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Kurs:Analysis (Osnabrück 2014-2016)/Teil I/Definitionsfrageliste

Aus Wikiversity



Definition:Produktmenge

Es seien zwei Mengen und gegeben. Dann nennt man die Menge

die Produktmenge der beiden Mengen.


Produktmenge/Zwei Mengen/Definition


Frage: Die Produktmenge aus zwei Mengen und .


Antwort: Man nennt die Menge

die Produktmenge der Mengen und .





Definition:Potenzmenge

Zu einer Menge nennt man die Menge aller Teilmengen von die Potenzmenge von . Sie wird mit

bezeichnet.


Mengen/Potenzmenge/Definition


Frage: Die Potenzmenge zu einer Menge .


Antwort: Zu einer Menge nennt man die Menge aller Teilmengen von die Potenzmenge von .





Definition:Abbildung

Es seien und Mengen. Eine Abbildung von nach ist dadurch gegeben, dass jedem Element der Menge genau ein Element der Menge zugeordnet wird. Das zu    eindeutig bestimmte Element wird mit bezeichnet. Die Abbildung drückt man als Ganzes häufig durch

aus.


Theorie der Abbildungen/Abbildung/Definition


Frage: Eine Abbildung von einer Menge in eine Menge .


Antwort: Eine Abbildung von nach ist dadurch gegeben, dass jedem Element der Menge genau ein Element der Menge zugeordnet wird.





Definition:Injektiv

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann heißt injektiv, wenn für je zwei verschiedene Elemente    auch und verschieden sind.


Abbildung/Injektiv/Definition


Frage: Eine injektive Abbildung


Antwort: Die Abbildung

ist injektiv, wenn für je zwei verschiedene Elemente auch und verschieden sind.





Definition:Surjektiv

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann heißt surjektiv, wenn es für jedes    mindestens ein Element    mit

gibt.


Abbildung/Surjektiv/Definition


Frage: Eine surjektive Abbildung


Antwort: Die Abbildung heißt surjektiv, wenn es für jedes mindestens ein Element mit gibt.





Definition:Bijektiv

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Dann heißt bijektiv, wenn sowohl injektiv als auch surjektiv ist.


Abbildung/Bijektiv/Definition


Frage: Eine bijektive Abbildung


Antwort: Die Abbildung heißt bijektiv, wenn sie sowohl injektiv als auch surjektiv ist.





Definition:Umkehrabbildung

Es sei eine bijektive Abbildung. Dann heißt die Abbildung

die jedes Element    auf das eindeutig bestimmte Element    mit    abbildet, die Umkehrabbildung zu .


Abbildung/Bijektiv/Umkehrabbildung/Definition


Frage: Die Umkehrabbildung zu einer bijektiven Abbildung .


Antwort: Die Abbildung

die jedes Element    auf das eindeutig bestimmte Element    mit    abbildet, heißt die Umkehrabbildung zu .





Definition:Hintereinanderschaltung

Es seien und Mengen und

und

Abbildungen. Dann heißt die Abbildung

die Hintereinanderschaltung der Abbildungen und .


Abbildung/Hintereinanderschaltung/Definition


Frage: Die Hintereinanderschaltung der Abbildungen

und


Antwort: Die Abbildung

heißt die Hintereinanderschaltung der Abbildungen und .





Definition:Bild unter einer Abbildung

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge    heißt

das Bild von unter . Für    heißt

das Bild der Abbildung.


Abbildung/Bild einer Abbildung/Definition


Frage: Das Bild einer Abbildung


Antwort: Das Bild von ist die Menge





Definition:Urbild unter einer Abbildung

Es seien und Mengen und es sei

eine Abbildung. Zu einer Teilmenge    heißt

das Urbild von unter . Für eine einelementige Teilmenge    heißt

das Urbild von .


Abbildung/Urbild einer Abbildung/Definition


Frage: Das Urbild zu einer Teilmenge    unter einer Abbildung .


Antwort: Zu einer Teilmenge heißt

das Urbild von unter .





Definition:Verknüpfung

Eine Verknüpfung auf einer Menge ist eine Abbildung


Verknüpfung/Definition


Frage: Eine Verknüpfung auf einer Menge .


Antwort: Eine Verknüpfung auf einer Menge ist eine Abbildung





Definition:Kommutative Verknüpfung

Eine Verknüpfung

auf einer Menge heißt kommutativ, wenn für alle    die Gleichheit

gilt.


