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Kurs:Lineare Algebra/Teil II/16/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18
Punkte 3 3 3 3 2 3 2 0 4 0 2 6 6 3 0 0 3 3 46




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Die Norm zu einem Skalarprodukt , auf einem -Vektorraum V.
  2. Eine winkeltreue Abbildung
    φ:VV

    auf einem reellen Vektorraum V mit Skalarprodukt.

  3. Die Mittelsenkrechte zur Strecke zwischen den beiden Punkten  AB  in einer euklidischen Ebene.
  4. Ein selbstadjungierter Endomorphismus
    φ:VV

    auf einem 𝕂-Vektorraum V mit Skalarprodukt.

  5. Ein Repräsentantensystem zu einer Äquivalenzrelation auf einer Menge M.
  6. Ein stabiler Endomorphismus
    φ:VV

    auf einem endlichdimensionalen 𝕂-Vektorraum V.


Lösung

  1. Zu einem Vektor vV nennt man
    v=v,v

    die Norm von v.

  2. Eine lineare Abbildung
    φ:VV

    heißt winkeltreu, wenn für je zwei Vektoren v,wV die Beziehung

    (φ(v),φ(w))=(v,w)

    gilt.

  3. Zu den beiden Punkten  AB  nennt man die Gerade, die senkrecht auf der durch A und B gegebenen Gerade steht und durch den Mittelpunkt der Strecke zwischen A und B verläuft, die Mittelsenkrechte der Strecke.
  4. Der Endomorphismus φ heißt selbstadjungiert, wenn
    φ(u),v=u,φ(v)

    für alle u,vV gilt.

  5. Eine Teilmenge  TM  heißt ein Repräsentantensystem für die Äquivalenzrelation, wenn es für jede Äquivalenzklasse genau ein Element aus T aus dieser Klasse gibt.
  6. Der Endomorphismus φ heißt stabil, wenn die Folge φn in End(V) beschränkt ist.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über das Verhalten der Gramschen Matrizen zu einer Bilinearform bei einem Basiswechsel.
  2. Der Satz über die Untergruppen von .
  3. Der Satz über Basen in einem Dachprodukt.


Lösung

  1. Es sei K ein Körper, V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum und , eine Bilinearform auf V. Es seien 𝔳=v1,,vn und 𝔴=w1,,wn zwei Basen von V und es seien G bzw. H die Gramschen Matrizen von , bezüglich dieser Basen. Zwischen den Basiselementen gelten die Beziehungen
    wj=i=1naijvi,

    die wir durch die Übergangsmatrix  A=(aij)i,j  ausdrücken. Dann besteht zwischen den Gramschen Matrizen die Beziehung

    H=AtrGA.
  2. Die Untergruppen von sind genau die Teilmengen der Form
    d={kdk}
    mit einer eindeutig bestimmten nicht-negativen Zahl d.
  3. Es sei K ein Körper und V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum der Dimension m. Es sei v1,,vm eine Basis von V und es sei  n.  Dann bilden die Dachprodukte
    vi1vin mit 1i1<<inm
    eine Basis von nV.


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei V ein 𝕂-Vektorraum mit einem Skalarprodukt ,. Es sei  vV  ein fixierter Vektor und  a𝕂.  Zeige, dass

{uVu,v=a}

ein affiner Unterraum von V ist.


Lösung

Zunächst ist

U={uVu,v=0}

ein Untervektorraum von V, da es sich um den Kern der linearen Abbildung

ψ:V𝕂,uu,v

handelt. Die besagte Menge {wVw,v=a} ist das Urbild von a unter ψ. Bei einer linearen Abbildung gilt stets, dass die Fasern affine Räume über dem Kern sind.


Aufgabe (3 Punkte)

Man gebe ein Beispiel einer bijektiven linearen Abbildung

φ:22

mit der Eigenschaft, dass es einerseits eine Orthogonalbasis des 2 gibt, die unter φ in eine Orthogonalbasis überführt wird, es andererseits aber auch eine Orthogonalbasis gibt, die unter φ nicht in eine Orthogonalbasis überführt wird.


