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Kurs:Kommutative Algebra/Teil I/Vorlesung 28

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Das charakteristische Polynom

Zu einer - Matrix mit Einträgen in einem kommutativen Ring heißt das Polynom

das charakteristische Polynom von .

Für bedeutet dies

Der Grad des charakteristischen Polynoms ist und der Leitkoeffizient ist , d.h. die Gestalt ist

Es gilt die wichtige Beziehung

für jedes , siehe Aufgabe 28.1. Hier wird links die Zahl in das Polynom eingesetzt und rechts wird die Determinante von einer Matrix, die von abhängt, ausgerechnet.

Für eine lineare Abbildung

auf einem endlich erzeugten freien Modul definiert man das charakteristische Polynom

wobei eine beschreibende Matrix bezüglich einer beliebigen Basis sei. Der Determinantenmultiplikationssatz zeigt, dass diese Definition unabhängig von der Wahl der Basis ist, siehe Aufgabe 28.2. Das charakteristische Polynom der Identität auf einem freien Modul vom Rang ist



Der Satz von Cayley-Hamilton


Zu einer fixierten Matrix gibt es den Einsetzungsabbildung

Dies ist - ebenso wie die Einsetzungsabbildung zu - ein Ringhomomorphismus, d.h. es gelten die Beziehungen (vergleiche Satz 3.14)

Der Satz von Cayley-Hamilton beantwortet nun die Frage, was passiert, wenn man eine Matrix in ihr charakteristisches Polynom einsetzt.



Es sei ein kommutativer Ring und sei eine - Matrix über . Es sei

das charakteristische Polynom zu .

Dann gilt

Das heißt, dass die Matrix das charakteristische Polynom annulliert.

Wir fassen die Matrix als eine Matrix auf, deren Einträge im Polynomring liegen. Die adjungierte Matrix

liegt ebenfalls in . Die einzelnen Einträge der adjungierten Matrix sind nach Definition Determinanten von -Untermatrizen von . In den Einträgen dieser Matrix kommt die Variable maximal in der ersten Potenz vor, sodass in den Einträgen der adjungierten Matrix die Variable maximal in der -ten Potenz vorkommt. Wir schreiben

mit Matrizen

d.h. man schreibt die einzelnen Einträge als Polynome in und fasst dann die Koeffizienten zu zu einer Matrix zusammen. Aufgrund von Satz 22.11 gilt

Wir können auch die Matrix links nach den Potenzen von aufteilen, dann ist

Da diese zwei Polynome übereinstimmen, müssen jeweils ihre Koeffizienten übereinstimmen. D.h. wir haben ein System von Gleichungen

Wir multiplizieren diese Gleichungen von links von oben nach unten mit und erhalten das Gleichungssystem

Wenn wir die linke Spalte dieses Gleichungssystem aufsummieren, so erhalten wir gerade . Wenn wir die rechte Seite aufsummieren, so erhalten wir , da jeder Teilsummand einmal positiv und einmal negativ vorkommt. Also ist .



Es sei ein endlich erzeugter freier Modul über einem kommutativen Ring und es sei

ein - Modulhomomorphismus.

Dann gilt für das charakteristische Polynom die Beziehung

Dies folgt direkt aus Satz 28.2.


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