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Kurs:Funktionentheorie (Osnabrück 2023-2024)/Arbeitsblatt 19

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Übungsaufgaben

Bestimme das Residuum für die rationale Funktion

f(z)=1z2z

in jedem Punkt  P



Bestimme das Residuum für die rationale Funktion

f(z)=z34z2+2z+3z2+5z6

in jedem Punkt  P



Es sei f eine meromorphe Funktion und h eine holomorphe Funktion auf einer offenen Teilmenge  U  und sei  PU.  Gilt

ResP(hf)=h(P)ResP(f)?



Es sei f eine meromorphe Funktion und h eine holomorphe Funktion auf einer offenen Teilmenge  U  und sei  PU.  Die Ordnung von f in P sei zumindest 1. Gilt

ResP(hf)=h(P)ResP(f)?



Es sei

h:

eine ganze Funktion und sei

f(z):=h(z1).

Zeige

Res0(f)=h(0).



Bestimme das Residuum im Nullpunkt von

  1. sin(1z),
  2. 1sinz.



Bestimme eine meromorphe Funktion auf , die im Punkt 3+i das Residuum 2i, im Punkt 2πi das Residuum ei und in allen weiteren Punkten das Residuum 0 besitzt.



Es sei  I  ein Intervall. Zu einer stetig differenzierbaren Funktion

f:I+

heißt die Funktion

ff

die logarithmische Ableitung von f. Zeige, dass die logarithmische Ableitung einen Gruppenhomomorphismus

(C1(I,+),)(C0(I,),+)

definiert.



Es sei  U  offen. Zu einer holomorphen Funktion

f:U{0}

heißt die Funktion

ff

die logarithmische Ableitung von f. Zeige, dass die logarithmische Ableitung einen Gruppenhomomorphismus

(C1(U,{0}),)(C1(U,),+)

definiert.



Es seien  U,V𝕂  offen und sei f:UV eine differenzierbare Funktion. Auf V besitze die Funktion 1z eine Stammfunktion (was  0V  voraussetzt), die wir mit lnz bezeichnen. Zeige

(lnf)=ff.



Es sei  U  eine offene Teilmenge und h:U eine holomorphe Funktion und es sei  f(z)=exph(z).  Zeige, dass die logarithmische Ableitung von f gleich h ist.



Es sei  U  eine offene Teilmenge und f:U eine holomorphe Funktion mit der Eigenschaft, dass die logarithmische Ableitung von f gleich 0 ist. Zeige, dass dann die Ableitung von f gleich 0 ist.



Es sei  U  eine zusammenhängende offene Teilmenge. Charakterisiere die nullstellenfreien holomorphen Funktionen f auf U mit der Eigenschaft, dass ihre logarithmische Ableitung konstant gleich 1 ist.



Bestimme das Residuum des Kotangens im Nullpunkt.



Es sei  P  und sei P die Menge (der Keime) der meromorphen Funktionen, die in einer offenen Umgebung von P definiert sind. Zeige, dass ein kommutatives Diagramm

(P{0},,1) log. Abl. (P,+,0)ordPResP

von Gruppenhomomorphismen vorliegt.



Bestimme das Residuum der meromorphen Funktion (hφ)φ zu  φ(z)=zk,   k2,  und  h(w)=w1  im Nullpunkt.



Beweise Lemma 19.11 für den Fall  G=  und einen einzigen Punkt  P


Wir besprechen zwei Konzepte, Divisoren und Hauptteilverteilungen, die die Frage betreffen, ob man gewisse formale Vorgaben durch meromorphe Funktionen realisieren kann. In beiden Fällen ist es einfach, die Vorgaben lokal zu realisieren, und das Problem liegt darin, inwiefern es eine globale Lösung gibt.


Es sei  U  eine offene Teilmenge. Man nennt eine formale Summe

xUnxx

mit  nx  und der Eigenschaft, dass außerhalb einer diskreten Teilmenge  TX  die Zahlen  nx=0  sind, einen Divisor auf U.


Es sei  U  ein Gebiet und  f0  eine meromorphe Funktion auf U. Dann nennt man die formale Summe

xUordx(f)x

den Hauptdivisor zu f. Er wird mit div(f) bezeichnet.


Es ist ein nichttrivialer Satz, dass man jeden Divisor als einen Hauptdivisor realisieren kann. Zu jeder vorgegebenen Ordnungsverteilung gibt es also eine meromorphe Funktion, die dieses Ordnungsverhalten besitzt (auf allgemeineren riemannschen Flächen, also auf komplexen eindimensionalen Mannigfaltigkeiten, die nicht als eine offene Teilmenge von gegeben sind, sieht dies völlig anders aus). Für eine endliche Trägermenge, wenn nur für endlich viele Punkte die vorgegebene Ordnung 0 ist, ist die Aussage einfach zu beweisen.


Es sei  U  eine offene Teilmenge und sei D ein Divisor in U mit einer endlichen Trägermenge. Zeige, dass es eine meromorphe Funktion f auf U gibt, deren Hauptdivisor gleich D ist.


Es sei  U  eine offene Teilmenge. Unter einer Hauptteilverteilung T auf U versteht man eine diskrete Teilmenge  DU  zusammen mit einem meromorphen Hauptteil TP für jeden Punkt  PD


Es sei  U  eine offene Teilmenge und sei f eine meromorphe Funktion auf U. Dann nennt man die Abbildung, die jedem Punkt  PU  den meromorphen Hauptteil zu f in P zuordnet, die Hauptteilverteilung zu f.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Bestimme das Residuum für die rationale Funktion

f(z)=z24z+7z35

in jedem Punkt  P



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme das Residuum von zsinz für jeden Punkt  z



Aufgabe (2 Punkte)

Bestimme eine meromorphe Funktion auf , die im Punkt 27i das Residuum 43i, im Punkt 45i das Residuum 1+2i und in allen weiteren Punkten das Residuum 0 besitzt.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei

φ(z)=z+z2

und

h(w)=w1+w2.

Berechne explizit (durch Einsetzen, Invertieren, Ausmultiplizieren) das Residuum von

(hφ)φ

im Nullpunkt.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei  U  eine offene Teilmenge und sei T eine Hauptteilverteilung in U mit einer endlichen Trägermenge. Zeige, dass es eine meromorphe Funktion f auf U derart gibt, dass ihre zugehörige Hauptteilverteilung gleich T ist.


Die vorstehende Aussage gilt auch, wenn die Trägermenge nicht endlich ist, ist aber deutlich schwieriger zu beweisen, siehe Aufgabe 24.15.



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