Zum Inhalt springen

Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2017-2018)/Teil I/Arbeitsblatt 28

Aus Wikiversity



Die Pausenaufgabe

Betrachte die Matrix

(2305)

und die drei Zerlegungen

(2305)=(2005)+(0300),
(2305)=(2305)+(0000)

und

(2005)=(2005)+(0000).

Welche ist (sind) die kanonische additive Zerlegung im Sinne von Satz 28.1 (und bezüglich welcher Basis)?




Übungsaufgaben

Es sei

D=(a11000a220000an1n1000ann).

Zeige, dass D mit jeder anderen n×n-Matrix M genau dann kommutiert, wenn alle Diagonaleinträge übereinstimmen.



Beschreibe die direkte Summenzerlegung der pi bezüglich der Haupträume aus dem Beweis zu Satz 28.1.



Eine lineare Abbildung

φ:22

werde bezüglich der Standardbasis durch die Matrix

(3503)

beschrieben. Finde eine Basis, bezüglich der φ durch die Matrix

(3103)

beschrieben wird.



Eine lineare Abbildung

φ:33

werde bezüglich der Standardbasis durch die Matrix

(227026002)

beschrieben. Finde eine Basis, bezüglich der φ durch die Matrix

(210021002)

beschrieben wird.



Bestimme zur reellen Matrix

M=(3524036100320003)

die jordansche Normalform. (Es muss keine Basis angegeben werden, bezüglich der jordansche Normalform vorliegt.)



Es sei M eine nilpotente n×n-Jordanmatrix. Zeige, dass die Kerne kernMi eine Fahne in Kn bilden.



Es sei M eine n×n-Jordanmatrix zum Eigenwert λ. Bestimme das Minimalpolynom von M.



Es sei M eine n×n-Matrix mit den Jordanblöcken J1,,Jk, wobei die Diagonaleinträge konstant gleich λ seien. Bestimme das Minimalpolynom von M.



Es sei M eine Matrix in jordanscher Normalform, wobei nur ein Eigenwert auftrete. Zeige, dass die Anzahl der Jordanblöcke in M gleich der Dimension des Eigenraumes ist.



Zeige, dass das Produkt von zwei Matrizen in jordanscher Normalform nicht in jordanscher Normalform sein muss.



Es sei M eine n×n-Matrix in jordanscher Normalform und es sei D die zugehörige Diagonalmatrix. Zeige, dass die kanonische additive Zerlegung im Sinne von Satz 28.1 gleich

M=D+(MD)

ist.



Es sei φ:VV eine trigonalisierbare lineare Abbildung mit der kanonischen additiven Zerlegung

φ=φdiag+φnil

im Sinne von Satz 28.1. Zeige, dass die Eigenwerte von φ und von φdiag übereinstimmen. Gilt dies auch für ihre algebraische Vielfachheit, gilt dies für ihre geometrische Vielfachheit?



Es sei

M=(λ10λ)

mit  λK.  Zeige durch Induktion, dass

Mn=(λnnλn10λn)

ist.



Die Matrix

M=(0110)

beschreibt eine Vierteldrehung in der reellen Ebene. Diagonalisiere diese Matrix über den komplexen Zahlen.



Es sei φ:VV eine lineare Abbildung auf einem endlichdimensionalen K-Vektorraum V. Zeige, dass φ genau dann endliche Ordnung besitzt, wenn das Minimalpolynom von φ ein Teiler von Xn1 für ein  n+  ist.



Es sei φ:VV eine lineare Abbildung auf einem endlichdimensionalen -Vektorraum V mit endlicher Ordnung. Zeige, dass das charakteristische Polynom von φ ein Polynom der Form (Xn11)(Xnr1) teilt. Zeige, dass das charakteristische Polynome im Allgemeinen nicht ein Polynom der Form Xn1 teilt.



Es sei φ:VV eine lineare Abbildung auf einem endlichdimensionalen -Vektorraum V mit endlicher Ordnung. Zeige, dass das charakteristische Polynom von φ ein Polynom der Form (Xn11)(Xnr1) teilt.


Man sagt, dass ein Körper K positive Charakteristik besitzt, wenn für eine positive natürliche Zahl p+ die Gleichung  p=0  gilt. Die Körper ,, haben diese Eigenschaft nicht, man sagt, dass sie Charakteristik 0 haben. Endliche Körper haben positive Charakteristik, und zwar ist die Charakteristik immer eine Primzahl.


Es sei K ein Körper mit positiver Charakteristik  p>0.  Zeige, dass die Matrix

(1101)

die endliche Ordnung p besitzt.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Eine lineare Abbildung

φ:33

werde bezüglich der Standardbasis durch die Matrix

(234025002)

beschrieben. Finde eine Basis, bezüglich der φ durch die Matrix

(210021002)

beschrieben wird.



Aufgabe (4 Punkte)

Bestimme eine Basis, bezüglich der die durch

M=(4601052700440005)

gegebene lineare Abbildung jordansche Normalform besitzt.



Aufgabe (2 Punkte)

Es sei M eine Jordanmatrix zum Eigenwert λ. Zeige, dass der Eigenraum von M zum Eigenwert λ eindimensional ist und dass es keine weiteren Eigenvektoren gibt.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei

φ:VV

ein Endomorphismus, der bezüglich einer geeigneten Basis durch eine n×n-Jordanmatrix beschrieben wird. Zeige, dass es keine direkte Summenzerlegung

V=UW

in φ-invariante Untervektorräume  U,WV  gibt.



Aufgabe (8 (4+2+2) Punkte)

Es seien  n+  und ein Körper K der Charakteristik 0 fixiert. Zu einer nilpotenten n×n-Matrix M sei expM durch

expM=k=0n1k!Mk

definiert.

a) Zeige, dass für vertauschbare nilpotente Matrizen M,N die Gleichheit

exp(M+N)=expMexpN

gilt.


b) Zeige, dass für eine nilpotente Matrix M die Matrix expM invertierbar ist.


c) Zeige, dass für eine nilpotente Matrix M die Matrix expM unipotent ist.


<< | Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2017-2018)/Teil I | >>

PDF-Version dieses Arbeitsblattes

Zur Vorlesung (PDF)