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Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2017-2018)/Teil I/Arbeitsblatt 21

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Die Pausenaufgabe

Überprüfe, ob der Vektor (311) ein Eigenvektor zur Matrix

(251022435)

ist und bestimme, falls ein Eigenvektor vorliegt, den zugehörigen Eigenwert.




Übungsaufgaben

Was sind bei einer linearen Abbildung

φ:KK

die Eigenwerte und die Eigenvektoren von φ?



Es seien

φ,ψ:VV

Endomorphismen auf einem K-Vektorraum V und es sei  vV  ein Eigenvektor von φ und von ψ. Zeige, dass v auch ein Eigenvektor von φψ ist. Was ist der Eigenwert?



Bestimme die Eigenvektoren und die Eigenwerte zu einer linearen Abbildung

φ:22,

die durch eine Matrix der Form (ab0d) gegeben ist.



Zeige, dass der erste Standardvektor ein Eigenvektor zu einer jeden oberen Dreiecksmatrix ist. Was ist der Eigenwert?



Es sei

M=(d10d200dn100dn)

eine obere Dreiecksmatrix. Zeige, dass ein Eigenwert zu M ein Diagonaleintrag von M sein muss.



Man gebe ein Beispiel für eine lineare Abbildung

φ:22

derart, dass φ keine Eigenwerte besitzt, dass aber eine gewisse Potenz φn, n2, Eigenwerte besitzt.



Zeige, dass jede Matrix  MMat2()  mindestens einen Eigenwert besitzt.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:VV

eine lineare Abbildung. Zeige, dass

kernφ=Eig0(φ)

gilt.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:VV

eine lineare Abbildung. Es sei  λK  und sei

U=Eigλ(φ)

der zugehörige Eigenraum. Zeige, dass sich φ zu einer linearen Abbildung

φ|U:UU,vφ(v),

einschränken lässt, und dass diese Abbildung die Streckung um den Streckungsfaktor λ ist.



Es sei φ:VV ein Isomorphismus auf einem K-Vektorraum V mit der Umkehrabbildung φ1. Zeige, dass  aK  genau dann ein Eigenwert von φ ist, wenn a1 ein Eigenwert von φ1 ist.



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:VV

eine lineare Abbildung. Es sei  λK  ein Eigenwert von φ und  PK[X]  ein Polynom. Zeige, dass P(λ) ein Eigenwert von P(φ) ist.



Es seien V1,,Vn Vektorräume über dem Körper K und

φi:ViVi

lineare Abbildungen. Es sei  aK  ein Eigenwert zu φk für ein bestimmtes k. Zeige, dass a auch ein Eigenwert zur Produktabbildung

φ1××φn:V1××VnV1××Vn

ist.



Zeige, dass  λK  genau dann ein Eigenwert zu einer durch eine Matrix der Form (abcd) gegebenen linearen Abbildung

φ:K2K2

ist, wenn λ eine Nullstelle des Polynoms

X2(a+d)X+adcb

ist.


Der Begriff des Eigenvektors ist auch für unendlichdimensionale Vektorräume definiert und wichtig, wie die folgende Aufgabe zeigt.


Es sei V der reelle Vektorraum, der aus allen unendlich oft differenzierbaren Funktionen von nach besteht.

a) Zeige, dass die Ableitung ff eine lineare Abbildung von V nach V ist.


b) Bestimme die Eigenwerte der Ableitung und zu jedem Eigenwert mindestens einen Eigenvektor.[1]


c) Bestimme zu jeder reellen Zahl die Eigenräume und deren Dimension.



Es sei

φ:VV

ein Endomorphismus auf einem endlichdimensionalen K-Vektorraum V und sei  vV  ein Eigenvektor zu φ zum Eigenwert  λK.  Es sei

φ:VV

die duale Abbildung zu φ. Wir betrachten Basen von V der Form v,u1,,ur mit der Dualbasis v,u1,,ur. Man gebe Beispiele für das folgende Verhalten.

a) v ist Eigenvektor von φ zum Eigenwert λ unabhängig von u1,,ur.


b) v ist Eigenvektor von φ zum Eigenwert λ bezüglich einer Basis v,u1,,ur, aber nicht bezüglich einer Basis v,w1,,wr.


c) v ist bezüglich keiner Basis v,u1,,ur ein Eigenvektor von φ.



Es sei V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum und vV, v0, ein fixierter Vektor. Zeige, dass

R(v)={φEnd(V)v ist Eigenvektor zu φ}

mit der natürlichen Addition und Multiplikation von Endomorphismen ein Ring und ein Untervektorraum von End(V) ist. Bestimme die Dimension dieses Raumes.



Es sei K ein Körper,  cK  und  a=(a1an)Kn  ein von 0 verschiedener Vektor. Erstelle ein inhomogenes lineares Gleichungssystem, dessen Lösungsmenge genau diejenigen n×n-Matrizen sind, für die a ein Eigenvektor zum Eigenwert c ist. Was ist das Besondere an diesem Gleichungssystem und welche Dimension hat die Lösungsmenge?



Es sei M eine reelle n×n-Matrix. Es sei  a  eine reelle Zahl, die ein Eigenwert von M ist, wenn man diese als eine komplexe Matrix auffasst. Zeige, dass a schon im Reellen ein Eigenwert von M ist.

Man verallgemeinere die vorstehende Aufgabe für eine Körpererweiterung  KL



Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:VV

eine lineare Abbildung. Zeige, dass φ genau dann eine Streckung ist, wenn jeder Vektor vV,v0, ein Eigenvektor von φ ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Betrachte die Matrix

M=(1111).

Zeige, dass M als reelle Matrix keine Eigenwerte besitzt. Bestimme die Eigenwerte und die Eigenräume von M als komplexer Matrix.



Aufgabe (6 Punkte)

Betrachte die reellen Matrizen

(abcd)Mat2().

Man charakterisiere in Abhängigkeit von a,b,c,d, wann eine solche Matrix

  1. zwei verschiedene Eigenwerte,
  2. einen Eigenwert mit einem zweidimensionalen Eigenraum,
  3. einen Eigenwert mit einem eindimensionalen Eigenraum,
  4. keinen Eigenwert,

besitzt.



Aufgabe (2 Punkte)

Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und

φ:VV

eine lineare Abbildung mit

φn=IdV

für ein gewisses  n.[2]  Zeige, dass jeder Eigenwert λ von φ die Eigenschaft  λn=1  besitzt.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei K ein Körper und es sei V ein n-dimensionaler Vektorraum. Es sei

φ:VV

eine lineare Abbildung. Es sei  λ0  ein Eigenwert von φ und v ein zugehöriger Eigenvektor. Zeige, dass es zu einer gegebenen Basis v,u2,,un von V eine Basis v,w2,,wn gibt mit  v,uj=v,wj  und mit

φ(wj)ui,i=2,,n

für alle  j=2,,n

Zeige ebenso, dass dies bei  λ=0  im Allgemeinen nicht möglich ist.




Fußnoten
  1. In diesem Zusammenhang spricht man auch von Eigenfunktionen.
  2. Der Wert n=0 ist hier erlaubt, aber aussagelos.


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