Verknüpfung/Kommutativ/Definition


Frage: Die Kommutativität einer Verknüpfung


Antwort: Eine Verknüpfung

heißt kommutativ, wenn für alle die Gleichheit

gilt.





Definition:Assoziative Verknüpfung

Eine Verknüpfung

auf einer Menge heißt assoziativ, wenn für alle    die Gleichheit

gilt.


Verknüpfung/Assoziativ/Definition


Frage: Die Assoziativität einer Verknüpfung


Antwort: Eine Verknüpfung

heißt assoziativ, wenn für alle die Gleichheit

gilt.





Definition:Neutrales Element

Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

gegeben. Dann heißt ein Element    neutrales Element der Verknüpfung, wenn für alle    die Gleichheit    gilt.


Verknüpfung/Neutrales Element/Definition


Frage: Ein neutrales Element zu einer Verknüpfung


Antwort: Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

gegeben. Dann heißt ein Element neutrales Element der Verknüpfung, wenn für alle die Gleichheit

gilt.





Definition:Inverses Element

Es sei eine Menge mit einer Verknüpfung

und einem neutralen Element    gegeben. Dann heißt zu einem Element    ein Element    inverses Element (zu ), wenn die Gleichheit

gilt.


Verknüpfung/Inverses Element/Definition


Frage: Ein inverses Element zu einem Element bezüglich einer Verknüpfung

mit einem neutralen Element .


Antwort: Zu heißt inverses Element, wenn die Gleichheit

gilt.





Definition:Gruppe

Eine Menge mit einem ausgezeichneten Element    und mit einer Verknüpfung

heißt Gruppe, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

  1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. für alle    gilt
  2. Das Element ist ein neutrales Element, d.h. für alle    gilt
  3. Zu jedem    gibt es ein inverses Element, d.h. es gibt ein    mit

Gruppentheorie/Gruppe/Direkt/Definition


Frage: Eine Gruppe.


Antwort: Eine Menge mit einem ausgezeichneten Element und mit einer Verknüpfung

heißt Gruppe, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

  1. Die Verknüpfung ist assoziativ, d.h. für alle gilt
  2. Das Element ist ein neutrales Element, d.h. für alle gilt
  3. Zu jedem gibt es ein inverses Element, d.h. es gibt ein mit





Definition:Körper (ausführlich)

Eine Menge heißt ein Körper, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

und zwei verschiedene Elemente    gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

  1. Axiome der Addition
    1. Assoziativgesetz: Für alle    gilt:  
    2. Kommutativgesetz: Für alle    gilt  
    3. ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle    ist  
    4. Existenz des Negativen: Zu jedem    gibt es ein Element    mit  
  2. Axiome der Multiplikation
    1. Assoziativgesetz: Für alle    gilt:  
    2. Kommutativgesetz: Für alle    gilt  
    3. ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle    ist  
    4. Existenz des Inversen: Zu jedem    mit    gibt es ein Element    mit  
  3. Distributivgesetz: Für alle    gilt  

Körpertheorie (Algebra)/Körper/Direkt/Definition


Frage: Ein Körper.


Antwort: Eine Menge heißt ein Körper, wenn es zwei Verknüpfungen (genannt Addition und Multiplikation)

und zwei verschiedene Elemente gibt, die die folgenden Eigenschaften erfüllen.

  1. Axiome der Addition
    1. Assoziativgesetz: Für alle gilt: .
    2. Kommutativgesetz: Für alle gilt .
    3. ist das neutrale Element der Addition, d.h. für alle ist .
    4. Existenz des Negativen: Zu jedem gibt es ein Element mit .
  2. Axiome der Multiplikation
    1. Assoziativgesetz: Für alle gilt: .
    2. Kommutativgesetz: Für alle gilt .
    3. ist das neutrale Element der Multiplikation, d.h. für alle ist .
    4. Existenz des Inversen: Zu jedem mit gibt es ein Element mit .
  3. Distributivgesetz: Für alle gilt .





Definition:Rationale Zahl

Unter einer rationalen Zahl versteht man einen Ausdruck der Form

wobei    und    sind, und wobei zwei Ausdrücke und genau dann als gleich betrachtet werden, wenn    (in ) gilt. Die Menge aller rationalen Zahlen wird mit bezeichnet.


