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Kurs:Lineare Algebra/Teil II/7/Klausur mit Lösungen

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Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
Punkte 3 3 5 2 4 1 10 7 3 4 0 2 0 3 3 1 2 0 3 56




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Die Norm zu einem Skalarprodukt auf einem - Vektorraum .
  2. Der Höhenfußpunkt zu einer Seite in einem Dreieck in der euklidischen Ebene.
  3. Der Ausartungsraum zu einer symmetrischen Bilinearform auf einen - Vektorraum .
  4. Ein Ringhomomorphismus

    zwischen Ringen und .

  5. Ein asymptotisch stabiler Endomorphismus

    auf einem endlichdimensionalen - Vektorraum .

  6. Ein Unterkörper eines Körpers .


Lösung

  1. Zu einem Vektor nennt man

    die Norm von .

  2. In einem Dreieck in einer euklidischen Ebene heißt der Schnittpunkt der Höhe durch mit der Geraden durch und der Höhenfußpunkt dieser Höhe.
  3. Der Untervektorraum

    heißt Ausartungsraum zur Bilinearform.

  4. Die Abbildung

    heißt Ringhomomorphismus, wenn folgende Eigenschaften gelten:

    1. .
  5. Der Endomorphismus heißt asymptotisch stabil, wenn die Folge in gegen die Nullabbildung konvergiert.
  6. Eine Teilmenge    eines Körpers heißt Unterkörper von , wenn folgende Eigenschaften gelten.
    1. Es ist .
    2. Mit ist auch .
    3. Mit ist auch .
    4. Mit ist auch .
    5. Mit , ist auch .


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über die Beschreibung von eigentlichen Isometrien im .
  2. Der Trägheitssatz von Sylvester.
  3. Der Homomorphiesatz für Gruppen (Satz vom induzierten Homomorphismus).


Lösung

  1. Es sei

    eine eigentliche Isometrie.

    Dann ist eine Drehung um eine feste Achse.
  2. Es sei ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum mit einer symmetrischen Bilinearform vom Typ . Dann ist die Gramsche Matrix von bezüglich einer jeden Orthogonalbasis eine Diagonalmatrix mit positiven und negativen Einträgen.
  3. Es seien und Gruppen, es sei ein Gruppenhomomorphismus und ein surjektiver Gruppenhomomorphismus. Es sei vorausgesetzt, dass

    ist. Dann gibt es einen eindeutig bestimmten Gruppenhomomorphismus

    derart, dass   

    ist.


Aufgabe (5 Punkte)

Beweise die Cauchy-Schwarzsche Abschätzung.


Lösung

Bei    ist die Aussage richtig. Es sei also    und damit auch  .  Damit hat man die Abschätzungen

Multiplikation mit und Wurzelziehen ergibt das Resultat.


Aufgabe (2 Punkte)

Was bedeutet die Polarisationsformel für ein reelles Skalarprodukt für die Multiplikation von reellen Zahlen?


Lösung

Eindimensional besagt die Polarisationsformel für reelle Zahlen einfach

Insbesondere lässt sich also die reelle Multiplikation auf das Quadrieren, Addieren und Subtrahieren von reellen Zahlen zurückführen.


Aufgabe (4 Punkte)

Wende das Schmidtsche Orthonormalisierungsverfahren auf die Basis

des an.


Lösung

Der Vektor besitzt die Norm , somit ist

der zugehörige normierte Vektor. Nun berechnen wir

als einen orthogonalen Vektor zu , der zusammen mit den gleichen Untervektorraum wie und aufspannt. Normieren liefert

als zweiten Vektor der Orthonormalbasis. Ein weiterer Vektor, der orthogonal auf und steht, ist

Somit ist

ein dritter Vektor der Orthonormalbasis.


Aufgabe (1 Punkt)

Berechne das Kreuzprodukt

im .


Lösung

Es ist


Aufgabe (10 (2+3+3+2) Punkte)


a) Man gebe zwei zweielementige Mengen    und    in der euklidischen Ebene an derart, dass die Abstände für alle gleich sind.

b) Zeige, dass es in der euklidischen Ebene keine zweielementige Menge    und keine dreielementige Menge    derart gibt, dass die Abstände für alle gleich sind.

c) Zeige, dass es im euklidischen Raum eine zweielementige Menge    und, zu jedem  ,  eine -elementige Menge    derart gibt, dass die Abstände für alle gleich sind.

d) Zeige, dass es im zu vorgegebenen    eine -elementige Teilmenge    und eine -elementige Teilmenge    derart gibt, dass die Abstände für alle gleich sind.


Lösung


a) Es sei

und

Der Abstand zwischen einem Punkt aus und einem Punkt aus ist stets .

b) Es sei

Die Menge

ist die Mittelsenkrechte zur Verbindungsstrecke von und , und insbesondere eine Gerade. Auf einer Geraden können aber nur zwei Punkte den gleichen euklidischen Abstand zu einem vorgegebenen Punkt besitzen, da die Abstandsbedingung zur Schnittbedingung der Geraden mit einem Kreis wird.

c) Es sei

Jeder Punkt der Ebene , die durch    gegeben ist (also die -Ebene), besitzt zu den beiden Punkten aus den gleichen Abstand. Wir betrachten in der Ebene den Kreis mit dem Ursprung als Mittelpunkt und dem Radius . Dieser Kreis ergibt sich auch, wenn man die Kugeloberfläche mit dem Mittelpunkt und dem Radius mit der Ebene schneidet. Es sei nun eine beliebige Auswahl von Punkten auf diesem Kreis.

d) Es sei ein Kreis im mit den Punkten und ein Kreis im mit den Punkten , beide mit Radius . Es sei

und

Wegen

sind die Abstände zwischen Punkten aus und Punkten aus konstant.


