Kurs:Lineare Algebra/Teil I/12/Klausur mit Lösungen/kontrolle
| Aufgabe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Punkte | 3 | 3 | 3 | 9 | 4 | 4 | 4 | 4 | 4 | 2 | 4 | 6 | 6 | 2 | 3 | 3 | 64 |
Aufgabe (3 Punkte)
- Eine Verknüpfung auf einer Menge ist eine
Abbildung
- Zwei (inhomogene) lineare Gleichungssysteme heißen äquivalent, wenn ihre Lösungsmengen übereinstimmen.
- Die Matrix mit
heißt die inverse Matrix von .
- Die Zahl
heißt das Signum der Permutation .
- Ein
Untervektorraum
heißt -invariant, wenn
gilt.
- Eine quadratische Matrix der Form
wobei die Jordanmatrizen sind, heißt Matrix in jordanscher Normalform.
Aufgabe (3 Punkte)
- Es sei ein Körper und es seien
und
Vektorräume über der Dimension
bzw. .
Es sei
eine lineare Abbildung, die bezüglich zweier Basen durch die Matrix beschrieben werde. Dann gilt
- Es sei ein
Körper
und ein
-Vektorraum. Dann gibt es eine natürliche
injektive
lineare Abbildung
Wenn endlichdimensional ist, so ist ein
Isomorphismus. - Es sei ein
Körper
und es sei ein
endlichdimensionaler
-Vektorraum.
Es sei
eine nilpotente lineare Abbildung. Dann gibt es eine Basis von , bezüglich der die beschreibende Matrix die Gestalt
Aufgabe (3 Punkte)
Eine Bahncard , mit der man ein Jahr lang Prozent des Normalpreises einspart, kostet Euro und eine Bahncard , mit der man ein Jahr lang Prozent des Normalpreises einspart, kostet Euro. Für welchen Jahresgesamtnormalpreis ist keine Bahncard, die Bahncard oder die Bahncard die günstigste Option?
Es sei der Gesamtnormalpreis. Mit BC25 hat man die Kosten
und mit BC50 hat man die Kosten
Die Bedingung
führt auf
Die Bedingung
führt auf
Die Bedingung
führt auf
also
Also ist für keine Bahncard die günstigste Option, für ist die BC25 die günstigste Option und für ist die BC50 die günstigste Option.
Aufgabe (9 (4+5) Punkte)
a) Zeige, dass die drei reellen Matrizen
bezüglich der Matrizenmultiplikation eine Gruppe bilden.
b) Zeige, dass die sechs reellen Matrizen
bezüglich der Matrizenmultiplikation eine Gruppe bilden.
a) Zur Abkürzung sei
Es ist
und dies ist die dritte der angeführten Matrizen. Ferner ist
Daher sind sämtliche Produkte, die man aus den drei Matrizen bilden kann, wieder eine der Matrizen. Die Matrizenmultiplikation ist also eine Verknüpfung auf der gegebenen Menge. Die Verknüpfung ist assoziativ, da dies ganz allgemein für die Matrizenmultiplikation gilt. Die Einheitsmatrix ist das neutrale Element der Verknüpfung, und nach obiger Rechnung sind und invers zueinander.
b) Wir setzen
wobei
ist. Ferner ist
und
es geht also um die sechs Matrizen
die wir alle einheitlich als
schreiben können. Ein Matrizenprodukt kann man somit als
schreiben. Bei oder liegt direkt wieder ein Ausdruck der Form vor, wobei man wegen und erreichen kann, dass und ist. Bei und kommt im Innern der Ausdruck vor. Dieser ist
Daher kann man die nach rechts bringen und erhält eine Darstellung wie zuvor. Die Matrizenmuliplikation ist also eine Verknüpfung auf der gegebenen Menge. Die Verknüpfung ist wieder assoziativ und die Einheitsmatrix ist das neutrale Element. Das inverse Element zu ist aufgrund des bisher Bewiesenen
und dieses gehört zur Menge.
Aufgabe (4 Punkte)
Die Funktionen sind linear unabhängig. Wenn nämlich eine lineare Abhängigkeit vorliegen würde, so gelte
mit , nicht alle . Dies gilt dann auch an jeder Stelle . Wir betrachten die Stellen
Die Werte der drei Funktionen an diesen Stellen sind
Die angenommene lineare Abhängigkeit bedeutet somit, dass die Spalten der Matrix
linear abhängig sind und ihre Determinante sein muss. Die Entwicklung nach der ersten Zeile zeigt aber, dass die Determinante den Wert hat.
Aufgabe (4 Punkte)
Wir lösen zuerst das lineare Gleichungssystem
Die Zeilenoperation führt auf
und führt auf
Damit ist
und
also
und
Also ist
Aufgabe (4 Punkte)
Es sei ein Körper und es seien und endlichdimensionale -Vektorräume. Zeige, dass und genau dann zueinander isomorph sind, wenn ihre Dimension übereinstimmt.
Es sei eine Basis von . Aufgrund der Surjektivität von existieren Elemente in mit .