Rationale Zahlen/Brüche/Definition


Frage: Eine rationale Zahl.


Antwort: Unter einer rationalen Zahl versteht man einen Ausdruck der Form

wobei und sind, und wobei zwei Ausdrücke und genau dann als gleich betrachtet werden, wenn (in ) gilt.





Definition:Fakultät

Zu einer natürlichen Zahl nennt man die Zahl

die Fakultät von (sprich Fakultät).


Natürliche Zahlen/Fakultät/Definition


Frage: Die Fakultät einer natürlichen Zahl .


Antwort: Unter der Fakultät von versteht man die Zahl





Definition:Binomialkoeffizient

Es seien und natürliche Zahlen mit  .  Dann nennt man

den Binomialkoeffizienten über “.


Binomialkoeffizient/Definition


Frage: Der Binomialkoeffizient .


Antwort: Der Binomialkoeffizient ist durch

definiert.





Definition:Relation

Es seien und Mengen. Eine Relation zwischen und ist eine Teilmenge  


Mengentheorie/Relationen/Relation/Definition


Frage: Eine Relation zwischen den Mengen und .


Antwort: Eine Relation zwischen und ist eine Teilmenge .





Definition:Ordnungsrelation

Eine Relation auf einer Menge heißt Ordnungsrelation oder Ordnung, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind.

  1. Es ist    für alle  
  2. Aus    und    folgt stets  
  3. Aus    und    folgt  

Ordnungstheorie/Ordnungsrelation/Definition


Frage: Eine Ordnungsrelation auf einer Menge .


Antwort: Die Relation heißt Ordnungsrelation, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind.

  1. Es ist für alle .
  2. Aus und folgt stets .
  3. Aus und folgt .





Definition:Lineare Ordnung

Eine Ordnungsrelation auf einer Menge heißt lineare Ordnung (oder totale Ordnung), wenn zu je zwei Elementen    die Beziehung oder gilt.


Ordnungstheorie/Lineare Ordnung/Definition


Frage: Eine lineare (oder totale) Ordnung auf einer Menge .


Antwort: Eine Ordnungsrelation auf heißt lineare Ordnung, wenn zu je zwei Elementen die Beziehung oder gilt.





Definition:Angeordneter Körper

Ein Körper heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung auf gibt, die die beiden Eigenschaften

  1. Aus    folgt    (für beliebige ),
  2. Aus    und    folgt    (für beliebige ),

erfüllt.


Körpertheorie/Angeordneter Körper/Definition


Frage: Ein angeordneter Körper.


Antwort: Ein Körper heißt angeordnet, wenn es eine totale Ordnung “ auf gibt, die die beiden Eigenschaften

  1. Aus folgt (für beliebige )
  2. Aus und folgt (für beliebige )

erfüllt.




Definition:Betrag (angeordneter Körper)

In einem angeordneten Körper ist der Betrag eines Elementes    folgendermaßen definiert.



Definition:Archimedisch angeordnet

Es sei ein angeordneter Körper. Dann heißt archimedisch angeordnet, wenn das folgende Archimedische Axiom gilt, d.h. wenn es zu jedem    eine natürliche Zahl mit

gibt.



Definition:Gaußklammer

Es sei ein archimedisch angeordneter Körper und  .  Die Gaußklammer von ist durch

definiert.



Definition:Folge

Es sei eine Menge. Eine Abbildung

nennt man auch eine Folge in . Eine Folge wird häufig in der Form

geschrieben.



Definition:Konvergenz einer Folge

Es sei eine Folge in einem angeordneten Körper und es sei  .  Man sagt, dass die Folge gegen konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

Zu jedem , , gibt es ein    derart, dass für alle    die Beziehung

gilt. In diesem Fall heißt der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert.), andernfalls, dass sie divergiert.



Definition:Beschränktheits-Eigenschaften

Es sei ein angeordneter Körper und    eine Teilmenge.

  1. Ein Element    heißt eine obere Schranke für , wenn    für alle    gilt.
  2. Ein Element    heißt eine untere Schranke für , wenn    für alle    gilt.
  3. heißt nach oben beschränkt, wenn eine obere Schranke für existiert .
  4. heißt nach unten beschränkt, wenn eine untere Schranke für existiert.
  5. heißt beschränkt , wenn sowohl nach oben als auch nach unten beschränkt ist.
  6. Ein Element    heißt das Maximum von , wenn    für alle    gilt.
  7. Ein Element    heißt das Minimum von , wenn    für alle    gilt.
  8. Eine obere Schranke von heißt das Supremum von , wenn    für alle oberen Schranken von gilt.
  9. Eine untere Schranke von heißt das Infimum von , wenn    für alle unteren Schranken von gilt.