Aufgabe (7 Punkte)

Zeige, dass in einem Dreieck das Verhältnis zwischen dem Umkreisradius und dem Inkreisradius stets größergleich ist. Verwende dabei die Beschreibungen

für den Umkreisradius und

für den Inkreisradius. Dabei bezeichnen die Längen der Dreiecksseiten und wir setzen

(also der halbe Umfang) und

(das ist der Flächeninhalt).


Lösung

Es ist

Wir setzen

Es ist dann

und ebenso ist

und

Mit diesen Bezeichnungen geht es um den Ausdruck

Wir schreiben dies als

Die Aussage fogt daher aus

was zu

bzw. (da positiv sind) zu

äquivalent ist. Dies stimmt, wegen


Aufgabe (3 Punkte)

Es seien und euklidische Vektorräume und ein Endomorphismus mit adjungiertem Endomorphismus . Es sei eine Isometrie. Zeige, dass der adjungierte Endomorphismus zu

gleich ist.


Lösung

Unter Verwendung der Isometrieeigenschaft und der Adjungiertheit ist

also ist der adjungierte Endomorphismus zu gleich ist.


Aufgabe (4 Punkte)

Es seien reelle Zahlen mit  .  Zeige, dass die Abbildung

ein innerer Automorphismus ist.


Lösung

Die Matrix ist invertierbar und die inverse Matrix ist . Mit dieser Matrix ist

somit handelt es sich bei der Abbildung um die Konjugation mit der invertierbaren Matrix .


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (2 Punkte)

Es seien und Mengen und sei eine Abbildung. Zeige, dass durch die Festlegung

wenn

eine Äquivalenzrelation auf definiert wird.


Lösung

Da der Funktionswert eindeutig bestimmt und die Gleichheit reflexiv ist, gilt offenbar . Wenn ist, so bedeutet das    und wegen der Symmetrie der Gleichheit folgt  ,  was wiederum bedeutet. Wenn und ist, so bedeutet dies einerseits    und andererseits  .  Wegen der Transitivität der Gleichheit folgt  ,  was bedeutet.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei ein kommutativer Ring und  .  Zeige, dass die Abbildung

ein Gruppenhomomorphismus ist. Beschreibe das Bild und den Kern dieser Abbildung.


Lösung

Für Elemente ist nach dem Distributivgesetz

und genau dies besagt, dass ein Gruppenhomomorphismus vorliegt. Das Bild besteht aus allen Elementen der Form

dies ist genau das von erzeugte Hauptideal . Der Kern besteht aus allen Elementen der Form

das sind also alle Elemente, die bei Multiplikation mit die ergeben.


Aufgabe (3 Punkte)

Die zyklische Gruppe , die Diedergruppe und die Würfelgruppe    besitzen Elemente und treten als endliche eigentliche Symmetriegruppe im auf. Begründe, dass diese Gruppen untereinander nicht isomorph sind.


Lösung

In der zyklischen Gruppe gibt es Elemente mit der Ordnung . Die Diedergruppe enthält die zyklische Gruppe und damit auch Elemente der Ordnung , sie ist aber selbst nicht zyklisch und enthält keine Elemente der Ordnung . Die Würfelgruppe ist isomorph zur Permutationsgruppe . Dort treten nur die Ordnungen auf. Daher sind diese drei Gruppen nicht isomorph.


Aufgabe (1 Punkt)

Berechne für die Matrix

die Maximumsnorm, wenn der beidseitig mit der Summennorm versehen ist.


Lösung

Es ist

Die Maximumsnorm ist das Maximum der Summe der Beträge der beiden Einträge, also , für die Menge

Das Maximum wird auf dem Ausschnitt des Randes mit    und    angenommen, dafür ergibt sich der konstante Wert


Aufgabe (2 Punkte)

Man gebe ein Beispiel für eine spaltenstochastische Matrix derart, dass die Folge der Potenzen nicht konvergiert.


Lösung

Betrachte

Die Folgenglieder sind dann abwechselnd gleich oder gleich . Eine solche Folge konvergiert nicht in einem normierten Raum, da sie zwei verschiedene Häufungspunkte besitzt.


Aufgabe (0 Punkte)


Lösung erstellen


Aufgabe (3 Punkte)

Es seien ein endlichdimensionaler - Vektorraum und

eine lineare Abbildung, die bezüglich der Basen von und von durch die Matrix beschrieben werde. Es sei    eine Körpererweiterung. Zeige, dass die -lineare Abbildung

bezüglich der -Basen von und von ebenfalls durch die Matrix beschrieben wird.


Lösung

Wegen Lemma 56.14 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) liegen in der Tat Basen vor. Das Basiselement von wird unter auf

abgebildet. Somit wird das Basiselement von unter auf

Die Koeffizienten konstituieren also die beschreibende Matrix von .