Es sei eine Darstellung der 0. Dann ist
weil linear unabhängig sind, sind alle Koeffizienten 0. Daraus schließen wir, dass linear unabhängig sind und wegen Satz 7.11 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) (4) ist die Dimension von damit mindestens so hoch wie die von . Mithilfe der Umkehrabbildung zu können wir ebenso zeigen, dass die Dimension von mindestens so hoch ist, wie die von . Also sind die Vektorräume gleichdimensional.
Nehmen wir umgekehrt an, dass die Dimensionen der Vektorräume übereinstimmen, und seien Basen von und von gegeben. Dann werden durch die Zuordnungen bzw. gemäß Satz 10.10 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) lineare Abbildungen definiert. Diese sind zueinander invers (man kann dies auf Basen nachprüfen und auf den gewählten Basen ist dies trivial), also sind und isomorph.
Aufgabe (4 Punkte)
Es sei
angenommen. Dann gibt es einen Vektor mit
Wir ergänzen zu einer Basis
von . Es sei die Matrix bezüglich der Standardbasis, die die durch und für festgelegte lineare Abbildung beschreibt. Der Rang von ist , da ja das Bild gerade ist, und es ist
also ist
im Widerspruch zur Voraussetzung.
Aufgabe (4 Punkte)
Beweise den Satz über die Matrixbeschreibung für die duale Abbildung.
Die Behauptung bedeutet die Gleichheit
in . Dies kann man auf der Basis , , überprüfen. Es ist einerseits
und andererseits ebenso
Aufgabe (2 Punkte)
Es ist
und
Aufgabe (4 Punkte)
Es sei der reelle Vektorraum der Polynome vom Grad mit der Basis
Erstelle für die Ableitungsabbildung
die beschreibende Matrix bezüglich dieser Basis.
Bestimme den Kern und das Bild dieser Abbildung sowie deren Dimensionen.
Die Ableitung schickt die Basiselemente auf
Daraus sind direkt die Koeffizienten der Bildvektoren bezüglich der Basis abzulesen. In der beschreibenden Matrix stehen in den Spalten die Koeffizienten der Bildvektoren. Daher lautet die Matrix
Das Bild dieser Abbildung besteht aus allen Polynomen vom Grad . Dieser Untervektorraum besitzt die Basis und hat demnach die Dimension .
Der Kern besteht aus den konstanten Polynomen mit der Basis , dieser Unterraum ist also eindimensional.
Aufgabe (6 Punkte)
Es sei eine endliche Menge und
eine Abbildung. Zeige, dass man als die Hintereinanderschaltung
schreiben kann, wobei die Transpositionen und die Abbildungen derart sind, dass es gibt mit
und
Wenn injektiv ist, so ist auch bijektiv und damit eine Permutation, und die Aussage gilt nach Lemma 18.7 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) allein mit Transpositionen. Es sei also nicht injektiv und seien Elemente die beide auf das gleiche Element abgebildet werden. Es sei die Abbildung, die und auf abbildet und ansonsten die Identität ist. Dann kann man
schreiben, wobei man setzt, wobei ein Element sei, das nicht zum Bild von gehört, und man ansonsten setzt - also insbesondere . Wenn ebenfalls nicht injektiv ist, so können wir mit entsprechenden Festsetzungen
schreiben. So machen wir Schritt für Schritt weiter. Da sich dabei bei jedem Schritt die Anzahl der Elemente im Bild von erhöht, erreichen wir schließlich die Situation
wobei bijektiv ist. Diese Bijektion können wir als Produkt von Transpositionen darstellen.
Aufgabe (6 Punkte)
Es sei ein Körper und es seien verschiedene Elemente und Elemente gegeben. Zeige, dass es ein eindeutiges Polynom vom Grad derart gibt, dass für alle ist.
Wir beweisen die Existenz und betrachten zuerst die Situation, wo ist für alle für ein festes . Dann ist
ein Polynom vom Grad , das an den Stellen den Wert hat. Das Polynom
hat an diesen Stellen ebenfalls eine Nullstelle, zusätzlich aber noch bei den Wert . Nennen wir dieses Polynom . Dann ist
das gesuchte Polynom. An der Stelle gilt ja
für und .
Die Eindeutigkeit folgt aus Korollar 19.9 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)).
Aufgabe (2 Punkte)
Es ist
Daher ist
Aufgabe (3 (1+2) Punkte)
a) Man gebe ein Beispiel für eine -Permutationsmatrix, bei der in jeder Diagonalen (Haupt-, Neben- und Gegendiagonalen) höchstens eine steht.
b) Zeige, dass es keine Lösung zu a) gibt, bei der
ist.
a)
b) Eine links oben erzwingt die folgende Situation ( bedeutet, dass dort eine stehen könnte)
Wir betrachten die Situation je nachdem, wo in der zweiten Zeile die steht. Im ersten Fall ist
was nicht zu einer Lösung ergänzt werden kann. Im zweiten Fall ist
Da die verbleibenden noch freien Positionen auf einer Diagonalen liegen, kann das ebenfalls nicht zu einer Lösung ergänzt werden.
Aufgabe (3 Punkte)
Das charakteristische Polynom der Matrix ist
Der rechte Faktor ist
stets positiv und besitzt daher in keine Nullstelle. Also zerfällt das charakteristische Polynom nicht vollständig in Linearfaktoren und nach Satz 25.10 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) ist die Matrix nicht trigonalisierbar.