Definition:Teilfolge

Es sei ein angeordneter Körper und sei eine Folge in . Zu jeder streng wachsenden Abbildung , , heißt die Folge

eine Teilfolge der Folge.



Definition:Häufungspunkt

Es sei eine Folge in einem angeordneten Körper . Ein Element    heißt Häufungspunkt der Folge, wenn es für jedes    unendlich viele Folgenglieder mit    gibt.



Definition:Bestimmt divergent

Eine Folge in einem angeordneten Körper heißt bestimmt divergent gegen , wenn es zu jedem    ein    mit

gibt. Sie heißt bestimmt divergent gegen , wenn es zu jedem    ein    mit

gibt.



Definition:Wachsende Folge

Es sei ein angeordneter Körper und sei eine Folge in . Dann heißt die Folge wachsend, wenn    ist für alle  ,  und streng wachsend, wenn    ist für alle  .  Die Folge heißt fallend, wenn    ist für alle    und streng fallend, wenn    ist für alle  



Definition:Cauchy-Folge

Es sei ein angeordneter Körper. Eine Folge in heißt Cauchy-Folge, wenn folgende Bedingung erfüllt ist.

Zu jedem , , gibt es ein    derart, dass für alle    die Abschätzung

gilt.



Definition:Vollständig angeordneter Körper

Ein angeordneter Körper heißt vollständig oder vollständig angeordnet, wenn jede Cauchy-Folge in konvergiert (also in einen Grenzwert besitzt).



Definition:Körper der reellen Zahlen

Einen archimedisch angeordneten vollständigen Körper nennt man Körper der reellen Zahlen. Er wird mit bezeichnet.



Definition:Intervallschachtelung

Es sei ein angeordneter Körper. Eine Folge von abgeschlossenen Intervallen

in heißt eine Intervallschachtelung, wenn    für alle    ist und wenn die Folge der Intervalllängen, also

gegen konvergiert.



Definition:Eulersche Zahl

Die reelle Zahl

heißt Eulersche Zahl.



Definition:Komplexe Zahlen

Die Menge mit und , mit der komponentenweisen Addition und der durch

definierten Multiplikation nennt man Körper der komplexen Zahlen. Er wird mit

bezeichnet.



Definition:Real- und Imaginärteil

Zu einer komplexen Zahl

heißt

der Realteil von und

heißt der Imaginärteil von .



Definition:Komplexe Konjugation

Die Abbildung

heißt komplexe Konjugation.



Definition:Betrag einer komplexen Zahl

Zu einer komplexen Zahl

ist der Betrag durch

definiert.



Definition:Reihe

Es sei eine Folge von komplexen Zahlen. Unter der Reihe versteht man die Folge der Partialsummen

Falls die Folge konvergiert, so sagt man, dass die Reihe konvergiert. In diesem Fall schreibt man für den Grenzwert ebenfalls

und nennt ihn die Summe der Reihe.



Definition:Absolute Konvergenz einer Reihe

Eine Reihe

von komplexen Zahlen heißt absolut konvergent, wenn die Reihe

konvergiert.



Definition:Polynomring

Der Polynomring über einem Körper besteht aus allen Polynomen

mit  ,   ,  und mit komponentenweiser Addition und einer Multiplikation, die durch distributive Fortsetzung der Regel

definiert ist.



Definition:Grad eines Polynoms

Der Grad eines von verschiedenen Polynoms

mit    ist .



Definition:Rationale Funktion

Es sei ein Körper. Zu Polynomen , , heißt die Funktion

wobei    das Komplement der Nullstellen von ist, eine rationale Funktion.



Definition:Gleichmächtigkeit von Mengen

Zwei Mengen und heißen gleichmächtig, wenn es eine bijektive Abbildung

gibt.


Definition:Endliche Menge

Eine Menge heißt endlich mit Elementen, wenn es eine Bijektion

gibt.



Definition:Abzählbar

Eine Menge heißt abzählbar, wenn sie leer ist oder wenn es eine surjektive Abbildung

gibt.



