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Kurs:Analysis (Osnabrück 2021-2023)/Teil I/Arbeitsblatt 12



Übungsaufgaben

Zeige, dass eine lineare Funktion

,xax,

stetig ist.



Es sei  D  eine Teilmenge, f:D eine Funktion und  aD  ein Punkt. Zeige, dass die folgenden Eigenschaften äquivalent sind.

  1. f ist stetig in a.
  2. Zu jedem  n+  gibt es ein  m+  derart, dass aus
    |xa|1m

    die Abschätzung

    |f(x)f(a)|1n

    folgt.

  3. Zu jedem  s  gibt es ein  r  derart, dass aus
    |xa|110r

    die Abschätzung

    |f(x)f(a)|110s

    folgt.



Zeige, dass die Funktion

,x|x|,

stetig ist.



Zeige, dass die Funktion

00,xx,

stetig ist.



Bauer Ernst möchte ein quadratisches Melonenfeld anlegen. Das Feld sollte 100 Quadratmeter groß sein, er findet aber jede Größe zwischen 99 und 101 Quadratmetern noch akzeptabel. Welcher Fehler (Abweichung) ist ungefähr für die Seitenlänge erlaubt, damit das entstehende Quadrat innerhalb der vorgegebenen Toleranz liegt?



Es sei

f(x)=2x34x+5.

Zeige, dass für alle x die folgende Beziehung gilt: Wenn

|x3|1800,

dann ist

|f(x)f(3)|110.



Bestimme für die Funktion

f(x)=2x34x2+x6

im Punkt  a=1  für  ϵ=110  ein explizites  δ>0  derart, dass aus

d(x,a)δ

die Abschätzung

d(f(x),f(a))ϵ

folgt.



Es sei  T  eine Teilmenge und sei

f:T

eine stetige Funktion. Es sei  xT  ein Punkt mit  f(x)>0.  Zeige, dass dann auch  f(y)>0  für alle  yT  aus einem nichtleeren offenen Intervall ]xδ,x+δ[ gilt.



Es sei a und seien

f,g:

stetige Funktionen mit

f(a)>g(a).

Zeige, dass es ein δ>0 derart gibt, dass

f(x)>g(x)

für alle x[aδ,a+δ] gilt.



Es seien

f,g:,

stetige Funktionen. Es sei  a  mit  f(a)0  und es gebe ein  ϵ>0  mit  (fg)|[aϵ,a+ϵ]=0.  Zeige, dass es ein  δ>0  derart gibt, dass die Einschränkung g|[aδ,a+δ] die Nullfunktion ist.



Es seien  a<b<c  reelle Zahlen und es seien

g:[a,b]

und

h:[b,c]

stetige Funktionen mit  g(b)=h(b).  Zeige, dass dann die Funktion

f:[a,c]

mit

f(t)=g(t) für tb und f(t)=h(t) für t>b

ebenfalls stetig ist.



Bestimme, für welche Punkte  x  die durch

f(x)={1 für x1,x2 für 1<x<2,2x+7 für x2,

definierte Funktion stetig ist.



Es sei  T  eine endliche Teilmenge und

f:T

eine Funktion. Zeige, dass f stetig ist.



Es sei

f:[a,b]

eine stetige Funktion. Zeige, dass es eine stetige Fortsetzung

f~:

von f gibt.



Es sei  a  und seien f,g,h: Funktionen. Dabei seien g und h stetig im Punkt a, es gelte  g(a)=f(a)=h(a)  und es gelte  g(x)f(x)h(x)  für alle  x.  Zeige, dass auch f in a stetig ist.


Die folgende Aufgabe verwendet die reelle Sinusfunktion, die wir später einführen werden. Im Moment muss man nur wissen, dass sie stetig und periodisch ist und dass sich ihre Werte zwischen 1 und 1 bewegen.


Zeige, dass die durch

f(x)={xsin1x für x0,0 sonst,

definierte Funktion

f:

stetig ist. Ist der Graph dieser Funktion „zeichenbar“?



Zeige, dass es eine stetige Funktion

f:

derart gibt, dass f auf jedem Intervall der Form [0,δ] mit  δ>0  sowohl positive als auch negative Werte annimmt.



Es sei f: eine stetige Funktion. Zeige die folgenden Aussagen.

  1. Die Funktion f ist durch ihre Werte auf eindeutig festgelegt.
  2. Der Funktionswert f(a) ist durch die Funktionswerte f(x), xa, festgelegt.
  3. Wenn für alle  x<a  die Abschätzung
    f(x)c

    gilt, so gilt auch

    f(a)c.



Zeige, dass die Funktion

f:

mit

f(x)={x, falls x,0, sonst,

nur im Nullpunkt stetig ist.



Wir betrachten die Funktion

f:

mit

f(x)={0, falls x,1b, bei x und x=ab gekürzt.
  1. Zeige, dass f in den rationalen Zahlen nicht stetig ist.
  2. Zeige, dass f in den irrationalen Zahlen stetig ist.



