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Kurs:Mathematik (Osnabrück 2009-2011)/Teil I/Arbeitsblatt 18

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Aufwärmaufgaben

Bestätige den Satz von Cayley-Hamilton durch eine explizite Rechnung für die Matrix

(4753).



Es sei M eine diagonalisierbare Matrix mit dem charakteristischen Polynom χM. Zeige direkt, dass

χM(M)=0

gilt.


Die beiden nächsten Aufgaben verwenden folgende Definition.


Es sei K ein Körper und sei  M=(aij)ij  eine n×n-Matrix über K. Dann heißt

Spur(M):=i=1naii

die Spur von M.



Es sei K ein Körper und sei M eine n×n-Matrix über K. Wie findet man die Spur(M) im charakteristischen Polynom χM wieder?



Es sei K ein Körper und sei M eine n×n-Matrix über K mit der Eigenschaft, dass das charakteristische Polynom in Linearfaktoren zerfällt, also

χM=(Xλ1)μ1(Xλ2)μ2(Xλk)μk.

Zeige, dass

Spur(M)=i=1kμiλi

ist.



Es sei V ein reeller Vektorraum mit einem Skalarprodukt , und sei  UV  ein Untervektorraum. Zeige, dass die Einschränkung des Skalarproduktes auf U ebenfalls ein Skalarprodukt ist.



Es sei V ein reeller Vektorraum mit einem Skalarprodukt , und sei  UV  ein Untervektorraum. Zeige, dass das orthogonale Komplement ebenfalls ein Untervektorraum von V ist.



Es sei V ein reeller Vektorraum mit einem Skalarprodukt ,. Beweise den Satz des Pythagoras: Für zwei Vektoren v,wV, die senkrecht aufeinander stehen, gilt die Beziehung

v+w2=v2+w2.


Die nächste Aufgabe verwendet folgende Definition.

Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Es sei U1,,Um eine Familie von Untervektorräumen von V. Man sagt, dass V die direkte Summe der Ui ist, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind.

  1. Jeder Vektor  vV  besitzt eine Darstellung
    v=u1+u2++um

    mit  uiUi

  2.  Ui(jiUj)=0  für alle i.

Es sei V ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum mit einem Skalarprodukt , und sei UV ein Untervektorraum. Zeige, dass V die direkte Summe aus U und dem orthogonalen Komplement U ist.



Es sei V ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt , und der zugehörigen Norm . Zeige, dass die Beziehung

v,w=12(v+w2v2w2)

gilt.



Es sei V ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt , und der zugehörigen Norm . Zeige, dass die sogenannte Parallelogrammgleichung

v+w2+vw2=2v2+2w2

gilt.



Es sei V ein Vektorraum über mit einem Skalarprodukt ,. Zeige, dass der zugehörige Abstand die folgenden Eigenschaften besitzt (dabei sind u,v,wV).

  1. Es ist d(v,w)0.
  2. Es ist d(v,w)=0 genau dann, wenn v=w.
  3. Es ist d(v,w)=d(w,v).
  4. Es ist
    d(u,w)d(u,v)+d(v,w).



Es sei V ein euklidischer Vektorraum der Dimension n. Zeige, dass eine Vektorfamilie  u1,,unV  genau dann eine Orthonormalbasis von V ist, wenn die zugehörige lineare Abbildung

nV,eiui,

eine Isometrie zwischen n und V ist.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Bestätige den Satz von Cayley-Hamilton für die Matrix

(745638221)

durch eine explizite Rechnung.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei K ein Körper,  aK  und  m,n+  mit  1mn.  Man gebe Beispiele für n×n-Matrizen M derart, dass a ein Eigenwert zu M ist mit der algebraischen Vielfachheit n und der geometrischen Vielfachheit m.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper und V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum. Zeige, dass φ genau dann diagonalisierbar ist, wenn V die direkte Summe seiner Eigenräume ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei K ein Körper, n+ und seien M,NMatn(K) Matrizen, die in der Beziehung

M=BNB1

mit einer invertierbaren Matrix BMatn(K) stehen. Zeige, ohne das charakteristische Polynom zu verwenden, dass

Spur(N)=Spur(M)

ist.



Aufgabe (6 Punkte)

Es sei K ein Körper und es sei V ein n-dimensionaler Vektorraum. Es sei

φ:VV

eine lineare Abbildung. Zeige, dass φ genau dann nilpotent ist, wenn das charakteristische Polynom  χφ=Xn  ist.



Aufgabe (6 Punkte)

Es sei K ein Körper und sei M eine n×n-Matrix über K. Wir betrachten im Polynomring K[X] die Teilmenge

I={PK[X]P(M)=0}.

Es sei FI, F0, derart, dass es in I kein Polynom von kleinerem Grad gibt. Zeige: Jedes Element GI kann man schreiben als

G=FQ

mit einem QK[X].



Aufgabe (3 Punkte)

Der 3 sei mit dem Standardskalarprodukt versehen. Es sei  U3  der Kern der linearen Abbildung

3,(x,y,z)3x+y+7z,

versehen mit dem eingeschränkten Skalarprodukt. Man bestimme eine Orthonormalbasis für U.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei V ein euklidischer Vektorraum und sei  u1,,unV  eine Orthonormalbasis von V. Zeige, dass für jeden Vektor  vV  die Beziehung

v=i=1nv,uiui

gilt.



Aufgabe (6 Punkte)

Man beweise das Schmidtsche Orthonormalisierungsverfahren. Das besagt, dass man in einem euklidischen Vektorraum aus einer gegebenen Basis v1,,vn eine Orthonormalbasis u1,,un basteln kann derart, dass die erzeugten Unterräume

v1,,vi=u1,,ui

übereinstimmen für alle i=1,,n.



Aufgabe (6 Punkte)

Formuliere und beweise den „orthonormalen Basisergänzungssatz“.



Aufgabe (6 Punkte)

Es sei V ein euklidischer Vektorraum und sei

φ:VV

eine lineare Abbildung. Zeige, dass die folgenden Aussagen äquivalent sind:

  1. φ ist eine Isometrie.
  2. Für jeden Vektor v mit  v=1  ist auch  φ(v)=1
  3. Für jede Orthonormalbasis ui,i=1,,n, ist auch φ(ui),i=1,,n, eine Orthonormalbasis.
  4. Es gibt eine Orthonormalbasis ui,i=1,,n, derart, dass auch φ(ui),i=1,,n, eine Orthonormalbasis ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Man gebe ein Beispiel einer bijektiven linearen Abbildung

φ:33

an, die keine Isometrie ist, für die aber für alle  u,vV  die Beziehung

u,v=0 genau dann, wenn φ(u),φ(v)=0

gilt.



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