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Kurs:Lineare Algebra/Teil I/3/Teiltest/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22
Punkte 3 3 2 4 2 3 3 3 3 2 3 2 2 4 2 1 3 1 3 4 8 5 66




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Eine Abbildung F von einer Menge L in eine Menge M.
  2. Eine surjektive Abbildung
    f:LM.
  3. Ein Körper.
  4. Eine Linearkombination in einem K-Vektorraum V.
  5. Die lineare Unabhängigkeit von Vektoren v1,,vn in einem K-Vektorraum V.
  6. Die Dimension eines K-Vektorraums V (V besitze ein endliches Erzeugendensystem).


Lösung

  1. Eine Abbildung F von L nach M ist dadurch gegeben, dass jedem Element der Menge L genau ein Element der Menge M zugeordnet wird.
  2. Die Abbildung f heißt surjektiv, wenn es für jedes yM mindestens ein Element xL mit f(x)=y gibt.
  3. Eine Menge K heißt ein Körper, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)
    +:K×KK und :K×KK

    und zwei verschiedene Elemente 0,1K gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

    1. Axiome der Addition
      1. Assoziativgesetz: Für alle a,b,cK gilt: (a+b)+c=a+(b+c).
      2. Kommutativgesetz: Für alle a,bK gilt a+b=b+a.
      3. 0 ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle aK ist a+0=a.
      4. Existenz des Negativen: Zu jedem aK gibt es ein Element bK mit a+b=0.
    2. Axiome der Multiplikation
      1. Assoziativgesetz: Für alle a,b,cK gilt: (ab)c=a(bc).
      2. Kommutativgesetz: Für alle a,bK gilt ab=ba.
      3. 1 ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle aK ist a1=a.
      4. Existenz des Inversen: Zu jedem aK mit a0 gibt es ein Element cK mit ac=1.
    3. Distributivgesetz: Für alle a,b,cK gilt a(b+c)=(ab)+(ac).
  4. Es sei v1,,vn eine Familie von Vektoren in V. Dann heißt der Vektor
    s1v1+s2v2++snvn mit siK

    eine Linearkombination dieser Vektoren.

  5. Die Vektoren v1,,vn heißen linear unabhängig, wenn eine Gleichung
    i=1naivi=0

    nur bei ai=0 für alle i möglich ist.

  6. Unter der Dimension eines Vektorraums V versteht man die Anzahl der Elemente in einer Basis von V.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über die Nichtnullteilereigenschaft in einem Körper K.
  2. Das Superpositionsprinzip für ein inhomogenes (und das zugehörige homogene) Gleichungssystem über einem Körper K.
  3. Das Basisaustauschlemma.


Lösung

  1. Aus ab=0 mit a,bK folgt a=0 oder b=0.
  2. Es sei K ein Körper und
    a11x1+a12x2++a1nxn=c1a21x1+a22x2++a2nxn=c2am1x1+am2x2++amnxn=cm

    ein inhomogenes lineares Gleichungssystem über K und es sei

    a11x1+a12x2++a1nxn=0a21x1+a22x2++a2nxn=0am1x1+am2x2++amnxn=0
    das zugehörige homogene Gleichungssystem. Wenn (y1,,yn) eine Lösung des inhomogenen Systems und (z1,,zn) eine Lösung des homogenen Systems ist, so ist (y1+z1,,yn+zn) eine Lösung des inhomogenen Systems.
  3. Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum mit einer Basis v1,,vn. Es sei wV ein Vektor mit einer Darstellung
    w=i=1nsivi,

    wobei sk0 sei für ein bestimmtes k. Dann ist auch die Familie

    v1,,vk1,w,vk+1,,vn
    eine Basis von V.


