsideale.

Es sei    affin-algebraisch. Dann gilt    nach Fakt  (3). Für ein Radikal    gilt die Inklusion    ebenfalls nach Fakt  (2). Die umgekehrte Inklusion, also  ,  ist der Inhalt des Hilbertschen Nullstellensatzes.



Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper und seien , , Polynome mit

Dann erzeugen die das Einheitsideal in .

Es sei das von den erzeugte Ideal. Die Voraussetzung besagt, dass

leer ist. Dann ist  .  Aus dem Hilbertschen Nullstellensatz folgt, dass eine Potenz von , also selbst, zu in gehört. D.h. dass das Einheitsideal ist.


Der Hilbertsche Nullstellensatz, wie wir ihn für den affinen Raum und den Polynomring formuliert haben, gilt entsprechend für jedes und den zugehörigen Restklassenring .



Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper und sei    eine endlich erzeugte -Algebra mit Nullstellengebilde  .  Es sei ein Ideal in und    ein Element, das auf    verschwindet.

Dann gibt es ein    mit    in .

Die Verschwindungsbedingung    in    besagt zurückübersetzt in den affinen Raum, dass dort    gilt, wobei jetzt ein repräsentierendes Polynom aus und das Urbildideal in sei. Nach dem Hilbertschen Nullstellensatz (für den affinen Raum) gibt es ein    mit  .  Dies bedeutet modulo , dass in die Beziehung    gilt.



Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper und sei    eine affin-algebraische Menge, die durch das Ideal beschrieben werde. Es seien , , Polynome mit

Dann erzeugen die das Einheitsideal in .

Es sei das von allen , , erzeugte Ideal in . Die Voraussetzung besagt, dass

(auf ) leer ist. Dann ist  ,  da ja ebenfalls leer ist. Aus dem Hilbertschen Nullstellensatz folgt, dass eine Potenz von , also selbst, zu in gehört.



Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper und sei    eine affin-algebraische Menge, die durch das Ideal beschrieben werde. Es sei    ein Polynom, das auf keine Nullstelle besitzt.

Dann ist im Restklassenring eine Einheit.

Dies ist ein Spezialfall von Fakt.



Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper und seien und zwei affin-algebraische Mengen in .

Dann gilt

Es sei    und  .  Die Aussage ergibt sich aus

wobei die erste Gleichung auf Fakt beruht.


Auch diese Eigenschaften gelten nicht ohne die Voraussetzung algebraisch abgeschlossen, wie das folgende Beispiel zeigt.



Wir betrachten die beiden algebraischen Kurven

Bei    sind das beides irreduzible Quadriken. Der Durchschnitt wird beschrieben durch das Ideal

Da das Polynom im Reellen keine Nullstelle hat, ist der Durchschnitt    leer. Das Verschwindungsideal des (leeren) Durchschnittes ist natürlich das Einheitsideal, die Summe der beiden Verschwindungsideale ist aber nicht das Einheitsideal.