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Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2017-2018)/Teil I/Arbeitsblatt 6

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Die Pausenaufgabe

Zeige, dass die Menge der „symmetrischen“ 2×2-Matrizen über einem Körper K, also Matrizen der Form

(a11a12a21a22),

die die Bedingung

a12=a21

erfüllen, mit komponentenweiser Addition und komponentenweiser Skalarmultiplikation einen K-Vektorraum bildet.




Übungsaufgaben

Es sei K ein Körper und es seien V und W Vektorräume über K. Zeige, dass auch das Produkt

V×W

ein K-Vektorraum ist.



Es sei K ein Körper und

a11x1+a12x2++a1nxn=0a21x1+a22x2++a2nxn=0am1x1+am2x2++amnxn=0

ein homogenes lineares Gleichungssystem über K. Zeige, dass die Menge aller Lösungen des Gleichungssystems ein Untervektorraum des Kn ist. Wie verhält sich dieser Lösungsraum zu den Lösungsräumen der einzelnen Gleichungen?



Überprüfe, ob die folgenden Teilmengen des 2 Untervektorräume sind:

  1.  V1={(x,y)2x+2y=0}
  2.  V2={(x,y)2xy}
  3.  V3={(x,y)2y=x+1}
  4.  V4={(x,y)2xy=0}



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Es seien  s1,,skK  und  v1,,vnV.  Zeige

(i=1ksi)(j=1nvj)=1ik,1jnsivj.


Die folgenden vier Aufgaben zeigen, dass keines der Axiome für die Skalarmultiplikation eines Vektorraumes überflüssig ist.


Man gebe ein Beispiel für einen Körper K, eine kommutative Gruppe (V,+,0) und eine Abbildung

K×VV,(s,v)sv,

derart, dass diese Struktur alle Vektorraumaxiome außer

(5)1u=u

erfüllt.



Man gebe ein Beispiel für einen Körper K, eine kommutative Gruppe (V,+,0) und eine Abbildung

K×VV,(s,v)sv,

derart, dass diese Struktur alle Vektorraumaxiome außer

(6)r(su)=(rs)u

erfüllt.



Man gebe ein Beispiel für einen Körper K, eine kommutative Gruppe (V,+,0) und eine Abbildung

K×VV,(s,v)sv,

derart, dass diese Struktur alle Vektorraumaxiome außer

(7)r(u+v)=ru+rv

erfüllt.



Man gebe ein Beispiel für einen Körper K, eine kommutative Gruppe (V,+,0) und eine Abbildung

K×VV,(s,v)sv,

derart, dass diese Struktur alle Vektorraumaxiome außer

(8)(r+s)u=ru+su

erfüllt.



Man mache sich klar, dass sich die Addition und die skalare Multiplikation auf einen Untervektorraum einschränken lassen und dass dieser mit den von V geerbten Strukturen selbst ein Vektorraum ist.



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Es seien  U,WV  Untervektorräume. Zeige, dass die Vereinigung UW nur dann ein Untervektorraum ist, wenn UW oder WU gilt.



Es sei D die Menge aller reellen 2×2-Matrizen

(a11a12a21a22),

die die Bedingung

a11a22a21a12=0

erfüllen. Zeige, dass D kein Untervektorraum im Raum aller 2×2-Matrizen ist.



Wir betrachten im 3 die Untervektorräume

U=(214),(327)

und

W=(5111),(133).

Zeige  U=W



Es sei K ein Körper und I eine Indexmenge. Zeige, dass

KI:=Abb(I,K)

mit stellenweiser Addition und skalarer Multiplikation ein K-Vektorraum ist.



Es sei K ein Körper, und seien  JI  zwei Indexmengen. Zeige, dass dann  KJ=Abb(J,K)  in natürlicher Weise ein Untervektorraum von KI ist.