Aufgabe (2 Punkte)

Wenn Karl an Susanne denkt, bekommt er feuchte Hände, einen Kloß im Hals und einen roten Kopf. Einen roten Kopf bekommt er genau dann, wenn er an Susanne denkt oder wenn er das leere Tor nicht trifft. Wenn Karl das leere Tor trifft, bekommt er feuchte Hände. Karl bekommt den Ball vor dem leeren Tor. Kurz darauf bekommt er feuchte Hände, einen roten Kopf, aber keinen Kloß im Hals. Hat er an Susanne gedacht? Hat er das leere Tor getroffen?


Lösung

Karl hat nicht an Susanne gedacht, da er sonst einen Kloß im Hals bekommen hätte, was er nicht hat. Andererseits bekommt er einen roten Kopf, was bedeutet, dass er das leere Tor nicht getroffen hat oder an Susanne gedacht hat. Da letzteres nicht der Fall ist, hat er das leere Tor nicht getroffen.


Aufgabe (4 Punkte)

Eine Bahncard 25, mit der man ein Jahr lang 25 Prozent des Normalpreises einspart, kostet 62 Euro und eine Bahncard 50, mit der man ein Jahr lang 50 Prozent des Normalpreises einspart, kostet 255 Euro. Für welchen Jahresgesamtnormalpreis ist keine Bahncard, die Bahncard 25 oder die Bahncard 50 die günstigste Option?


Lösung

Es sei x der Gesamtnormalpreis. Mit BC25 hat man die Kosten

y=62+34x

und mit BC50 hat man die Kosten

z=255+12x.

Die Bedingung

x62+34x

führt auf

x248.

Die Bedingung

x255+12x

führt auf

x510.

Die Bedingung

62+34x255+12x

führt auf

14x25562=193,

also

x772.

Also ist für x248 keine Bahncard die günstigste Option, für 248x772 ist die BC25 die günstigste Option und für x772 ist die BC50 die günstigste Option.


Aufgabe (2 Punkte)

Es seien A,B und C Mengen. Beweise die Identität

A(BC)=(AB)(AC).


Lösung

Es sei xA(BC). Das bedeutet xA und xBC. Dies wiederum bedeutet xB oder xBC. Somit ist insgesamt x(AB)(AC).

Es sei nun umgekehrt x(AB)(AC). Bei x(AB) ist xA und xB und somit ist insbesondere xA(BC). Ist hingegen xAC, so ist bei xAB die Zugehörigkeit zur linken Menge schon erwiesen. Also müssen wir nur noch den Fall xB betrachten. In diesem Fall ist xBC und somit ist ebenfalls xA(BC).


Aufgabe (3 (1+1+1) Punkte)

Die Funktionen

f,g,h:

seien durch

f(x)=x3+x,
g(y)=y21

und

h(z)=3z+4

gegeben.

  1. Berechne gf.
  2. Berechne hg.
  3. Berechne hgf auf zwei unterschiedliche Arten.


Lösung

  1. Es ist
    (gf)(x)=g(f(x))=(f(x))21=(x3+x)21=x6+2x4+x21.
  2. Es ist
    (hg)(y)=h(g(y))=3(g(y))+4=3(y21)+4=3y23+4=3y2+1.
  3. Es ist einerseits
    (hgf)(x)=h((gf)(x))=h(x6+2x4+x21)=3(x6+2x4+x21)+4=3x6+6x4+3x23+4=3x6+6x4+3x2+1
    und andererseits
    (hgf)(x)=(hg)(f(x))=3(f(x))2+1=3(x3+x)2+1=3(x6+2x4+x2)+1=3x6+6x4+3x2+1.


Aufgabe (3 Punkte)

Es seien L und M Mengen und es sei

f:LM

eine Abbildung mit dem Graphen ΓfL×M. Zeige, dass die Abbildung

ψ=IdL×f:LL×M,x(x,f(x)),

eine Bijektion zwischen L und dem Graphen Γf induziert. Was ist die Verknüpfung von ψ mit der zweiten Projektion

p2:L×MM,(x,y)y?


