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Kurs:Riemannsche Flächen (Osnabrück 2022)/Arbeitsblatt 21

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Aufgaben

Es sei  X=iIUi  eine offene Überdeckung eines topologischen Raumes X und sei 𝒢 eine Garbe von kommutativen Gruppen auf X. Zeige

Hˇ0(Ui,iI,𝒢)=Γ(X,𝒢).



Es sei  X=iIUi  eine offene Überdeckung eines topologischen Raumes X und sei 𝒢 eine Garbe von kommutativen Gruppen auf X. Es sei  sCˇk(Ui,𝒢)  ein Čech-Kozykel, der für ein bestimmtes  J={i0,i1,,ik}I  den Wert  aΓ(UJ,𝒢)  und für alle anderen (k+1)-elementigen Teilmengen  JJ  den Wert 0 besitzt. Bestimme  δ(s)Cˇk+1(Ui,𝒢)



Zeige, dass der Čech-Komplex in der Tat ein Komplex ist.



Wir betrachten auf dem Kreis S1 die Überdeckung mit drei offenen (zu reellen Intervallen homöomorphen) Kreissegmenten  S1=U1U2U3,  deren Durchschnitte UiUj Intervalle seien. Es sei G eine diskrete topologische Gruppe und 𝒢 die Garbe der lokal konstanten G-wertigen Funktionen auf dem Kreis. Bestimme Hˇ1(U1,U2,U3,𝒢).



Es sei  X=AB  die Vereinigung von zwei Kreisen, die sich in einem Punkt P treffen (also eine „Acht“). Wir betrachten die offene Überdeckung U1,U2,U3 von X, wobei U1 eine offener Dreiviertelkreis von A ist, der P nicht enthält, wobei U2 ein offener Dreiviertelkreis von B ist, der P nicht enthält, und wobei U3 den Punkt P enthält und von beiden Kreisen einen offenen Halbkreis ausschneidet. Es sei G eine diskrete topologische Gruppe und 𝒢 die Garbe der lokal konstanten G-wertigen Funktionen auf X. Bestimme Hˇ1(U1,U2,U3,𝒢).



Auf der Kugeloberfläche S2 fixieren wir ein „Dreieck“, etwa eines, das ein Achtel der Oberfläche einnimmt. Es seien K1,K2,K3 die Kanten des Dreieckes. Dann ist

Ui=S2Ki

homöomorph zum 2, der Durchschnitt

U1U2=S2(K1K2)

ist ebenfalls homöomorph zum 2, dagegen zerfällt der Dreierdurchschnitt U1U2U3 in zwei Teile, nämlich das offene innere Dreieck und die offene Restfläche, die beide homöomorph zum 2 sind. Es sei G eine diskrete topologische Gruppe und 𝒢 die zugehörige Garbe der lokal konstanten Funktionen mit Werten in G. Bestimme den Čech-Komplex zu dieser Überdeckung und berechne Hˇ1(Ui,𝒢) und Hˇ2(Ui,𝒢).



Wir betrachten einen Torus

XS1×S1

und darauf einen Kreis  Z=S1×{P}.  Es sei  WS1×I  ein offener Streifen um Z und es sei

W=U1U2,

wobei U1,U2 homöomorph zu offenen Rechtecken seien und sich an den jeweiligen Enden überlappen (es liegt also um den Kreis eine Verdickung der Situation aus Beispiel 21.7 vor). Es sei

U3=TZ.

Berechne Hˇ1(U1,U2,U3,𝒢), wobei 𝒢 die Garbe der lokal konstanten Funktionen mit Werten in einer kommutativen Gruppe G bezeichnet.



Es sei X eine zusammenhängende riemannsche Fläche und eine invertierbare Untergarbe der Garbe der meromorphen Funktionen auf X. Bestimme eine Beschreibung von als Čech-Kozykel von 𝒪X×.



Es sei 𝒢 eine welke Garbe auf einem topologischen Raum X und sei  X=iIUi  eine offene Überdeckung. Zeige

Hˇ1(Ui,iI,𝒢)=0.



Es seien

X=iIUi=jJVj

offene Überdeckungen eines topologischen Raumes X. Zeige, dass

Wij:=UiVj

mit der Indexmenge I×J eine gemeinsame Verfeinerung der beiden Überdeckungen ist.



Es sei X ein topologischer Raum und 𝒢 eine Garbe von kommutativen Gruppen auf X. Es sei Ui, iI, eine offene Überdeckung von X, die eine Verfeinerung der offenen Überdeckung Vj, jJ, sei. Zeige, dass die Verfeinerungsabbildung

Hˇ1(𝔙,)Hˇ1(𝔘,)

unabhängig von der Indexabbildung α:IJ ist.



