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Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2017-2018)/Teil I/Arbeitsblatt 11

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Die Pausenaufgabe

Welche der folgenden Figuren können als Bild eines Quadrates unter einer linearen Abbildung von 2 nach 2 auftreten?




Übungsaufgaben

Es sei K ein Körper, V und W seien K-Vektorräume und

φ:VW

sei eine K-lineare Abbildung. Zeige, dass die folgenden Aussagen gelten.

  1. Für einen Untervektorraum  SV  ist auch das Bild φ(S) ein Untervektorraum von W.
  2. Insbesondere ist das Bild  bildφ=φ(V)  der Abbildung ein Untervektorraum von W.
  3. Für einen Unterraum  TW  ist das Urbild φ1(T) ein Untervektorraum von V.
  4. Insbesondere ist φ1(0) ein Untervektorraum von V.



Bestimme den Kern der durch die Matrix

M=(23014225)

gegebenen linearen Abbildung

φ:42.



Bestimme den Kern der linearen Abbildung

43,(xyzw)(215232712143)(xyzw).



Wir betrachten die lineare Abbildung φ:22, die durch die Matrix (8459) gegeben ist.

  1. Bestimme das Bild der durch die Gleichung
    5x7y=0

    gegebenen Geraden.

  2. Bestimme das Urbild der durch die Gleichung
    6x11y=0

    gegebenen Geraden.



Es sei K ein Körper und V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum. Es sei  UV  ein Untervektorraum. Zeige, dass es einen K-Vektorraum W und eine surjektive K-lineare Abbildung

φ:VW

derart gibt, dass  U=kernφ  ist.



Es sei eine lineare Abbildung φ:32 wie in Beispiel 10.11 gegeben, um räumliche Figuren in der Ebene darzustellen. Man stelle sich das Urbild zu einem Punkt  P2  vor. Wie sehen die zugehörigen Geradengleichungen aus? Welche Punkte  Q3  besitzen den gleichen Bildpunkt wie der Eckpunkt (1,1,1) des Einheitswürfels?



Es sei  A=(315102)  und

f:32,xAx

die zugehörige lineare Abbildung.

  1. Bestimme jeweils eine Basis und die Dimension von kernf und bildf.
  2. Finde einen Untervektorraum  V3  derart, dass
    3=Vkernf

    gilt.

  3. Gibt es auch einen Untervektorraum  U2,   U0,  mit  2=Ubildf



Es sei V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum und f:VV ein Endomorphismus. Zeige, dass die folgenden Aussagen äquivalent sind:

  1.  kernf=kern(ff)
  2.  kernfbildf={0}
  3.  V=kernfbildf
  4.  bildf=bild(ff)



Wir betrachten die Abbildung

,xx21.

Zeige, dass für diese Abbildung weder Bilder von Untervektorräumen  U  wieder Untervektorräume noch Urbilder von Untervektorräumen wieder Untervektorräume sind.



Es sei K ein Körper und V ein K-Vektorraum. Zu einem Vektor  vV  nennt man die Abbildung

VV,xx+v,

die Verschiebung (oder die Translation) um den Vektor v.


Eine Verschiebung ist im Allgemeinen keine lineare Abbildung, da 0 nicht auf 0 abgebildet wird. Man spricht von einer affin-linearen Abbildung, worauf wir später zurückkommen werden.


Es sei  Fn  eine „geometrische Figur“, beispielsweise ein Kreis oder ein Rechteck in der Ebene. Es sei

θw:nn,xx+w,

die Verschiebung um den Vektor w und es sei  F=θw(F)  die verschobene Figur. Es sei

φ:nm

eine lineare Abbildung. Zeige, dass das Bild φ(F) aus dem Bild φ(F) durch eine Verschiebung im m hervorgeht.



Wie sieht der Graph einer linearen Abbildung

f:,
g:2,
h:2

aus? Wie sieht man in einer Skizze des Graphen den Kern der Abbildung?



Man gebe ein Beispiel für eine lineare Abbildung

φ:22,

die nicht injektiv ist, deren Einschränkung

22

aber injektiv ist.



