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Kurs:Elemente der Algebra (Osnabrück 2024-2025)/Vorlesung 7

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Ideale

Eine Teilmenge eines kommutativen Ringes heißt Ideal, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1.  
  2. Für alle    ist auch  
  3. Für alle    und    ist auch  

Die Eigenschaft    kann man durch die Bedingung ersetzen, dass nicht leer ist. Ein Ideal ist eine Untergruppe der additiven Gruppe von , die zusätzlich unter Skalarmultiplikation abgeschlossen ist.


Zu einer Familie von Elementen    in einem kommutativen Ring bezeichnet das von diesen Elementen erzeugte Ideal. Es besteht aus allen Linearkombinationen

wobei    sind.


Ein Ideal in einem kommutativen Ring der Form

heißt Hauptideal.

Das Nullelement bildet in jedem Ring das sogenannte Nullideal, was wir einfach als    schreiben. Die und überhaupt jede Einheit erzeugt als Ideal schon den ganzen Ring.


Das Einheitsideal in einem kommutativen Ring ist der Ring selbst.

In einem Körper gibt es nur diese beiden Ideale.


Es sei ein kommutativer Ring.

Dann sind folgende Aussagen äquivalent.

  1. ist ein Körper.
  2. Es gibt in genau zwei Ideale.

Wenn ein Körper ist, so gibt es das Nullideal und das Einheitsideal, die voneinander verschieden sind. Es sei ein von verschiedenes Ideal in . Dann enthält ein Element  ,  das eine Einheit ist. Damit ist    und damit  

Es sei umgekehrt ein kommutativer Ring mit genau zwei Idealen. Dann kann nicht der Nullring sein. Es sei nun ein von verschiedenes Element in . Das von erzeugte Hauptideal ist und muss daher mit dem anderen Ideal, also mit dem Einheitsideal übereinstimmen. Das heißt insbesondere, dass    ist. Das bedeutet also    für ein  ,  sodass eine Einheit ist.



Operationen für Ideale

Der Durchschnitt von Idealen ist wieder ein Ideal (der Durchschnitt von Hauptidealen ist im Allgemeinen kein Hauptideal). Daneben gibt es noch zwei weitere Operationen für Ideale, die zu neuen Idealen führen.


Zu Idealen    in einem kommutativen Ring nennt man das Ideal

die Summe der Ideale.

Die Summe ist wieder ein Ideal. Ein endlich erzeugtes Ideal ist die Summe von Hauptidealen, nämlich


Zu zwei Idealen und in einem kommutativen Ring wird das Produkt durch

definiert.

Das Idealprodukt ist das Ideal, das von allen Produkten mit    und   

erzeugt wird. Die Menge aller Produkte ist im Allgemeinen kein Ideal. Für Hauptideale ist    (aber nicht   ).

Wenn das Produkt eines Ideals mit sich selbst genommen wird, verwendet man die Potenzschreibweise, d.h. bedeutet das -fache Produkt des Ideals mit sich selbst. In ist beispielsweise



Ideale und Teilbarkeitsbeziehungen

Mit dem Idealbegriff lassen sich Teilbarkeitsbeziehungen ausdrücken.


Es sei ein kommutativer Ring und  .  Dann gelten folgende Aussagen.

  1. Das Element ist ein Teiler von (also ), genau dann, wenn  
  2. ist eine Einheit genau dann, wenn  
  3. Jede Einheit teilt jedes Element.
  4. Teilt eine Einheit, so ist selbst eine Einheit.

Beweis

Siehe Aufgabe 7.6.



Es sei ein kommutativer Ring,    und    das davon erzeugte Ideal.

Ein Element    ist ein gemeinsamer Teiler von    genau dann, wenn    ist,

und ist ein größter gemeinsamer Teiler genau dann, wenn für jedes    mit    folgt, dass    ist. Ein größter gemeinsamer Teiler erzeugt also ein minimales Hauptoberideal von .

Aus    folgt sofort    für  ,  was gerade bedeutet, dass diese Elemente teilt, also ein gemeinsamer Teiler ist. Es sei umgekehrt ein gemeinsamer Teiler. Dann ist    und da    das kleinste Ideal ist, das alle enthält, muss    gelten. Der zweite Teil folgt sofort aus dem ersten.



Es sei ein kommutativer Ring,    und    der Durchschnitt der zugehörigen Hauptideale. Ein Element    ist ein gemeinsames Vielfaches von    genau dann, wenn    ist, und ist ein kleinstes gemeinsames Vielfaches genau dann, wenn für jedes    mit    folgt, dass    ist. Ein kleinstes gemeinsames Vielfaches erzeugt also ein maximales Hauptdeal innerhalb von .

Beweis

Siehe Aufgabe 7.7.



Das Radikal

Ein Ideal in einem kommutativen Ring heißt Radikal (oder Radikalideal), wenn folgendes gilt: Falls    ist für ein  ,  so ist bereits  


Es sei ein kommutativer Ring und    ein Ideal. Dann nennt man die Menge

das Radikal zu . Es wird mit bezeichnet.

Das Radikal zu einem Ideal ist selbst ein Radikal und insbesondere ein Ideal.


Es sei ein kommutativer Ring und    ein Ideal.

Dann ist das Radikal zu ein Radikalideal.

Wir zeigen zunächst, dass ein Ideal vorliegt. gehört offenbar zum Radikal und mit  ,  sagen wir  ,  ist auch  ,  also gehört zum Radikal. Zur Summeneigenschaft seien    mit    und  .  Dann ist

Es sei nun  .  Dann ist  ,  also  


Ein Ideal in einem kommutativen Ring heißt Primideal, wenn    ist und wenn für    mit    folgt:    oder  



Es sei ein Integritätsbereich und , .

Dann ist genau dann ein Primelement, wenn das von erzeugte Hauptideal ein Primideal ist.

Beweis

Siehe Aufgabe 7.15.



Ein Ideal in einem kommutativen Ring heißt maximales Ideal, wenn    ist und wenn es zwischen und kein weiteres Ideal gibt.



Es sei ein kommutativer Ring und ein maximales Ideal in .

Dann ist ein Primideal.

Beweis

Siehe Aufgabe 7.22.


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