Definition:Abzählbar unendlich

Eine Menge heißt abzählbar unendlich, wenn sie abzählbar, aber nicht endlich ist.



Definition:Stetige Funktion

Es sei    eine Teilmenge,

eine Funktion und  .  Man sagt, dass stetig im Punkt ist, wenn es zu jedem    ein    derart gibt, dass für alle mit    die Abschätzung    gilt. Man sagt, dass stetig ist, wenn sie in jedem Punkt    stetig ist.



Definition:Grenzwert einer Funktion

Es sei    eine Teilmenge und sei    ein Punkt. Es sei

eine Funktion. Dann heißt    Grenzwert (oder Limes) von in , wenn es zu jedem    ein    derart gibt, dass für jedes    aus

die Abschätzung

folgt. In diesem Fall schreibt man



Definition:Maximum und Minimum

Es sei eine Menge und

eine Funktion. Man sagt, dass in einem Punkt    das Maximum annimmt, wenn

und dass das Minimum annimmt, wenn



Definition:Lokales Maximum und Minimum

Es sei    eine Teilmenge und sei

eine Funktion. Man sagt, dass in einem Punkt    ein lokales Maximum besitzt, wenn es ein    derart gibt, dass für alle    mit    die Abschätzung

gilt. Man sagt, dass in    ein lokales Minimum besitzt, wenn es ein    derart gibt, dass für alle    mit    die Abschätzung

gilt.



Definition:Gleichmäßig stetig

Es sei    eine Teilmenge,

eine Funktion. Dann heißt gleichmäßig stetig, wenn es zu jedem    ein    mit folgender Eigenschaft gibt: Für alle    mit    ist  



Definition:Stetige Fortsetzung

Es sei    eine Teilmenge,

eine stetige Funktion und es sei  .  Dann heißt eine Abbildung

eine stetige Fortsetzung von , wenn stetig ist und    für alle    gilt.



Definition:Berührpunkt

Es sei  .  Ein Punkt    heißt Berührpunkt von , wenn es (mindestens) eine Folge    gibt, die gegen konvergiert.



Definition:Reelle Exponentialfunktion zu einer Basis

Es sei eine positive reelle Zahl. Die Funktion

heißt Exponentialfunktion zur Basis .



Definition:Cauchy-Produkt

Zu Reihen und komplexer Zahlen heißt die Reihe

das Cauchy-Produkt der beiden Reihen.



Definition:Potenzreihe

Es sei eine Folge von komplexen Zahlen und eine weitere komplexe Zahl. Dann heißt die Reihe

die Potenzreihe in zu den Koeffizienten .



Definition:Exponentialreihe

Für jedes    heißt die Reihe

die Exponentialreihe in .



Definition:Exponentialfunktion

Die Abbildung

heißt (komplexe) Exponentialfunktion.



Definition:Sinusreihe und Kosinusreihe

Für    heißt

die Kosinusreihe und

die Sinusreihe zu .



Definition:Punktweise konvergente Funktionenfolge

Es sei eine Menge und

() eine Folge von Funktionen. Man sagt, dass die Funktionenfolge punktweise konvergiert, wenn für jedes    die Folge

(in ) konvergiert.



Definition:Gleichmäßig konvergente Funktionenfolge

Es sei eine Menge und

() eine Folge von Funktionen. Man sagt, dass die Funktionenfolge gleichmäßig konvergiert, wenn es eine Funktion

derart gibt, dass es zu jedem    ein mit

gibt.



Definition:Supremumsnorm

Es sei eine Menge und

eine Funktion. Dann nennt man

das Supremum (oder die Supremumsnorm) von . Es ist eine nichtnegative reelle Zahl oder .



Definition:Konvergenzradius

Für eine Potenzreihe

heißt

der Konvergenzradius der Potenzreihe. Das ist eine nichtnegative reelle Zahl oder .



Definition:Natürlicher Logarithmus

Der natürliche Logarithmus

ist als die Umkehrfunktion der reellen Exponentialfunktion definiert.



Definition:Exonentialfunktion zu einer Basis

Zu einer positiven reellen Zahl    definiert man die Exponentialfunktion zur Basis von    als



Definition:Logarithmus zu einer Basis

Zu einer positiven reellen Zahl , , wird der Logarithmus zur Basis von    durch

definiert.



