Kurs:Grundkurs Mathematik/Teil II/16/Klausur mit Lösungen
| Aufgabe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Punkte | 3 | 3 | 3 | 2 | 1 | 5 | 4 | 7 | 3 | 3 | 5 | 5 | 5 | 3 | 5 | 7 | 64 |
Aufgabe (3 Punkte)
Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.
- Eine Linearkombination zu Vektoren im .
- Die Matrizenmultiplikation.
- Die Transitivität einer Relation auf einer Menge .
- Die Konvergenz einer Folge in einem angeordneten Körper gegen .
- Ein vollständig angeordneter Körper .
- Die
Unabhängigkeit
von Ereignissen
in einem endlichen Wahrscheinlichkeitsraum .
- Eine Summe
mit Skalaren nennt man eine Linearkombination der gegebenen Vektoren.
- Es sei ein
Körper und es sei eine
-Matrix
und eine -Matrix über . Dann ist das Matrixprodukt
diejenige -Matrix, deren Einträge durch
gegeben sind.
- Die Relation heißt transitiv, wenn aus und stets folgt.
- Man sagt, dass die Folge gegen konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist: Zu jedem
, ,
gibt es ein
derart, dass für alle
die Beziehung
gilt.
- Ein angeordneter Körper heißt vollständig, wenn jede Cauchy-Folge in konvergiert.
- Die Ereignisse
und
heißen
unabhängig,
wenn
ist.
Aufgabe (3 Punkte)
Formuliere die folgenden Sätze.
- Der Satz über die algebraische Struktur der Restklassenringe zu einem Ideal in einem kommutativen Ring .
- Der Satz über die Intervallschachtelung.
- Das Gesetz der großen Zahlen für den Münzwurf.
- Es sei ein
kommutativer Ring,
ein
Ideal
und die
Quotientenmenge
zur durch definierten
Äquivalenzrelation
auf mit der
kanonischen Projektion
Dann gibt es eine eindeutig bestimmte Ringstruktur auf derart, dass ein Ringhomomorphismus
ist. - Es sei
, ,
eine Intervallschachtelung in . Dann besteht der Durchschnitt
- Zu jedem
konvergiert
die Folge
Aufgabe (3 Punkte)
Zeige, dass das lineare Gleichungssystem
nur die triviale Lösung besitzt.
Wir rechnen
und
Somit ist
Daraus ergibt sich , aus ergibt sich und aus ergibt sich .
Aufgabe (2 Punkte)
Es ist
Aufgabe (1 Punkt)
Bei einem vollständigen ungerichteten Graphen mit Ecken ist jede Ecke mit jeder (anderen) Ecke verbunden. Zeichne einen solchen Graphen in der Ebene ohne Überschneidungen.
Aufgabe (5 (1+3+1) Punkte)
- Gibt es eine Primzahl derart, dass auch , , und Primzahlen sind?
- Gibt es mehr als eine Primzahl derart, dass auch , , und Primzahlen sind?
- Gibt es mehr als eine Primzahl derart, dass auch , und Primzahlen sind?
- Die Zahlen sind Primzahlen.
- Wir zeigen, dass es außer dem soeben genannten Beispiel kein weiteres Fünfertupel mit der besagten Eigenschaft gibt. Wir betrachten die Reste von bei Division durch . Wenn der Rest von ist, so sind die anderen Reste gleich . Somit muss eine der fünf Zahlen den Rest besitzen, also ein Vielfaches von sein. Da ausgeschlossen ist, können nicht alle fünf Zahlen Primzahlen sein.
- Die Zahlen sind Primzahlen, es gibt also weitere Vierertupel mit der besagten Eigenschaft.
Aufgabe (4 Punkte)
Wir betrachten die Rekursionsvorschrift
des Heron-Verfahrens in für . Zeige, dass für sämtliche Startglieder stets eine nichtkonstante Folge entsteht.
Wir berechnen
Dabei ergibt sich die Wertetabelle
Egal mit welchem Startglied man beginnt, spätestens ab ist man bei oder bei und diese beiden Zahlen wechseln sich dann ab.
Aufgabe (7 (2+2+3) Punkte)
- Man gebe ein Beispiel für reelle Folgen und , , derart, dass gegen konvergiert, aber nicht konvergiert.
- Man gebe ein Beispiel für reelle Folgen und , , derart, dass gegen konvergiert, aber nicht konvergiert.
- Es seien und reelle Folgen derart, dass gegen konvergiert. Es gebe ein
mit
für alle . Zeige, dass gegen konvergiert.
- Es sei
und
für . Dann ist
Dies konvergiert gegen . Die Differenzfolge
konvergiert nicht.
- Es sei
und
Dann ist
Dies konvergiert nicht. Die Differenzfolge
konvergiert gegen , da beide Folgen Nullfolgen sind.
- Wir schreiben
wobei nach Voraussetzung eine Nullfolge ist. Damit ist
Dabei ist
eine Nullfolge. Somit konvergiert die Quotientenfolge gegen .
Aufgabe (3 Punkte)
Es ist
Aufgabe (3 Punkte)
Diskutiere Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Konzepten Terme und Polynome.
Aufgabe (5 Punkte)
Es sei eine reelle Zahl. Zeige, dass die folgenden Eigenschaften äquivalent sind.
