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Kurs:Diskrete Mathematik (Osnabrück 2020)/Arbeitsblatt 13

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Übungsaufgaben

Es seien  n,k  und  r=(r1,,rk)  mit  j=1krj=n.  Zeige, dass die Anzahl der Abbildungen

{1,,n}{1,,k},

bei denen das Urbild zu  j{1,,k}  aus genau rj Elementen besteht, gleich dem Multinomialkoeffizienten

(nr)=n!r1!rk!

ist.



Es seien  k,n  und  r=(r1,,rn)  mit  j=1krj=n.  Zeige, dass die Anzahl der n-Tupel

(j1,,jn){1,,k}n,

in denen die Zahl j genau rj-mal vorkommt, gleich

(nr)=n!r1!rk!

ist.



Im Fressnapf von Vorli liegen heute drei Würste, vier Knochen, sieben Trockenbällchen und zwei Kaustangen. In wie vielen Reihenfolgen kann Vorli das auffressen?



In einem Studium werden 11 Leistungsnachweise verlangt, und zwar 3 Seminarscheine, 5 Klausuren, 2 mündliche Prüfungen und eine Hausarbeit, die in beliebiger Reihenfolge erbracht werden können. Wie viele Reihenfolgen gibt es, um diese Leistungsnachweise zu erbringen?



Auf wie viele Arten kann man aus den Buchstaben des Wortes „Eisenbeis“ Wörter bilden?



Es seien endlich viele natürliche Zahlen r1,,rk fixiert. Zeige, dass die für

nr1++rk

definierte Funktion

n(nr1,,rk,nr1rk)

(die vorderen Blockanzahlen sind also fixiert und werden durch einen einzigen weiteren Block aufgefüllt) ein Polynom in n ist. Welchen Grad besitzt es?



Es seien endlich viele natürliche Zahlen r1,,rk fixiert. Zeige, dass die für

nr1++rk

definierte Funktion

n(nr1,,rk,1,,1)

(die vorderen Blockanzahlen sind also fixiert und werden durch Einserblöcke aufgefüllt) kein Polynom in n ist.



Es sei R ein kommutativer Halbring und seien  x1,,xkR  Elemente und  n.  Zeige

(x1++xk)n=r1++rk=n(nr1,,rk)x1r1xkrk.



Es sei R ein kommutativer Halbring und  x,y,zR.  Berechne explizit

  1. (x+y+z)2,
  2. (x+y+z)3,
  3. (x+y+z)4.



Zeige

kn=r1++rk=n(nr1,,rk)

für  k,n



Es sei R ein kommutativer Halbring und  x,y,zR  Elemente mit

xz=xy2=y2z2=0.

Erstelle eine Formel für

(x+y+z)n,

die diese Nullteilereigenschaften berücksichtigt.


Die vorstehende Aufgabe wird durch die folgenden Begriffe und die anschließenden Aufgaben weiter vertieft. Ferner sind monomiale Ideale vergleichsweise einfache Ideale mit übersichtlichen Restklassenringen.


Es sei R ein kommutativer Ring. Aufbauend auf dem Polynomring in einer Variablen kann man Polynomringe in mehreren Variablen definieren. Man setzt rekursiv

R[X1,X2]:=(R[X1])[X2],,R[X1,,Xn1,Xn]:=(R[X1,,Xn1])[Xn].

Dies ist äquivalent zur Menge aller Linearkombinationen von Monomen:

(ν1,,νn)a(ν1,,νn)X1ν1Xnνn.


Es sei R[X1,,Xk] der Polynomring über dem kommutativen Ring R und sei

Xνj=X1νj1Xkνjk

eine Familie von Monomen,  jJ.  Dann nennt man das von den Monomen Xνj erzeugte Ideal ein monomiales Ideal.



Es sei K ein Körper und

I=(Xνj,jJ)K[X1,,Xn]

ein monomiales Ideal. Zeige, dass ein Monom Xμ genau dann zu I gehört, wenn es ein νj mit  μνj  gibt.