Es sei φ:22 die durch die Matrix  M=(5123)  (bezüglich der Standardbasis) festgelegte lineare Abbildung. Bestimme die beschreibende Matrix zu φ bezüglich der Basis (14) und (42).



Die Telefonanbieter A,B und C kämpfen um einen Markt, wobei die Marktaufteilung im Jahr j durch das Kundentupel Kj=(aj,bj,cj) ausgedrückt wird (dabei steht aj für die Anzahl der Kunden von A im Jahr j usw.). Es sind regelmäßig folgende Kundenbewegungen innerhalb eines Jahres zu beobachten.

  1. Die Kunden von A bleiben zu 80% bei A und wechseln zu je 10% zu B bzw. zu C.
  2. Die Kunden von B bleiben zu 70% bei B und wechseln zu 10% zu A und zu 20% zu C.
  3. Die Kunden von C bleiben zu 50% bei C und wechseln zu 20% zu A und zu 30% zu B.

a) Bestimme die lineare Abbildung (bzw. die Matrix), die das Kundentupel Kj+1 aus Kj berechnet.

b) Welches Kundentupel entsteht aus dem Kundentupel (12000,10000,8000) innerhalb eines Jahres?

c) Welches Kundentupel entsteht aus dem Kundentupel (10000,0,0) in vier Jahren?



Die Zeitungen A,B und C verkaufen Zeitungsabos und konkurrieren dabei um einen lokalen Markt mit 100000 potentiellen Lesern. Dabei sind innerhalb eines Jahres folgende Kundenbewegungen zu beobachten.

  1. Die Abonnenten von A bleiben zu 80% bei A, 10% wechseln zu B, 5% wechseln zu C und 5% werden Nichtleser.
  2. Die Abonnenten von B bleiben zu 60% bei B, 10% wechseln zu A, 20% wechseln zu C und 10% werden Nichtleser.
  3. Die Abonnenten von C bleiben zu 70% bei C, niemand wechselt zu A, 10% wechseln zu B und 20% werden Nichtleser.
  4. Von den Nichtlesern entscheiden sich je 10% für ein Abonnement von A,B oder C, die übrigen bleiben Nichtleser.


a) Erstelle die Matrix, die die Kundenbewegungen innerhalb eines Jahres beschreibt.


b) In einem bestimmten Jahr haben alle drei Zeitungen je 20000 Abonnenten und es gibt 40000 Nichtleser. Wie sieht die Verteilung ein Jahr später aus?


c) Die drei Zeitungen expandieren in eine zweite Stadt, wo es bislang überhaupt keine Zeitungen gibt, aber ebenfalls 100000 potentielle Leser. Wie viele Leser haben dort die einzelnen Zeitungen (und wie viele Nichtleser gibt es noch) nach drei Jahren, wenn dort die gleichen Kundenbewegungen zu beobachten sind?



Wir betrachten die lineare Abbildung

φ:K3K2,(xyz)(125411)(xyz).

Es sei  UK3  der durch die lineare Gleichung  2x+3y+4z=0  definierte Untervektorraum von K3, und ψ sei die Einschränkung von φ auf U. Zu U gehören Vektoren der Form

u=(0,1,a),v=(1,0,b) und w=(1,c,0).

Berechne a,b,c und die Übergangsmatrizen zwischen den Basen

𝔟1=v,w,𝔟2=u,w und 𝔟3=u,v

von U sowie die beschreibenden Matrizen für ψ bezüglich dieser drei Basen (und der Standardbasis auf K2).



Wir betrachten die Vektorenfamilien

𝔲=(1010),(0110),(0011),(1001) und 𝔳=(101),(011),(001)

im 4 bzw. 3. Die Standardbasen seien mit 𝔢4 und 𝔢3 bezeichnet. Die lineare Abbildung

f:43

sei durch die Matrix

A=(232335011222)

bezüglich der Standardbasen gegeben. Bestimme die beschreibenden Matrizen von f bezüglich der Basen

a) 𝔢4 und 𝔳,


b) 𝔲 und 𝔢3,


c) 𝔲 und 𝔳.