Lösung

Zur Injektivität: Wenn  xx,  so ist

ψ(x)=(x,f(x))(x,f(x))=ψ(x),

da ja jedenfalls die erste Komponente verschieden ist. Zur Surjektivität: Wenn yΓf ist, so hat y die Gestalt  y=(x,f(x)).  Also ist  ψ(x)=y.  Die Hintereinanderschaltung p2ψ stimmt wegen

(p2ψ)(x)=p2(ψ(x))=p2((x,f(x)))=f(x)

mit f überein.


Aufgabe (3 (1+1+1) Punkte)

Wir betrachten die durch die Wertetabelle

x 1 2 3 4 5 6 7
φ(x) 4 7 4 5 1 1 2

gegebene Abbildung

φ:{1,2,3,4,5,6,7}{1,2,3,4,5,6,7}.

a) Bestimme das Bild von {1,2,3} unter φ.

b) Bestimme das Urbild von {4,5,6,7} unter φ.

c) Erstelle eine Wertetabelle für

φ3=φφφ.


Lösung

a) Das Bild von {1,2,3} ist {4,7}.

b) Das Urbild von {4,5,6,7} ist {1,2,3,4}.

c)

x 1 2 3 4 5 6 7
φ(x) 1 7 1 4 5 5 2


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise die Nichtnullteilereigenschaft für einen Körper K.


Lösung

 Nehmen wir an, dass a und b beide von 0 verschieden sind. Dann gibt es dazu inverse Elemente a1 und b1 und daher ist  (ab)(b1a1)=1.  Andererseits ist aber nach Voraussetzung  ab=0  und daher ist nach Lemma 3.5 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025))  (1)

(ab)(b1a1)=0(b1a1)=0,
 sodass sich der Widerspruch

 0=1  ergibt.


Aufgabe (2 Punkte)

Zeige, dass die Matrizenmultiplikation von quadratischen Matrizen im Allgemeinen nicht kommutativ ist.


Lösung

Es ist

(0110)(1000)=(0010),

aber

(1000)(0110)=(0100).


Aufgabe (3 Punkte)

Berechne das Matrizenprodukt

(40037831056212345103)(324115061520632).


Lösung

Es ist

(40037831056212345103)(324115061520632)=(691930334648921111636).


Aufgabe (2 Punkte)

Erstelle eine Geradengleichung für die Gerade im 2, die durch die beiden Punkte (2,3) und (5,7) verläuft.


Lösung

Die Gerade wird in Punktvektorform durch

{(23)+t((57)(23))t}={(23)+t(310)t}

beschrieben. Die Gleichungsform hat somit die Gestalt

G={(xy)10x+3y=c}

mit einem zu bestimmenden c. Einsetzen des Punktes (23) ergibt  c=29,  also ist

G={(xy)10x+3y=29}.


Aufgabe (2 Punkte)

Kevin zahlt für einen Winterblumenstrauß mit 3 Schneeglöckchen und 4 Mistelzweigen 2,50 € und Jennifer zahlt für einen Strauß aus 5 Schneeglöckchen und 2 Mistelzweigen 2,30 €. Wie viel kostet ein Strauß mit einem Schneeglöckchen und 11 Mistelzweigen?


Lösung

Es sei x der Preis für ein Schneeglöckchen und y der Preis für einen Mistelzweig. Dann gilt

3x+4y=2,50

und

5x+2y=2,30.

Wenn man von der ersten Zeile das Doppelte der zweiten Zeile abzieht, erhält man

7x=2,10

und damit

x=0,30.

Daraus ergibt sich

y=0,40

und somit ist der Preis für den gewünschten Strauß gleich

10,3+110,4=4,70.


Aufgabe (4 Punkte)

Löse das inhomogene lineare Gleichungssystem

3x+z+4w=42x+2y+w=04x+6y+w=2x+3y+5z=3.