Lösung

Wir betrachten die durch die Matrix (1002) gegebene lineare Abbildung. Die Standardbasis e1,e2, die eine Orthogonalbasis (sogar Orthonormalbasis) ist, wird auf e1,2e2 abgebildet, was eine Orthogonalbasis ist. Wegen

e1+e2,e1e2=e1,e1e2,e2=0

ist e1+e2,e1e2 eine Orthogonalbasis. Die Bildbasis davon ist

e1+2e2,e12e2,

was wegen

e1+2e2,e12e2=e1,e14e2,e2=3

keine Orthogonalbasis ist.


Aufgabe (2 Punkte)

Beweise den Satz des Pythagoras mit Hilfe des Skalarproduktes.


Lösung

Es ist

u+v2=u+v,u+v=u,u+u,v+v,u+v,v=u2+v2.


Aufgabe (3 Punkte)

Beweise den Satz über die Eigenwerte einer Isometrie.


Lösung

Es sei  φ(v)=λv  mit  v0,  d.h. v ist ein Eigenvektor zum Eigenwert  λ𝕂.  Wegen der Isometrieeigenschaft gilt

v=φ(v)=λv=|λ|v.

Wegen  v0  folgt daraus  |λ|=1.  Im Reellen bedeutet dies  λ=±1


Aufgabe (2 Punkte)

Durch die Punkte A,B,C sei ein Dreieck mit den Seitenlängen a,b,c und den Winkeln α,β,γ gegeben. Es sei F der Flächeninhalt des Dreiecks. Zeige

asinα=abc2F.


Lösung

Es sei h die Länge der Höhe durch C. Dann gilt

sinα=hb=hcbc=2Fbc,

woraus sich

asinα=abc2F

ergibt.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (4 Punkte)

Beweise den Satz über das Verhalten der Gramschen Matrizen zu einer Bilinearform bei einem Basiswechsel.


Lösung

Es ist

wr,ws=i=1nairvi,k=1naksvk=1i,knairaksvi,vk=1inair(1knaksvi,vk)=1inair(GA)is=(Atr(GA))rs.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (2 Punkte)

Die lineare Abbildung φ:22 werde bezüglich der Basis (54),(67) durch die Matrix (3002) beschrieben. Handelt es sich um einen normalen Endomorphismus?


Lösung

Aus der Matrixdarstellung ist zu entnehmen, dass (54) ein Eigenvektor zum Eigenwert 3 und (67) ein Eigenvektor zum Eigenwert 2 ist. Da die Eigenwerte verschieden sind, erzeugen diese Vektoren die einzigen Eigenräume. Wegen

(54),(67)=3028=580

stehen diese nicht orthogonal aufeinander und daher gibt es keine Orthonormalsbasis aus Eigenvektoren (auch nicht über ), und φ ist nicht normal.


Aufgabe (6 (2+2+2) Punkte)

Es sei K ein Körper und V0 ein endlichdimensionaler K-Vektorraum.

  1. Wir betrachten auf V die Relation R, die durch uRv gegeben ist, falls es eine lineare Abbildung φ:VV mit  φ(u)=v  gibt. Welche Eigenschaften einer Äquivalenzrelation sind erfüllt, welche nicht?
  2. Wir betrachten auf V die Relation S, die durch uSv gegeben ist, falls es eine bijektive lineare Abbildung φ:VV mit  φ(u)=v  gibt. Zeige, dass dies eine Äquivalenzrelation ist.
  3. Bestimme die Äquivalenzklassen zur Äquivalenzrelation S aus (2).


Lösung

  1. Die Relation ist reflexiv, da man für φ die Identität nehmen kann, und sie ist transitiv, da es bei uRv und vRw lineare Abbildungen φ,ψ mit
    φ(u)=v

    und

    ψ(v)=w

    gibt. Daher ist insgesamt

    (ψφ)(u)=w

    und somit uRw. Die Relation ist nicht symmetrisch, da aufgrund der Existenz der Nullabbildung stets xR0 gilt, aber umgekehrt 0Rx nur bei  x=0  gilt.