Definition:Summierbare Familie

Es sei eine Indexmenge und , , eine Familie von komplexen Zahlen. Diese Familie heißt summierbar, wenn es ein    mit folgender Eigenschaft gibt: Zu jedem    gibt es eine endliche Teilmenge    derart, dass für alle endlichen Teilmengen    mit    die Beziehung

gilt. Dabei ist  .  Im summierbaren Fall heißt die Summe der Familie.



Definition:Cauchy-Familie

Es sei eine Indexmenge und , , eine Familie von komplexen Zahlen. Diese Familie heißt eine Cauchy-Familie, wenn es zu jedem    eine endliche Teilmenge    derart gibt, dass für jede endliche Teilmenge    mit    die Beziehung

gilt. Dabei ist  



Definition:Differenzenquotient

Es sei    offen,    ein Punkt und

eine Funktion. Zu , , heißt die Zahl

der Differenzenquotient von zu und .



Definition:Differenzierbarkeit

Es sei    offen,    ein Punkt und

eine Funktion. Man sagt, dass differenzierbar in ist, wenn der Limes

existiert. Im Fall der Existenz heißt dieser Limes der Differentialquotient oder die Ableitung von in , geschrieben



Definition:Ableitungsfunktion

Es sei    offen und

eine Funktion. Man sagt, dass differenzierbar ist, wenn für jeden Punkt    die Ableitung von in existiert. Die Abbildung

heißt die Ableitung (oder Ableitungsfunktion) von .



Definition:Höhere Ableitungen

Es sei    offen und

eine Funktion. Man sagt, dass -mal differenzierbar ist, wenn -mal differenzierbar ist und die -te Ableitung differenzierbar ist. Die Ableitung

nennt man dann die -te Ableitung von .



Definition:N-mal stetig differenzierbar

Es sei    offen und

eine Funktion. Man sagt, dass n-mal stetig differenzierbar ist, wenn n-mal differenzierbar ist und die n-te Ableitung stetig ist.



Definition:Konvexe Teilmenge

Eine Teilmenge    heißt konvex, wenn mit je zwei Punkten    auch jeder Punkt der Verbindungsstrecke, also jeder Punkt der Form

ebenfalls zu gehört.



Definition:Subgraph

Es sei    eine Teilmenge und

eine Funktion. Dann nennt man die Menge

den Subgraphen und

den Epigraphen der Funktion.



Definition:Konvexe Funktion

Es sei    ein Intervall und

eine Funktion. Man sagt, dass konvex ist, wenn der Epigraph konvex ist.



Definition:Konkave Funktion

Es sei    ein Intervall und

eine Funktion. Man sagt, dass konkav ist, wenn der Subgraph konvex ist.



Definition:Wendepunkt

Es sei

eine auf einem Intervall    definierte Funktion und    ein innerer Punkt von . Man sagt, dass in ein Wendepunkt von vorliegt, wenn es ein    derart gibt, dass auf konvex (konkav) und auf konkav (konvex) ist.



Definition:Die Zahl

Es sei die eindeutig bestimmte reelle Nullstelle der Kosinusfunktion aus dem Intervall . Die Kreiszahl ist durch

definiert.



Definition:Komplexe Einheitswurzel

Es sei  .  Dann heißen die komplexen Nullstellen des Polynoms

-te komplexe Einheitswurzeln.



Definition:Taylor-Polynom

Es sei    eine offene Teilmenge,

eine -mal differenzierbare Funktion und  .  Dann heißt

das Taylor-Polynom vom Grad zu im Entwicklungspunkt .



Definition:Taylor-Reihe

Es sei    eine offene Teilmenge,

eine -oft differenzierbare Funktion und  .  Dann heißt

die Taylor-Reihe zu im Entwicklungspunkt .



Definition:Treppenfunktion

Es sei ein reelles Intervall mit den Grenzen  .  Dann heißt eine Funktion

eine Treppenfunktion, wenn es eine Unterteilung

von derart gibt, dass auf jedem offenen Teilintervall konstant ist.



Definition:Treppenintegral

Es sei ein reelles Intervall mit den Grenzen    und sei

eine Treppenfunktion zur Unterteilung    und den Werten , . Dann heißt

das Treppenintegral von auf .



Definition:Obere Treppenfunktion

Es sei ein beschränktes Intervall und sei

eine Funktion. Dann heißt eine Treppenfunktion

eine obere Treppenfunktion zu , wenn    für alle    ist. Eine Treppenfunktion

heißt eine untere Treppenfunktion zu , wenn    für alle    ist.



