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Kurs:Differentialgeometrie (Osnabrück 2023)/Arbeitsblatt 8

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Übungsaufgaben

Es seien M und N differenzierbare Mannigfaltigkeiten und

φ:MN

eine Abbildung. Es sei M=iIUi eine offene Überdeckung von M. Zeige, dass φ genau dann differenzierbar ist, wenn alle Einschränkungen φi=φ|Ui differenzierbar sind.



Es sei M eine differenzierbare Mannigfaltigkeit und

α:UV

eine Karte (also UM und Vn offen). Zeige, dass α ein Diffeomorphismus ist.



Es sei M eine differenzierbare Mannigfaltigkeit und

f,g:M
differenzierbare Funktionen auf M. Beweise die folgenden Aussagen.
  1. Die Abbildung
    f×g:M2,x(f(x),g(x)),
    ist differenzierbar.
  2. f+g ist differenzierbar.
  3. fg ist differenzierbar.
  4. Wenn f keine Nullstelle besitzt, so ist auch f1 differenzierbar.



Es sei S23 die Sphäre. Zeige unter Verwendung der stereographischen Karten, dass die Einschränkungen der Koordinaten x,y,z des Raumes auf die Sphäre differenzierbare Funktionen sind.



Es seien M und N differenzierbare Mannigfaltigkeiten und

φ:MN

eine differenzierbare Abbildung. Zeige, dass dies einen Ringhomomorphismus

φ:C1(N,)C1(M,),ffφ,

induziert.



Zeige, dass zu mn die Einbettung des Unterraumes m in den n, die durch (x1,,xm)(x1,,xm,0,,0) gegeben ist, beliebig oft differenzierbar ist.



Zeige, dass die offene Zylinderoberfläche S1×]0,1[ zu S1×, zur punktierten Ebene 2{(0,0)} und zu S2{N,S} diffeomorph ist.


Die nächste Aufgabe verwendet folgende Definition.

Eine Funktion

f:𝕂n𝕂

heißt homogen vom Grad d, wenn für jeden Punkt  P𝕂n  und jedes  λ𝕂  die Beziehung

f(λP)=λdf(P)

gilt.



Es sei

f:n

eine stetig differenzierbare homogene Funktion, die in der Faser F über a0 regulär sei. Zeige, dass jede Faser zu b0 eine zu F diffeomorphe Mannigfaltigkeit ist.



Es sei ]a,b[ ein offenes Intervall und

f:]a,b[+

eine stetig differenzierbare Funktion. Es sei M die Oberfläche des zugehörigen Rotationskörpers. Zeige, dass diese Menge eine zu einem offenen Zylinder diffeomorphe Mannigfaltigkeit ist.



Zeige, dass eine Ellipsoidoberfläche und die Einheitssphäre C-diffeomorph sind.



Man gebe ein Beispiel einer zweidimensionalen zusammenhängenden differenzierbaren Mannigfaltigkeit M und einem Punkt  PM  derart, dass M und M{P} zueinander diffeomorph sind.



Zeige, dass die Antipodenabbildung

SnSn,(x1,,xn+1)(x1,,xn+1),

ein fixpunktfreier Diffeomorphismus ist, der zu sich selbst invers ist.



Zeige, dass eine differenzierbare Mannigfaltigkeit M der Dimension  n1  unendlich viele Diffeomorphismen

φ:MM

besitzt.


Die folgenden Aufgaben sollen erläutern, warum man Mannigfaltigkeiten mit offenen Überdeckungen ansetzt.


Es sei (xn)n eine Folge in einem topologischen Raum X. Man sagt, dass die Folge gegen  xX  konvergiert, wenn folgende Eigenschaft erfüllt ist.

Zu jeder offenen Umgebung  UX  von x gibt es ein  n0  derart, dass für alle  nn0  die Folgenglieder xn zu U gehören.

In diesem Fall heißt x der Grenzwert oder der Limes der Folge. Dafür schreibt man auch

limnxn=x.

Wenn die Folge einen Grenzwert besitzt, so sagt man auch, dass sie konvergiert (ohne Bezug auf einen Grenzwert), andernfalls, dass sie divergiert.