Es sei (xn)n eine reelle Folge und sei

S={1nn+}.

Die Funktion f:S sei durch

f(1n)=xn

festgelegt. Zeige, dass f stetig ist.



Es sei (xn)n eine reelle Folge und  x.  Es sei

T={1nn+}{0}.

Die Funktion

f:T

sei durch

f(1n)=xn und f(0)=x

festgelegt. Zeige, dass f genau dann stetig ist, wenn die Folge gegen x konvergiert.


Die folgende Aufgabe beschreibt eine Variante des Folgenkriteriums für die Stetigkeit.


Es sei  T  eine Teilmenge,

f:T

eine Funktion und  xT.  Zeige, dass folgende Aussagen äquivalent sind.

  1. f ist stetig im Punkt x.
  2. Für jede konvergente Folge (xn)n in T mit  limnxn=x  ist auch die Bildfolge (f(xn))n konvergent.



Es sei a, |a|<1. Es sei

f:,zf(z),

eine stetige Funktion mit der Eigenschaft, dass die Gleichheit  f(az)=f(z)  für alle  z  gelte. Zeige, dass f konstant ist.


Die nächsten beiden Aufgaben verwenden folgende Definition.

Es seien L und M Mengen und es sei

f:LM

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge SL heißt die Abbildung

SM,xf(x),

die Einschränkung der Abbildung auf die Teilmenge S.


Die Einschränkung wird mit f|S bezeichnet.


Es seien ST𝕂 Teilmengen. Zeige, dass zu einer stetigen Funktion

f:T𝕂

auch die Einschränkung f|S stetig ist.



Man gebe ein Beispiel für eine streng wachsende Funktion

f:[0,1],

mit der Eigenschaft, dass es keine (endliche) Zerlegung 0=a0<a1<<an1<an=1 des Intervalls [0,1] derart gibt, dass die Einschränkungen f|]ai1,ai] stetig sind.



Es sei  T𝕂  eine Teilmenge und sei  a𝕂  ein Punkt. Es sei f:T𝕂 eine Funktion und  b𝕂.  Zeige, dass folgende Aussagen äquivalent sind.

  1. Es ist
    limxaf(x)=b.
  2. Für jede Folge (xn)n in T, die gegen a konvergiert, konvergiert auch die Bildfolge (f(xn))n gegen b.



Bestimme den Grenzwert der Folge

nxn=(1+12n)n.



Bestimme den Grenzwert der rationalen Funktion

x1x21

im Punkt  a=1



Bestimme den Grenzwert der rationalen Funktion

2x3+3x21x3x2+x+3

im Punkt  a=1



Es sei

f:

eine Funktion und a. Definiere die Begriffe „linksseitiger“ und „rechtsseitiger Grenzwert“ von f in a sowie den Begriff „Sprungstelle“.



Es sei

T={1nn+}

die Menge der Stammbrüche und (xn)n eine reelle Folge. Es sei  b  und  D=T{0}.  Zeige, dass die folgenden Eigenschaften äquivalent sind.

  1. Die Folge konvergiert gegen b.
  2. Die Funktion
    f:T

    mit

    f(1n)=xn

    besitzt den Grenzwert  limx0f(x)=b

  3. Die Funktion
    f~:D

    mit

    f~(1n)=xn

    und  f~(0)=b  ist stetig.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme für die Funktion

f(x)=x3+5x23x+2

im Punkt  a=3  für  ϵ=1100  ein explizites  δ>0  derart, dass aus

d(x,a)δ

die Abschätzung

d(f(x),f(a))ϵ

folgt.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme den Grenzwert der durch

bn=2an46an3+an25an+3

definierten Folge, wobei

an=3n35n2+74n3+2n1

ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass die Funktion f: mit

f(x)={1, falls x,0 sonst,

in keinem Punkt x stetig ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Entscheide, ob die Folge

an=2n33n2

konvergiert, und bestimme gegebenenfalls den Grenzwert.


Die nächste Aufgabe verwendet den Begriff der geraden und der ungeraden Funktion.


Eine Funktion f: heißt gerade, wenn für alle  x  die Gleichheit

f(x)=f(x)

gilt.

Eine Funktion f: heißt ungerade, wenn für alle  x  die Gleichheit

f(x)=f(x)

gilt.



Aufgabe (4 Punkte)

Zeige, dass man jede stetige Funktion

f:

als  f=g+h  mit einer stetigen geraden Funktion g und einer stetigen ungeraden Funktion h schreiben kann.



Aufgabe (5 Punkte)

Es sei  P,   b+  und

f:B(P,b)

eine stetige Funktion. Zeige, dass es eine stetige Fortsetzung

f~:

von f gibt.



Aufgabe (7 Punkte)

Zeige, dass die Menge der stetigen Funktionen

f:

mit f() überabzählbar ist.



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