Es sei K ein Körper und

I=(Xνj,jJ)K[X1,,Xn]

ein monomiales Ideal. Zeige, dass ein Polynom  PK[X1,,Xn]  genau dann zu I gehört, wenn sämtliche Monome, die in P (mit einem Koeffizienten 0) vorkommen, zu I gehören.



Es sei K ein Körper. Bestimme eine Basis und die Dimension des Restklassenringes

K[X,Y,Z]/(X3,Y4,Z2,X2Y3,X2Z,Y3Z,XYZ)

zum monomialen Ideal (X3,Y4,Z2,X2Y3,X2Z,Y3Z,XYZ).



Bestimme die Anzahl der surjektiven Abbildungen von einer n-elementigen Menge in eine zweielementige Menge mit Hilfe von Lemma 13.5, Satz 13.6, Satz 13.7 und direkt.



Bestimme die Anzahl der surjektiven Abbildungen von einer sechselementigen Menge in eine dreielementige Menge mit Hilfe von Lemma 13.5, Satz 13.6 und Satz 13.7.



Zu  n,k  bezeichne surj(n,k) die Anzahl der surjektiven Abbildungen einer n-elementigen Menge in eine k-elementige Menge. Zeige, dass die Rekursionsformel

surj(n+1,k)=ksurj(n,k)+ksurj(n,k1)

gilt.



Es sei  M={1,2,3,4,5,6,7}  und  N={a,b,c,d}.  Bestimme die Anzahl der surjektiven Abbildungen von M nach N mit der zusätzlichen Eigenschaft, dass jedes Element aus N höchstens zweimal getroffen wird.



Es sei  M={1,2,3,4,5,6,7,8,9,10}  und  N={a,b,c,d}.  Bestimme die Anzahl der surjektiven Abbildungen von M nach N mit der zusätzlichen Eigenschaft, dass jedes Element aus N höchstens fünfmal getroffen wird.



Es seien M und N endliche Mengen mit m bzw. n Elementen und sei

f:MN

eine surjektive Abbildung. Wie viele Abbildungen

s:NM

mit

fs=IdN

gibt es?



Es seien M und N endliche Mengen mit m bzw. n Elementen und sei

f:MN

eine Abbildung. Wie viele Abbildungen

s:NM

mit

fs=IdN

gibt es?




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (2 Punkte)

Straßenszene von Ouagadougou

Auf wie viele Arten kann man aus dem Wort „Ouagadougou“ Wörter bilden?



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei R ein kommutativer Halbring und seien  x,y,z,wR  Elemente mit

xyz=x2w=xz2=y2zw=w2=0.

Erstelle eine Formel für

(x+y+z+w)n,

die diese Nullteilereigenschaften berücksichtigt.



Aufgabe (4 Punkte)

Man gebe ein Beispiel für eine endliche Familie von Monomen

Xν=X1ν1Xkνk

mit gewissen Exponententupeln ν derart an, dass es keinen Restklassenring /(n) und keine Realisierung φ:Xiai/(n) gibt (gemeint ist der Ringhomomorphismus [X1,,Xk]/(n), der durch Xiai festgelegt ist), bei der  φ(Xμ)=0  genau dann gilt, wenn Xμ zu dem von den Monomen Xν erzeugten Ideal in [X1,,Xk] gehört.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme die Anzahl der surjektiven Abbildungen von einer siebenelementigen Menge in eine dreielementige Menge mit Hilfe von Lemma 13.5, Satz 13.6 und Satz 13.7.



Aufgabe (5 Punkte)

Es sei  M={1,2,3,4,5,6,7,8,9,10,11,12}  und  N={a,b,c,d,e}.  Bestimme die Anzahl der surjektiven Abbildungen von M nach N mit der zusätzlichen Eigenschaft, dass jedes Element aus N höchstens viermal getroffen wird.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei  k+  fixiert. Bestimme den Grenzwert der Folge

xn=Anzahl der surjektiven Abbildungen von {1,,n} nach {1,,k}Anzahl der Abbildungen von {1,,n} nach {1,,k}.



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