Es sei M eine topologische Mannigfaltigkeit und (xn)n eine Folge in M. Zeige, dass die Folge genau dann konvergiert, wenn es ein Kartengebiet von M gibt, das fast alle Glieder der Folge enthält und so, dass die entsprechende Bildfolge im Kartenbild konvergiert.



Es sei M eine topologische Mannigfaltigkeit und

αi:UiVi

eine Familie von Karten mit den Übergangsabbildungen

φij=αj(αi)1:Viαi(UiUj)Vjαj(UiUj).

Zeige, dass man aus der Familie der Vi, iI, den Teilmengen VijVi und den Übergangsabbildungen

φij:VijVji

die Mannigfaltigkeit M rekonstruieren kann.

a) Betrachte auf

N:=iIVi

die Äquivalenzrelation, unter der zwei Punkte PVi und QVj gleich sind, wenn sie unter φij ineinander abgebildet werden.

b) Versehe die Quotientenmenge N/ mit einer geeigneten Topologie.

c) Definiere auf N/ Karten.

d) Zeige, dass M und N/ homöomorph sind.


Das in der vorstehenden Aufgabe beschriebene Konstruktionsverfahren für eine Mannigfaltigkeit funktioniert für eine Familie von offenen Teilmengen im n mit Übergangsabbildungen, die die Kozykelbedingung aus Aufgabe 7.11 erfüllen. Allerdings ist der dabei entstehende topologische Raum nicht ohne weiteres ein Hausdorff-Raum. Man spricht vom offenen Verkleben von Räumen.


Wir betrachten die reelle Gerade zweifach, also  G1=  und  G2=  zusammen mit der Verklebungsabbildung

φ:G1{0}G2{0},xx1.

Es sei M der entstehende topologische Raum gemäß der in Aufgabe 8.15 beschriebenen Konstruktion. Zeige, dass M homöomorph zur 1-Sphäre ist.



Wir betrachten die reelle Gerade zweifach, also  G1=  und  G2=  zusammen mit der Verklebungsabbildung

Id:G1{0}G2{0}.

Es sei M der entstehende topologische Raum gemäß der in Aufgabe 8.15 beschriebenen Konstruktion. Zeige, dass M keine Mannigfaltigkeit ist.




Aufgaben zum Abgeben

In der folgenden Aufgabe interpretiere man als 2.


Aufgabe (4 Punkte)

Wir betrachten die Abbildung

2,(z,w)zw.

Für welche Punkte u ist die Faser über u eine Mannigfaltigkeit? Man gebe jeweils eine möglichst einfache Beschreibung des Diffeomorphietyps.



Aufgabe (6 Punkte)

Es seien zwei Punkte P und Q auf der Einheitssphäre gegeben. Zeige, dass es einen Diffeomorphismus der Sphäre in sich gibt, der P in Q überführt.



Aufgabe (4 (1+1+2) Punkte)

Es sei M eine differenzierbare Mannigfaltigkeit. Zu jeder offenen Teilmenge  UM  betrachten wir die Menge C1(U,) der differenzierbaren Funktionen auf U. Es sei  M=iIUi  eine offene Überdeckung.

a) Zeige, dass zu  VU  offen und  fC1(U,)  auch die Einschränkung f|V zu C1(V,) gehört.


b) Es sei  fC1(M,).  Zeige, dass  f=0  genau dann ist, wenn sämtliche Einschränkungen  f|Ui=0  sind.


c) Es sei eine Familie  fiC1(Ui,)  von Funktionen gegeben, die die „Verträglichkeitsbedingung“

fi|UiUj=fj|UiUj

für alle i,j erfüllen. Zeige, dass es ein  fC1(M,)  gibt mit  f|Ui=fi  für alle i.



Aufgabe (5 Punkte)

Es sei M eine differenzierbare Mannigfaltigkeit, die mindestens zwei Elemente besitze. Zeige, dass es differenzierbare Funktionen

f,g:M
gibt mit f,g0, aber fg=0.




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