Es sei K ein Körper, sei I eine Indexmenge, und  KI=Abb(I,K)  der zugehörige Vektorraum.

a) Zeige, dass

E={fKIf(i)=0 für alle iI bis auf endlich viele Ausnahmen}

ein Untervektorraum von KI ist.


b) Zu jedem  iI  sei  eiKI  durch

ei(j)={1, falls j=i,0 sonst,

gegeben. Man zeige, dass sich jedes Element  fE  eindeutig als Linearkombination der Familie ei, iI, darstellen lässt.


Die folgenden vier Aufgaben verwenden Begriffe aus der Analysis.


Es sei K ein angeordneter Körper und sei

C={(xn)nCauchyfolge in K}.

Zeige, dass C ein Untervektorraum des Folgenraums

F={(xn)nFolge in K}

ist.



Zeige, dass die Teilmenge

S={f:f stetig}Abb(,)

ein Untervektorraum ist.



Zeige, dass die Teilmenge

T={f:f differenzierbar}Abb(,)

ein Untervektorraum ist.



Zeige, dass die Teilmenge

M={f:f monoton}Abb(,)

kein Untervektorraum ist.



Wir betrachten die Menge

M=Abb(,),

die mit der stellenweisen Addition + von Funktionen eine kommutative Gruppe ist. Auf dieser Menge bildet die Hintereinanderschaltung von Abbildungen eine assoziative Verknüpfung mit der Identität als neutralem Element.

  1. Zeige, dass das Distributivgesetz in der Form
    (f+g)h=fh+gh

    gilt.

  2. Zeige, dass das Distributivgesetz in der Form
    h(f+g)=hf+hg

    nicht gilt.



Drücke in 2 den Vektor

(2,7)

als Linearkombination der Vektoren

(5,3) und (11,4)

aus.



Drücke in 2 den Vektor

(1,0)

als Linearkombination der Vektoren

(3+5i,3+2i) und (16i,4i)

aus.



Drücke in 3 den Vektor

(1,0,0)

als Linearkombination der Vektoren

(1,2,5),(4,0,3) und (2,1,1)

aus.



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Es sei vi, iI, eine Familie von Vektoren in V und  wV  ein weiterer Vektor. Es sei vorausgesetzt, dass die Familie

w,vi,iI,

ein Erzeugendensystem von V ist und dass sich w als Linearkombination der vi, iI, darstellen lässt. Zeige, dass dann schon vi, iI, ein Erzeugendensystem von V ist.



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Beweise folgende Aussagen.

  1. Sei Uj, jJ, eine Familie von Untervektorräumen von V. Dann ist auch der Durchschnitt
    U=jJUj

    ein Untervektorraum.

  2. Zu einer Familie vi, iI, von Elementen in V ist der erzeugte Untervektorraum ein Untervektorraum.
  3. Die Familie vi, iI, ist genau dann ein Erzeugendensystem von V, wenn
    vi,iI=V

    ist.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Zeige, dass die folgenden Eigenschaften gelten (dabei sei  sK  und  vV ).

  1. Es ist  0v=0
  2. Es ist  s0=0
  3. Es ist  (1)v=v
  4. Aus  s0  und  v0  folgt  sv0



Aufgabe (4 Punkte)

Wir betrachten im 4 die Untervektorräume

U=(3152),(2243),(1032)

und

W=(6121),(0227),(92110).

Zeige  U=W



Aufgabe (3 Punkte)

Man gebe ein Beispiel für einen Vektorraum V und von drei Teilmengen in V an, die jeweils zwei der Untervektorraumaxiome erfüllen, aber nicht das dritte.



Aufgabe (3 Punkte)

Drücke in 3 den Vektor

(2,5,3)

als Linearkombination der Vektoren

(1,2,3),(0,1,1) und (1,2,4)

aus. Zeige, dass man ihn nicht als Linearkombination von zweien der drei Vektoren ausdrücken kann.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und M eine Menge mit einer Verknüpfung

+:M×MM

und einer Abbildung

:K×MM.

Es sei

φ:VM

eine surjektive Abbildung mit

φ(x+y)=φ(x)+φ(y) und φ(sx)=sφ(x)

für alle  x,yV  und  sK.  Zeige, dass M ein K-Vektorraum ist.



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