Lösung

Wir eliminieren zuerst die Variable z, indem wir die zweite und die dritte Gleichung übernehmen und IV5I hinzunehmen. Dies führt auf

2x+2y+w=04x+6y+w=214x+3y20w=17.

Nun eliminieren wir die Variable w, indem wir (bezogen auf das vorhergehende System) III und III+20I ausrechnen. Dies führt auf

2x+4y=226x+43y=17.

Mit 13III ergibt sich

9y=43

und

y=439.

Rückwärts gelesen ergibt sich

x=12y=779,
w=2x2y=2(779)2439=689

und

z=43x4w=4+37792729=59.


Aufgabe (2 Punkte)

Bestimme für die Teilmenge

T={(a11a12a21a22)a11a22}Mat2×2(),

welche der Untervektorraumaxiome erfüllt sind und welche nicht.


Lösung

Die Nullmatrix erfüllt wegen

00

die angegebene Bedingung und gehört somit zu T. Wenn zwei Matrizen

A=(a11a12a21a22)

und

B=(b11b12b21b22)

zu T gehören, so ist  a11a22  und  b11b22.  Damit ist auch

a11+b11a22+b22

und somit gehört auch die Summe dieser Matrizen zu T. Dagen ist T nicht unter Skalarmultiplikation abgeschlossen. Beispielsweise gehört  C=(0001)  zu T, aber

(1)C=(0001)=(0001)

nicht.


Aufgabe (1 Punkt)

Bestimme (ohne Begründung), welche der folgenden skizzierten geometrischen Objekte im 2 als Lösungsmenge eines linearen (inhomogenen) Gleichungssystems auftreten können (man denke sich die Objekte ins Unendliche fortgesetzt).
















































Lösung

2 (Gerade) und 5 (Punkt) können als Lösungsmenge eines Gleichungssystems auftreten, die anderen nicht.


Aufgabe (3 Punkte)

Drücke in 3 den Vektor

(1,0,0)

als Linearkombination der Vektoren

(1,2,5),(4,0,3) und (2,1,1)

aus.


Lösung

Es geht darum, das lineare Gleichungssystem

x+4y+2z=12x+z=05x+3y+z=0

zu lösen. Wir eliminieren mit Hilfe der dritten Gleichung die Variable y aus der ersten Gleichung. Das resultierende System ist (I=3I4III)

17x+2z=32x+z=05x+3y+z=0.

Wir eliminieren nun aus I mittels II die Variable z, das ergibt (I2II)

13x=32x+z=05x+3y+z=0.
Wir können jetzt dieses System lösen. Es ist
x=313,
z=2x=613

und

y=5xz3=15+639=2139=713.

Also ist

(100)=313(125)+713(403)613(211).


Aufgabe (1 Punkt)

Man gebe im 3 drei Vektoren an, sodass je zwei von ihnen linear unabhängig sind, aber alle drei zusammen linear abhängig.


Lösung erstellen


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei V ein K-Vektorraum und es seien  v1,v2,v3V  Vektoren. Zeige, dass v1,v2,v3 genau dann linear unabhängig sind, wenn v1,v1+v2,v1+v2+v3 linear unabhängig sind.


Lösung

Es seien v1,v2,v3 linear unabhängig und sei

b1v1+b2(v1+v2)+b3(v1+v2+v3)=0

eine Darstellung der 0. Dies bedeutet

(b1+b2+b3)v1+(b2+b3)v2+b3v3=0,

woraus wegen der linearen Unabhängigkeit

b3,b2+b3,b1+b2+b3=0,

also

b1,b2,b3=0

folgt.

Es seien nun umgekehrt v1,v1+v2,v1+v2+v3 linear unabhängig und sei

a1v1+a2v2+a3v3=0

eine Darstellung der 0. Dann ist

0=a1v1+a2v2+a3v3=(a1a2)v1+(a2a3)(v1+v2)+a3(v1+v2+v3).

Daraus ergibt sich

a3,a2a3,a1a2=0

und daraus

a1,a2,a3=0.


