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Kurs:Kommutative Algebra/Teil I/Vorlesung 21

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Determinante

Es sei ein kommutativer Ring und sei    eine - Matrix über . Zu    sei diejenige -Matrix, die entsteht, wenn man in die erste Spalte und die -te Zeile weglässt. Dann definiert man rekursiv die Determinante von durch

Die Determinante ist nur für quadratische Matrizen definiert. Die in der Definition auftretenden Matrizen nennt auch Streichungsmatrizen. Für kleine kann man die Determinante einfach ausrechnen.


Für eine -Matrix

ist


Als Merkregel für eine -Matrix verwendet man die Regel von Sarrus. Man wiederholt die erste Spalte als vierte Spalte und die zweite Spalte als fünfte Spalte. Die Produkte der durchgezogenen Diagonalen werden positiv genommen, die Produkte der gestrichelten Diagonalen negativ.

Für eine - Matrix    ist

Dies nennt man die Regel von Sarrus.




Für eine obere Dreiecksmatrix

über einem kommutativen Ring

ist

Insbesondere ist für die Einheitsmatrix  

Dies folgt mit einer einfachen Induktion direkt aus der Definition der Determinante.



Multilineare Abbildungen

Es sei ein kommutativer Ring und seien - Moduln. Eine Abbildung

heißt -multilinear, wenn für jedes    und jedes -Tupel (mit ) die induzierte Abbildung

- linear ist.

Bei    spricht man von bilinear.



Es sei ein kommutativer Ring und seien und Moduln über . Es sei

eine multilineare Abbildung und es seien    und    zu    und  

Dann ist

Es ist linear in jeder Komponente, wenn man die anderen Komponenten festhält. Eine lineare Abbildung ist mit beliebigen Linearkombinationen verträglich. Wir ziehen die Summen sukzessive nach vorne und verarbeiten die einzelnen geordneten Summe in eine einzige ungeordnete Summe.



Es sei ein kommutativer Ring, und seien - Moduln und sei  .  Eine multilineare Abbildung

heißt alternierend, wenn folgendes gilt: Falls in    zwei Einträge übereinstimmen, also    für ein Paar  ,  so ist



Es sei ein kommutativer Ring, seien und Moduln über und sei  .  Es sei

eine alternierende Abbildung.

Dann gilt

D.h. wenn man zwei Vektoren vertauscht, so ändert sich das Vorzeichen.

Aufgrund der Definition von alternierend und Lemma 21.6 gilt



Es seien ein kommutativer Ring, und - Moduln, eine multilineare, alternierende Abbildung, und .

Dann hat folgende Eigenschaften:

Falls sich als Linearkombination von schreiben lässt, so ist

Zu Teil 1: Aufgrund der Definition von alternierend gilt:

Zu Teil 2: Da multilinear ist, ist es linear in der r-ten Komponente:

Zu Teil 3: Sei    dann ist




Die Determinante ist eine alternierende Abbildung

Wir wollen zeigen, dass die rekursiv definierte Determinante eine multilineare und alternierende Abbildung ist, wenn man die Identifizierung

vornimmt, bei der einer Matrix das -Tupel der Zeilen der Matrix zugeordnet wird. Wir fassen also im Folgenden eine Matrix als ein Spaltentupel

auf, wobei die einzelnen Einträge Zeilenvektoren der Länge sind.



Es sei ein kommutativer Ring und  

Dann ist die Determinante

multilinear.

Es seien

wobei wir die Einträge und die Streichungsmatrizen analog bezeichnen. Insbesondere ist also    und  .  Wir beweisen die Aussage des Satzes durch Induktion nach , wobei der Fall    klar ist. Für    ist    und

nach Induktionsvoraussetzung. Für    ist    und es ist  .  Insgesamt ergibt sich

 

Die Verträglichkeit mit der skalaren Multiplikation beweist man ähnlich, siehe Aufgabe 21.1.



Es sei ein kommutativer Ring und  

Dann ist die Determinante

alternierend.

Wir beweisen die Aussage durch Induktion über , wobei es für    nichts zu zeigen gibt. Es sei also    und  .  Die relevanten Zeilen seien und mit  .  Nach Definition ist  .  Nach Induktionsvoraussetzung sind dabei    für  ,  da ja dann zwei Zeilen übereinstimmen. Damit ist

wobei    ist. Die beiden Matrizen und haben die gleichen Zeilen, allerdings tritt die Zeile    in als die -te Zeile und in als die -te Zeile auf. Alle anderen Zeilen kommen in beiden Matrizen in der gleichen Reihenfolge vor. Durch insgesamt Vertauschungen von benachbarten Zeilen kann man in überführen. Nach der Induktionsvoraussetzung und Lemma 21.8 unterscheiden sich daher die Determinanten um den Faktor , also ist  .  Setzt man dies oben ein, so erhält man


Durch die Eigenschaft, alternierend zu sein, vereinfacht sich das Berechnen der Determinante. Insbesondere kann man gut überblicken, wie sich die Determinante bei elementaren Zeilenumformungen verhält. Wenn man eine Zeile mit einer Zahl multipliziert, so muss man die Determinante auch mit multiplizieren. Wenn man Zeilen vertauscht, so ändert sich das Vorzeichen der Determinante. Wenn man eine Zeile (oder ein Vielfaches davon) zu einer anderen Zeile hinzuaddiert, so ändert sich die Determinante nicht.


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