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Kurs:Grundkurs Mathematik (Osnabrück 2016-2017)/Teil II/Arbeitsblatt 47

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Die Pausenaufgabe

Heinz Ngolo und Mustafa Müller sagen abwechselnd reelle Zahlen auf. Dabei sind die Zahlen von Heinz alle positiv und fallen, die Zahlen von Mustafa sind negativ und wachsen. Es sei (xn)n die dadurch gegebene Folge.

  1. Kann (xn)n gegen eine von 0 verschiedene Zahl konvergieren?
  2. Muss (xn)n gegen 0 konvergieren?




Übungsaufgaben

Zeige, dass der einzige Körperisomorphismus

φ:

die Identität ist.



Es sei K ein Körper, R ein Ring mit  01  und

φ:KR

ein Ringhomomorphismus. Zeige, dass φ injektiv ist.



Es sei  u  und  v

  1. Zeige, dass u genau dann irrational ist, wenn u+v irrational ist.
  2. Es sei zusätzlich  v0.  Zeige, dass u genau dann irrational ist, wenn uv irrational ist.




a) Man gebe ein Beispiel für rationale Zahlen  a,b,c]0,1[  mit

a2+b2=c2.


b) Man gebe ein Beispiel für rationale Zahlen  a,b,c]0,1[  mit

a2+b2c2.


c) Man gebe ein Beispiel für irrationale Zahlen  a,b]0,1[  und eine rationale Zahl  c]0,1[  mit

a2+b2=c2.



Zeige, dass es keinen Gruppenhomomorphismus

φ:(,0,+)G

in eine Gruppe G mit der Eigenschaft gibt, dass  r  genau dann irrational ist, wenn  φ(r)=0  ist.



Es sei  u  eine irrationale Zahl und sei

G={a+bua,b}.


a) Zeige, dass G eine Untergruppe von (,0,+) ist.


b) Zeige, dass es kein Element  v  mit

G=v={cvc}

gibt.


c) Zeige, dass es in G kein positives minimales Element gibt.



Es sei K ein angeordneter Körper und (xn)n eine Folge in K. Wir definieren zwei Folgen mit den Anfangswerten  y0=x0  und  z0=0  rekursiv durch

yn+1={yn+xn+1xn, falls xn+1xn,yn sonst,

und

zn+1={zn+xn+1xn, falls xn+1<xn,zn sonst.
  1. Zeige, dass (yn)n wachsend ist.
  2. Zeige, dass (zn)n fallend ist.
  3. Zeige
    xn=yn+zn.

    Man kann also jede Folge als Summe einer wachsenden und einer fallenden Folge darstellen.



Es sei K ein angeordneter Körper. Zeige, dass man die alternierende Folge (1)n nicht als Summe

(1)n=yn+zn

schreiben kann, wenn (yn)n und (zn)n beschränkte und monotone Folgen sind.



Es sei  a.  Zu einem Startwert  x0  sei eine reelle Folge rekursiv durch

xn+1=xn+a2

definiert. Zeige die folgenden Aussagen.

(a) Bei  x0>a  ist  xn>a  für alle  n  und die Folge ist streng fallend.

(b) Bei  x0=a  ist die Folge konstant.

(c) Bei  x0<a  ist  xn<a  für alle  n  und die Folge ist streng wachsend.

(d) Die Folge konvergiert.

(e) Der Grenzwert ist a.



Es sei K ein archimedisch angeordneter Körper mit der Eigenschaft, dass jede wachsende, nach oben beschränkte Folge in K konvergiert. Zeige, dass K vollständig ist.


Die Folge der Fibonacci-Zahlen fn ist rekursiv durch

f1:=1,f2:=1 und fn+2:=fn+1+fn

definiert.



Es sei (fn)n die Folge der Fibonacci-Zahlen und

xn=fnfn1.

Zeige, dass diese Folge in konvergiert und dass der Grenzwert x die Bedingung

x=1+x1

erfüllt. Berechne daraus x.



Beweise durch Induktion die Binet-Formel für die Fibonacci-Zahlen. Diese besagt, dass

fn=(1+52)n(152)n5

gilt (n0).



Es sei  a0  und  k+.  Zeige, dass zu einem beliebigen Startwert  x0+  durch

xn+1:=(k1)xn+axnk1k

eine Folge definiert wird, die gegen ak konvergiert.



Entscheide, ob die Folge

an=2n33n2

konvergiert, und bestimme gegebenenfalls den Grenzwert.



Bestimme die rationale Zahl, die im Dezimalsystem durch

0,1105

gegeben ist.



Bestimme die Ziffernentwicklung im Dualsystem derjenigen reellen Zahl, die im Dezimalsystem durch 0,3 gegeben ist.



Bestimme die Ziffernentwicklung im Dreiersystem derjenigen reellen Zahl, die im Dezimalsystem durch 0,17 gegeben ist.



Es sei m+ und sei

x=0,001

die reelle Zahl mit Periodenlänge m (die Periode besteht aus m1 Nullen und einer 1). Sei

y=i=0m1zi10i

mit zi{0,1,2,,9}. Zeige

xy=0,zm1zm2z1z0.



Die Situation im Schildkröten-Paradoxon von Zenon von Elea ist folgendermaßen: Eine langsame Schildkröte (mit der Kriechgeschwindigkeit  v>0 ) hat einen Vorsprung  s>0  gegenüber dem schnelleren Achilles (mit der Geschwindigkeit  w>v  und dem Startpunkt 0). Sie starten gleichzeitig. Achilles kann die Schildkröte nicht einholen: Wenn er beim Ausgangspunkt der Schildkröte  s0=s  ankommt, so ist die Schildkröte nicht mehr dort, sondern ein Stück weiter, sagen wir an der Stelle  s1>s0.  Wenn Achilles an der Stelle s1 ankommt, so ist die Schildkröte wieder ein Stück weiter, an der Stelle  s2>s1,  usw.

Berechne die Folgenglieder sn, die zugehörigen Zeitpunkte tn sowie die jeweiligen Grenzwerte. Vergleiche diese Grenzwerte mit den direkt berechneten Überholungsdaten.



Es sei  k2.  Zeige, dass die Reihe

n=11nk

konvergiert.



Zeige, dass die Folge (an)n mit  an=1n+1++12n  konvergiert.



Es sei K ein archimedisch angeordneter Körper mit der Eigenschaft, dass jede Dezimalbruchfolge in K konvergiert. Zeige, dass K vollständig ist.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Die Teilmenge

S=+3={x+y3x,y}

ist ein Körper. Zeige, dass es einen von der Identität verschiedenen bijektiven Ringhomomorphismus

φ:SS

gibt.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme den Grenzwert der durch

xn=2n+5n+75n+3n4

definierten reellen Folge.



Aufgabe (6 Punkte)

Es sei K ein angeordneter Körper und (xn)n eine Cauchy-Folge in K. Zeige, dass man im Allgemeinen nicht

xn=yn+zn

mit einer wachsenden Cauchy-Folge (yn)n und einer fallenden Cauchy-Folge (zn)n schreiben kann.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei  xn0  eine konvergente Folge mit dem Grenzwert x. Zeige, dass die Folge xn gegen x konvergiert.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme die rationale Zahl, die im Dezimalsystem durch

0,234707

gegeben ist.



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