Es sei 𝒢 eine Garbe von kommutativen Gruppen auf einem topologischen Raum X, es sei  X=iIUi  eine offene Überdeckung und sei  gijΓ(UiUj,𝒢)  ein Čech-Kozykel zur gegebenen Garbe und Überdeckung. Es sei  α,βI  mit

gα,β=hα|UαUβhβ|UαUβ

mit  hαΓ(Uα,𝒢)  und  hβΓ(Uβ,𝒢).  Es sei  J=I{α,β}  und  W=UαUβ.  Zeige die folgenden Aussagen.

  1. Die Familie Uj, jJ, zusammen mit W ist ebenfalls eine offene Überdeckung von X.
  2. Zu  iJ  sind
    fi={giα+hα auf UiUα,giβ+hβ auf UiUβ,

    wohldefinierte Schnitte aus Γ(UiW,𝒢).

  3. Die Familie gij,  i,jJ  und fi aus Γ(UiW,𝒢) zu  iJ  ist ein Kozykel zu 𝒢 zur Überdeckung aus (1).
  4. Der Kozykel aus (2) definiert die gleiche erste Čech-Kohomologieklasse wie der ursprüngliche Kozykel.


In den folgenden Aufgaben beschreiben wir eine Interpretation der ersten Kohomologiegruppe zur Garbe der lokal konstanten Funktionen in einer diskreten Gruppe mit Hilfe von Überlagerungen.


Es sei X ein topologischer Raum und G eine Gruppe. Eine Überlagerung p:YX heißt eine G-Überlagerung, wenn eine fasertreue Gruppenoperation G×YY fixiert ist derart, dass es eine offene Überdeckung  X=iIUi  gibt und G-invariante Homöomorphismen

G×Uip1(Ui)

über Ui.


In der folgenden Aufgabe wird die triviale G-Überlagerung beschrieben.


Es sei X ein topologischer Raum und G eine Gruppe. Zeige, dass G×X, wobei G mit der diskreten Topologie versehen wird, in natürlicher Weise eine G-Überlagerung von X ist.



Zeige, dass zwei G-Überlagerungen p1,p2:YX als Überlagerungen isomorph sein können, ohne dass sie als G-Überlagerungen isomorph sind.



Es sei X ein topologischer Raum, G eine Gruppe und p:YX eine G-Überlagerung. Zeige, dass es sich um eine normale Überlagerung handelt.



Es sei X ein topologischer Raum, G eine Gruppe und p:YX eine G-Überlagerung. Zeige, dass G eine Untergruppe der Decktransformationsgruppe ist.


Ohne weitere Voraussetzung kann bei einer G-Überlagerung die Decktransformationsgruppe größer als G sein, wie schon die triviale G-Überlagerung zeigt.


Es sei p:YX eine normale Überlagerung mit Y hausdorffsch, lokal wegzusammenhängend und zusammenhängend. Es sei G die Decktransformationsgruppe. Zeige, dass Y eine G-Überlagerung ist.



Es sei p eine Primzahl,  G=/(p)  und  k/(p).  Es sei  X=×.  Wir ordnen k eine G-Überlagerung p:YX in der folgenden Weise zu: Wenn  k=0  ist, so nimmt man die p-fache disjunkte Vereinigung von × und lässt den Erzeuger der Gruppe durch eine zyklische Vertauschung der Kopien operieren. Wenn k eine Einheit modulo p ist, so ist  Y=×,  die Abbildung ist die Potenzierung zzp und die G-Operation ist dadurch gegeben, dass der Erzeuger der Gruppe als Multiplikation mit ζk wirkt, wobei ζ eine fixierte p-te primitive Einheitswurzel ist. Zeige, dass dabei nichtisomorphe G-Überlagerungen entstehen.



Es sei X ein topologischer Raum und G eine kommutative Gruppe. Zeige, dass die Menge der G-Überlagerungen (wobei G-isomorphe Überlagerungen miteinander identifiziert werden) in einer natürlichen Bijektion mit der ersten Kohomologiegruppe Hˇ1(X,G), wobei G hier die Garbe der lokal konstanten Funktionen mit Werten in G bezeichnet.



Es sei X ein topologischer Raum und sei φ:𝒢 ein Homomorphismus zwischen den Garben von kommutativen Gruppen und 𝒢 auf X. Zeige die folgenden Aussagen.

  1. Zu einer offenen Überdeckung  X=iIUi  gibt es einen natürlichen Gruppenhomomorphismus
    Hˇ1(Ui,)Hˇ1(Ui,𝒢).
  2. Es gibt einen natürlichen Gruppenhomomorphismus
    Hˇ1(X,)Hˇ1(X,𝒢).



Es sei

0𝒢0

eine kurze exakte Sequenz von Garben von kommutativen Gruppen auf einem topologischen Raum X. Zeige, dass dann eine lange exakte Sequenz

0Γ(X,)Γ(X,𝒢)Γ(X,)δHˇ1(X,)Hˇ1(X,𝒢)Hˇ1(X,)

vorliegt.



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