- Es gibt ein Polynom , , mit ganzzahligen Koeffizienten und mit .
- Es gibt ein Polynom , , mit .
- Es gibt ein normiertes Polynom mit .
Die Implikation (1) (2) ist unmittelbar klar, da ganze Zahlen rational sind und man somit nehmen kann.
Es sei (2) erfüllt und sei
mit , und . Wegen ist auch eine rationale Zahl. Wir multiplizieren mit und erhalten
Dies ist ein normiertes Polynom, die Koeffizienten sind nach wie vor rational und es ist auch
Es sei nun (3) erfüllt, und
mit und . Es ist
mit , . Wir setzen
Dieses Polynom hat ganzzahlige Koeffizienten, ist nicht das Nullpolynom und es ist nach wie vor
Aufgabe (5 Punkte)
Forme die Gleichung
in eine äquivalente Gleichung der Form
mit um.
Wir setzen an und drücken das Polynom bzw. die Gleichung in aus. Es ist
und
Insgesamt ergibt sich also
Eine äquivalente Gleichung ist also
Aufgabe (5 Punkte)
Sei . Wir zeigen zuerst die Stetigkeit im Nullpunkt. Da die Folge , , gegen konvergiert, und da die rationale Exponentialfunktion wachsend ist, gibt es zu jedem positiven ein positives mit der Eigenschaft, dass aus
die Abschätzung
folgt. Es sei nun beliebig und vorgegeben. Wir betrachten ein , das zu
die Stetigkeit im Nullpunkt sichert. Dann gilt unter Verwendung von Lemma 53.2 (Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2026-2027)) (1) für mit
die Abschätzung
Aufgabe (3 (1+2) Punkte)
Für die Eulersche Zahl seien die Abschätzungen
bekannt.
- Was lässt sich über die ersten Stellen der Dezimalentwicklung von sagen?
- Was lässt sich über die ersten Stellen der Dezimalentwicklung von sagen?
- Es ist
und
Somit ist
und die Ziffernentwicklung von beginnt mit , die zweite Nachkommaziffer liegt zwischen und , über die weiteren Nachkommaziffern kann man keine Aussage machen.
- Es ist
und
Somit hat man die Abschätzungen
Die Dezimalentwicklung von beginnt also mit , ( ist ausgeschlossen, da die Division durch nicht auf die Periode führt) die dritte Nachkommaziffer ist oder oder , über die folgenden Stellen kann man keine Aussage machen.
Aufgabe (5 Punkte)
Es seien positive reelle Zahlen und es gelte
Zeige, dass es positive rationale Zahlen mit
gibt.
Es sei eine rationale echt fallende Folge (bei ; bei wählen wir eine rationale echt wachsende positive Folge), die gegen konvergiert. Wegen der Stetigkeit der Exponentialfunktion zur Basis konvergiert auch gegen . In jedem Fall ist dies eine (bei ) echt fallende Folge. Wegen der Konvergenz gibt es ein rationales mit
Die Funktion
ist als Hintereinanderschaltung einer Potenz und einer Wurzel nach Korollar 51.10 (Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2026-2027)) und Satz 52.11 (Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2026-2027)) ebenfalls stetig. Somit gilt für eine rationale Folge , die gegen konvergiert, dass auch gegen konvergiert. Wir wählen die Folge echt fallend, sodass auch echt fallend ist. Für hinreichend groß ist dann
und wir können wählen.
Aufgabe (7 (2+2+3) Punkte)
In einem Kurs nehmen Personen teil. Für die Person ist die Wahrscheinlichkeit, bei der Klausur durchzufallen, gleich . Es wird eine Klausur und eine Nachklausur geschrieben, wobei sich diese Wahrscheinlichkeiten nicht ändern.
- Zeige, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine zufällig ausgewählte Person in der ersten Klausur durchfällt, gleich ist.
- Die Nachklausur schreiben nur die Personen mit, die in der ersten Klausur durchgefallen sind. Zeige, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine aus diesem Personenkreis zufällig ausgewählte Person bei der zweiten Klausur ebenfalls durchfällt, gleich ist.
- Zeige, dass die unter (2) berechnete Wahrscheinlichkeit größergleich der unter (1) berechneten Wahrscheinlichkeit ist.
-
Wir modellieren die Situation mit dem Wahrscheinlichkeitsraum
(der erste Index durchläuft die Personen, der zweite Index die Möglichkeiten Durchfallen oder Bestehen) mit den Wahrscheinlichkeiten
und
ist die Wahrscheinlichkeit, dass Person betrachtet wird und dass sie durchfällt. Es sei das Ereignis, das aus allen Paaren besteht. Die Wahrscheinlichkeit für ist
- Hierfür betrachten wir den Produktraum , wir lassen also im Modell alle Personen auch die zweite Klausur schreiben.
Die Wahrscheinlichkeit, ausgewählt zu werden und beide Male durchzufallen, ist . Es sei das Ereignis, bei der ersten Klausur durchzufallen, und das Ereignis, bei der zweiten Klausur durchzufallen. Es geht dann um die bedingte Wahrscheinlichkeit für unter der Bedingung . Diese ist
- Wir müssen
zeigen, was auf
führt. Dies ist äquivalent zu
bzw. zu
Nun ist aber
als eine Summe von Quadraten nichtnegativ.