Beweise Satz 9.7 mithilfe von Satz 11.5.



Es sei

φ:VV

ein Endomorphismus auf einem endlichdimensionalen K-Vektorraum V. Zeige, dass φ genau dann eine Streckung ist, wenn die beschreibende Matrix unabhängig von den gewählten Basen ist.





Beweise Lemma 9.5 mithilfe von Lemma 11.10 und Beispiel 10.13.


Die folgende Aufgabe verwendet den Isomorphiebegriff für Gruppen. Die Bearbeitung der Frage erfordert den Mächtigkeitsbegriff, das Ergebnis mag etwas verwirrend sein.


Es seien V und W vom Nullraum verschiedene, endlichdimensionale reelle Vektorräume. Sind sie als kommutative Gruppen isomorph?




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (3 Punkte)

Skizziere das Bild der dargestellten Kreise unter der durch die Matrix (2003) gegebenen linearen Abbildung vom 2 in sich.



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme das Bild und den Kern der linearen Abbildung

f:44,(x1x2x3x4)(1341257112322002)(x1x2x3x4).



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei  E3  die durch die lineare Gleichung  5x+7y4z=0  gegebene Ebene. Bestimme eine lineare Abbildung

φ:23

derart, dass das Bild von φ gleich E ist.



Aufgabe (3 Punkte)

Auf dem reellen Vektorraum  G=4  der Glühweine betrachten wir die beiden linearen Abbildungen

π:G,(znrs)8z+9n+5r+s,

und

κ:G,(znrs)2z+n+4r+8s.

Wir stellen uns π als Preisfunktion und κ als Kalorienfunktion vor. Man bestimme Basen für kernπ, für kernκ und für kern(π×κ).[1]



Aufgabe (6 (3+1+2) Punkte)

Eine Tierpopulation besteht aus Traglingen (erstes Lebensjahr), Frischlingen (zweites Lebensjahr), Halbstarken (drittes Lebensjahr), Reifen (viertes Lebensjahr) und alten Hasen (fünftes Lebensjahr), älter können diese Tiere nicht werden. Der Gesamtbestand dieser Tiere in einem bestimmten Jahr j wird daher durch ein 5-Tupel

Bj=(b1,j,b2,j,b3,j,b4,j,b5,j)

angegeben.

Von den Traglingen erreichen 7/8-tel das Frischlingsalter, von den Frischlingen erreichen 9/10-tel das Halbstarkenalter, von den Halbstarken erreichen 5/6-tel das reife Alter und von den Reifen erreichen 2/3-tel das fünfte Jahr.

Traglinge und Frischlinge können sich noch nicht vermehren, dann setzt die Geschlechtsreife ein und 10 Halbstarke zeugen 5 Nachkommen und 10 Reife zeugen 8 Nachkommen, wobei die Nachkommen ein Jahr später geboren werden.

a) Bestimme die lineare Abbildung (bzw. die Matrix), die den Gesamtbestand Bj+1 aus dem Bestand Bj berechnet.


b) Was wird aus dem Bestand (200,150,100,100,50) im Folgejahr?


c) Was wird aus dem Bestand (0,0,100,0,0) in fünf Jahren?



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei z eine komplexe Zahl und es sei

,wzw,

die dadurch definierte Multiplikation, die eine -lineare Abbildung ist. Wie sieht die Matrix zu dieser Abbildung bezüglich der reellen Basis 1 und i aus? Zeige, dass zu zwei komplexen Zahlen z1 und z2 mit den beiden reellen Matrizen M1 und M2 die Produktmatrix M2M1 die beschreibende Matrix zu z1z2 ist.




Fußnoten
  1. Man störe sich nicht daran, dass hier negative Zahlen vorkommen können. In einem trinkbaren Glühwein kommen natürlich die Zutaten nicht mit einem negativen Koeffizienten vor. Wenn man sich aber beispielsweise überlegen möchte, auf wie viele Arten man eine bestimmte Rezeptur ändern kann, ohne dass sich der Gesamtpreis oder die Energiemenge ändert, so ergeben auch negative Einträge einen Sinn.


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