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Kurs:Kommutative Algebra/Teil I/Vorlesung 22

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Die universelle Eigenschaft der Determinante

Es sei ein kommutativer Ring, es seien und Moduln über und sei  .  Es seien eine alternierende Abbildung,    und  ,  der Permutationsgruppe der Menge .

Dann ist

Nach Lemma 8.13 (Einführung in die Algebra (Osnabrück 2009)) lässt sich als Produkt von Transpositionen schreiben, sagen wir  .  In Lemma 21.9 wurde bereits gezeigt, dass für Transpositionen   

gilt.

Das führt für durch induktives Anwenden zu folgendem Ergebnis:

Mit Lemma 9.12 (Einführung in die Algebra (Osnabrück 2009)) ergibt sich    und damit die Aussage.



Es sei ein kommutativer Ring, es seien und Moduln über und sei  .  Es sei

eine alternierende Abbildung und es seien Vektoren    gegeben, die zueinander in der Beziehung

stehen, mit einer - Matrix  

Dann ist

Unter Verwendung des Distributivgesetzes und von Lemma 22.1 ergibt sich



Für die Determinante einer - Matrix

gilt

Dies folgt aus Lemma 21.4, Satz 21.10, Satz 21.11 und Satz 22.2.



Es sei ein kommutativer Ring und  

Dann gibt es genau eine alternierende Funktion

mit

wobei die Standardvektoren sind, nämlich die Determinante.

Aufgrund von Lemma 21.4, Satz 21.10 und Satz 21.11 besitzt die Determinante diese Eigenschaften. Wegen Satz 22.2 und Satz 22.3 muss eine multilineare alternierende Funktion, die auf den Standardvektoren den Wert besitzt, mit der Determinante übereinstimmen.




Multiplikativität



Es sei ein kommutativer Ring und .

Dann ist

Es ist

da für bijektiv ist ergibt sich:

Andererseits ist

wobei    und    alle möglichen Kombinationen durchläuft. Sind im Tupel zwei Komponenten gleich, so ist:

denn in sind zwei Zeilen gleich.

Und somit letztendlich:



Es sei ein kommutativer Ring und    eine invertierbare Matrix.

Dann ist eine Einheit in , und es gilt  

Es sei die Matrix mit der Eigenschaft, dass

ist. Es gilt:

Somit ist das Inversezu .

ist also eine Einheit.



Es sei ein kommutativer Ring und sei eine - Matrix über .

Dann ist



Es sei ein kommutativer Ring und sei    eine - Matrix über . Zu    sei diejenige Matrix, die entsteht, wenn man in die -te Zeile und die -te Spalte weglässt.

Dann ist (bei    für jedes feste bzw. )




Die Determinante einer linearen Abbildung

Es sei

eine lineare Abbildung eines endlich erzeugten freien Moduls vom Rang in sich. Diese wird bezüglich einer Basis durch eine Matrix    beschrieben. Es liegt nahe, die Determinante dieser Matrix als Determinante der linearen Abbildung zu definieren, doch hat man hier das Problem der Wohldefiniertheit: die lineare Abbildung wird bezüglich einer anderen Basis durch eine „völlig“ andere Matrix beschrieben. Allerdings besteht zwischen den zwei beschreibenden Matrizen und und der Basiswechselmatrix aufgrund von Korollar 20.6 die Beziehung  .  Aufgrund des des Determinantenmultiplikationssatzes ist daher

sodass die folgende Definition in der Tat unabhängig von der Wahl einer Basis ist.


Es sei ein kommutativer Ring und es sei ein endlich erzeugter freier Modul über . Es sei

ein Modulhomomorphismus, der bezüglich einer Basis durch die Matrix beschrieben werde. Dann nennt man

die Determinante von .



Adjungierte Matrix und Cramersche Regel

Zu    heißt die Matrix

die zu adjungierte Matrix .



Es sei ein kommutativer Ring und  .  Weiter sei die zu adjungierte Matrix.

Dann ist

Um die Gleichheit zu zeigen werden die Einträge von berechnet:

Es ist also

Die umgekehrte Richtung ergibt sich aus einer ähnlichen Rechnung.



Es sei ein kommutativer Ring und

ein inhomogenes lineares Gleichungssystem. Es sei vorausgesetzt, dass die beschreibende Matrix    invertierbar sei.

Dann erhält man die eindeutige Lösung für durch  

Für eine invertierbare Matrix ergibt sich die Lösung für das lineare Gleichungssystem  ,  indem man anwendet, d.h. es ist  .  Unter Verwendung von Satz 22.11 bedeutet dies  .  Für die -te Komponente bedeutet dies

Der rechte Faktor ist dabei die Entwicklung der Determinante der Matrix im Zähler nach der -ten Spalte.



Wir lösen das lineare Gleichungssystem

mit Hilfe der Cramerschen Regel. Es ist

und






Invertierbare Matrizen und Determinante



Es sei ein kommutativer Ring und .

Dann sind äquivalent.

  1. ist eine invertierbare Matrix.
  2. ist eine Einheit in .

(1) (2) wurde bereits in Korollar 22.6 bewiesen.

(2) (1) Da eine Einheit in ist, gibt es ein mit der Eigenschaft .

Die Matrix    erfüllt nach Satz 22.11 die Eigenschaft, dass    sei. Dies ergibt sich aus:



Es sei ein freier Modul über dem kommutativen Ring . Weiter sei ein - Modulendomorphismus und die Matrix, die bezüglich einer beliebigen Basis darstellt.

Es ist bijektiv, also ein - Modulautomorphismus genau dann, wenn eine Einheit in ist.



Es sei ein Körper und sei eine - Matrix über . Dann sind die folgenden Aussagen äquivalent.

  1. Es ist  
  2. Die Zeilen von sind linear unabhängig.
  3. ist invertierbar.
  4. Es ist  







Es sei eine multilineare Abbildung.

Dann ist

alternierend.

Mit folgender Interpretation von :

Es sei mit    für  

Es ist zu zeigen, dass    ist. Es sei hierzu die Transposition, die und tauscht.

Durch wird eine bijektive Abblidung von der alternierenden Gruppe nach definiert.


da    und    ist, sind die beiden Summen identisch.



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