  2. Wenn man sich auf bijektive Abbildungen beschränkt, so liegt eine Äquivalenzrelation vor. Die Argumentation für die Reflexivität und die Transitivität ist wie in Teil (1), da ja die Verknüpfung von bijektiven Abbildungen wieder bijektiv ist. Wenn uSv gilt, so bedeutet dies die Existenz einer bijektiven linearen Abbildung φ mit
    φ(u)=v.

    Somit ist

    u=φ1(v)

    und daher vRu.

  3. Es gibt zwei Äquivalenzklassen. Der Nullpunkt 0 ist nur zu sich selbst äquivalent, da unter jeder linearen Abbildung 0 auf sich selbst abgebildet wird. Hingegen sind je zwei Vektoren u,v, die beide nicht 0 sind, untereinander äquivalent. Man kann sie nämlich jeweils zu einer Basis u1=u,u2,,un bzw. v1=v,v2,,vn von V ergänzen. Aufgrund des Festlegungssatzes gibt es eine lineare Abbildung mit  φ(ui)=vi,  also insbesondere mit  φ(u)=v,  und diese ist bijektiv, da sie eine Basis auf eine Basis abbildet.


Aufgabe (6 Punkte)

Beweise den Homomorphiesatz für Gruppen.


Lösung

Wir zeigen zuerst die Eindeutigkeit. Für jedes Element  uQ  gibt es mindestens ein gG mit ψ(g)=u. Wegen der Kommutativität des Diagramms muss

φ~(u)=φ(g)

gelten. Das bedeutet, dass es maximal ein φ~ geben kann.
Wir müssen zeigen, dass durch diese Bedingung eine wohldefinierte Abbildung gegeben ist. Es seien also  g,gG  zwei Urbilder von u. Dann ist

ψ(gg1)=uu1=eQ

und somit ist  gg1kernψkernφ.  Daher ist  φ(g)=φ(g).  Die Abbildung ist also wohldefiniert. Seien  u,vQ  und seien  g,hG  Urbilder davon. Dann ist gh ein Urbild von uv und daher ist

φ~(uv)=φ(gh)=φ(g)φ(h)=φ~(u)φ~(v).

D.h. φ~ ist ein Gruppenhomomorphismus.


Aufgabe (3 Punkte)

Es seien /(m) und /(n) zyklische Gruppen und  G=/(m)×/(n)  ihre Produktgruppe. Zeige, dass sich G als Untergruppe von SO4() realisieren lässt.


Lösung

Es sei

α=2πm

und

β=2πn.

Dann ist

(coskαsinkαsinkαcoskα),k=0,,m1,

eine zyklische Untergruppe der Ordnung m von SO2 und ebenso

(cosβsinβsinβcosβ),=0,,n1,

eine zyklische Untergruppe der Ordnung n von SO2. Daher ist insgesamt

(coskαsinkα00sinkαcoskα0000cosβsinβ00sinβcosβ),k=0,,m1,=0,,n1,

eine Realisierung von /(m)×/(n) als Untergruppe von SO4.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (3 Punkte)

Berechne die Eigenverteilung zur spaltenstochastischen Matrix

(1313131223016023).


Lösung

Wir berechnen den Kern von

(100010001)(1313131223016023)=(2313131213016013).

Dieser wird von (231) erzeugt und die stationäre Verteilung ist

(263616)=(131216).


Aufgabe (3 Punkte)

Berechne in 232 das Tensorprodukt

(67)(733)(54).


Lösung

Es ist

(67)(733)(54)=(6e17e2)(7e1+3e23e3)(5e1+4e2)=210e1e1e1168e1e1e290e1e2e1+72e1e2e2+90e1e3e172e1e3e2245e2e1e1+196e2e1e2+105e2e2e184e2e2e2105e2e3e1+84e2e3e2.