Definition:Oberes Treppenintegral

Es sei ein beschränktes Intervall und sei

eine Funktion. Zu jeder oberen Treppenfunktion

von zur Unterteilung , , und den Werten , , heißt das Treppenintegral

ein oberes Treppenintegral (oder eine Obersumme) von auf .



Definition:Unteres Treppenintegral

Es sei ein beschränktes Intervall und sei

eine Funktion. Zu jeder unteren Treppenfunktion

von zur Unterteilung , , und den Werten , , heißt

ein unteres Treppenintegral (oder eine Untersumme) von auf .



Definition:Oberintegral

Es sei ein beschränktes Intervall und sei

eine nach oben beschränkte Funktion. Dann heißt das Infimum von sämtlichen Treppenintegralen zu oberen Treppenfunktionen von das Oberintegral von .



Definition:Unterintegral

Es sei ein beschränktes Intervall und sei

eine nach unten beschränkte Funktion. Dann heißt das Supremum von sämtlichen Treppenintegralen zu unteren Treppenfunktionen von das Unterintegral von .



Definition:Riemann-integrierbar (kompaktes Intervall)

Es sei ein kompaktes Intervall und sei

eine Funktion. Dann heißt Riemann-integrierbar, wenn Ober- und Unterintegral von existieren und übereinstimmen.



Definition:Bestimmtes Integral

Es sei ein kompaktes Intervall. Zu einer Riemann-integrierbaren Funktion

heißt das Oberintegral (das nach Definition mit dem Unterintegral übereinstimmt) das bestimmte Integral von über . Es wird mit

bezeichnet.



Definition:Riemann-integrierbar

Es sei ein reelles Intervall und sei

eine Funktion. Dann heißt Riemann-integrierbar, wenn die Einschränkung von auf jedes kompakte Intervall    Riemann-integrierbar ist.



Definition:Integralfunktion

Es sei ein reelles Intervall und sei

eine Riemann-integrierbare Funktion und  .  Dann heißt die Funktion

die Integralfunktion zu zum Startpunkt .



Definition:Stammfunktion

Es sei    offen und sei

eine Funktion. Eine Funktion

heißt Stammfunktion zu , wenn auf differenzierbar ist und    für alle    gilt.



Definition:Gewöhnliche Differentialgleichung

Es sei    eine Teilmenge und es sei

eine Funktion. Dann nennt man

die (gewöhnliche) Differentialgleichung zu (oder zum Vektorfeld oder zum Richtungsfeld ).



Definition:Lösung einer gewöhnlichen Differentialgleichung

Es sei    eine Teilmenge und es sei

eine Funktion. Zur gewöhnlichen Differentialgleichung

heißt eine Funktion

auf einem (mehrpunktigen) Intervall    eine Lösung der Differentialgleichung, wenn folgende Eigenschaften erfüllt sind.

  1. Es ist    für alle  
  2. Die Funktion ist differenzierbar.
  3. Es ist    für alle  


Definition:Anfangswertproblem

Es sei    eine Teilmenge und es sei

eine Funktion. Es sei    vorgegeben. Dann nennt man

das Anfangswertproblem zur gewöhnlichen Differentialgleichung    mit der Anfangsbedingung  



Definition:Lösung des Anfangswertproblems

Es sei    eine Teilmenge und es sei

eine Funktion. Es sei    vorgegeben. Dann nennt man eine Funktion

auf einem Intervall    eine Lösung des Anfangswertproblems

wenn eine Lösung der Differentialgleichung ist und wenn zusätzlich

gilt.



Definition:Ortsunabhängige gewöhnliche Differentialgleichung

Eine gewöhnliche Differentialgleichung

heißt ortsunabhängig, wenn die Funktion nicht von abhängt, wenn also    mit einer Funktion in der einen Variablen gilt.



Definition:Zeitunabhängige gewöhnliche Differentialgleichung

Eine gewöhnliche Differentialgleichung

heißt zeitunabhängig, wenn die Funktion nicht von abhängt, wenn also    mit einer Funktion in der einen Variablen gilt.



Definition:Gewöhnliche Differentialgleichung mit getrennten Variablen

Eine Differentialgleichung der Form

mit zwei Funktionen (dabei sind und reelle Intervalle)

und

heißt gewöhnliche Differentialgleichung mit getrennten Variablen.