Aufgabe (4 Punkte)

Im 3 seien die beiden Untervektorräume

U={s(217)+t(429)s,t}

und

V={p(310)+q(524)p,q}

gegeben. Bestimme eine Basis für UV.


Lösung

Jeder Vektor aus dem Durchschnitt UV besitzt eine Darstellung

s(217)+t(429)=p(310)+q(524).

Die Koeffiziententupel (s,t,p,q) bilden den Lösungsraum des linearen Gleichungssystems

(243512127904)(stpq)=(000),

das wir lösen müssen. Wir ersetzen die erste Gleichung durch

I=I3II:s+10t+q=0

und die dritte Gleichung durch

III=III4I:11s31t=0.

Wir wählen  s=31,  sodass  t=11  sein muss. Dies legt eindeutig q und dann auch p fest. Daher ist der Durchschnitt UV eindimensional und

31(217)+11(429)=(62+443122217+99)=(1069316)

ist ein Basisvektor von UV.


Aufgabe (8 Punkte)

Beweise den Basisaustauschsatz.


Lösung

Wir führen Induktion über k, also über die Anzahl der Vektoren in der Familie. Bei  k=0  ist nichts zu zeigen. Es sei die Aussage für k schon bewiesen und seien k+1 linear unabhängige Vektoren

u1,,uk,uk+1

gegeben. Nach Induktionsvoraussetzung, angewandt auf die

(ebenfalls linear unabhängigen) Vektoren
u1,,uk

gibt es eine Teilmenge  J={i1,i2,,ik}{1,,n}  derart, dass die Familie

u1,,uk,bi,iIJ,

eine Basis von V ist. Wir wollen auf diese Basis das Austauschlemma anwenden. Da eine Basis vorliegt, kann man

uk+1=j=1kcjuj+iIJdibi

schreiben.  Wären hierbei alle Koeffizienten  di=0,   so ergäbe sich sofort ein Widerspruch zur linearen Unabhängigkeit der uj, j=1,,k+1. Es gibt also ein  iIJ  mit  di0.  Wir setzen  ik+1:=i.  Damit ist  J={i1,i2,,ik,ik+1}  eine (k+1)-elementige Teilmenge von {1,,n}. Nach dem Austauschlemma kann man den Basisvektor bik+1 durch uk+1 ersetzen und erhält die neue Basis

u1,,uk,uk+1,bi,iIJ.
  Der Zusatz folgt sofort, da eine k-elementige Teilmenge einer n-elementigen Menge vorliegt.


Aufgabe (5 Punkte)

Es sei K ein Körper und es seien V und W endlichdimensionale K-Vektorräume mit  dimK(V)=n  und  dimK(W)=m.  Welche Dimension besitzt der Produktraum V×W?


Lösung

Der Produktraum besitzt die Dimension n+m. Um dies zu beweisen sei v1,,vn eine Basis von V und w1,,wm eine Basis von W. Wir behaupten, dass die Elemente

(vj,0),j{1,,n}, und (0,wi),i{1,,m},

eine Basis von V×W bilden.

Es sei  (v,w)V×W.  Dann gibt es Darstellungen

v=j=1najvj und w=i=1mbiwi.

Daher ist

(v,w)=(j=1najvj,i=1mbiwi)=(j=1najvj,0)+(0,i=1mbiwi)=j=1naj(vj,0)+i=1mbi(0,wi),

d.h., es liegt ein Erzeugendensystem vor.

Zum Nachweis der linearen Unabhängigkeit sei

j=1naj(vj,0)+i=1mbi(0,wi)=0=(0,0)

angenommen. Die gleiche Rechnung rückwärts ergibt

(j=1najvj,i=1mbiwi)=(0,0)

und das bedeutet

j=1najvj=0 und i=1mbiwi=0.

Da es sich jeweils um Basen handelt, folgt  aj=0  für alle j und  bi=0  für alle i.