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Kurs:Zahlentheorie (Osnabrück 2016-2017)/Arbeitsblatt 18

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Übungsaufgaben

Es sei  L  eine endliche Körpererweiterung und es sei  RL  ein Unterring mit den folgenden Eigenschaften:

  1. R ist ganz über .
  2. Es ist  Q(R)=L
  3. R ist normal.

Dann ist R der Ring der ganzen Zahlen von L.



Es sei R ein kommutativer Ring und

S=R[X1,,Xn]/𝔞

eine (als Algebra) endlich erzeugte R-Algebra, die ganz über R sei. Zeige, dass S ein endlich erzeugter R-Modul ist.



Es sei R ein Zahlbereich und es sei  RS  eine endliche Erweiterung von kommutativen Ringen. Es sei S ein normaler Integritätsbereich. Zeige, dass S ebenfalls ein Zahlbereich ist.



Es sei R ein Zahlbereich und sei  fR.  Zeige, dass  N(f)(f)  ist, dass also die Norm zum von f erzeugten Hauptideal gehört. Zeige durch ein Beispiel, dass dies für die Spur nicht gelten muss.



Es sei R ein Zahlbereich und sei  fR.  Zeige, dass die Spur und die Norm von f ganzzahlig sind.


In den drei folgenden Aufgaben wird der Begriff des primitiven Polynoms verwendet:


Ein Polynom  F[X]  heißt primitiv, wenn die Koeffizienten von F teilerfremd sind.



Es sei  F[X]  ein Polynom. Zeige, dass man F als  F=nF~  mit  n  und primitivem F~ schreiben kann.



Es sei  F[X]  ein irreduzibles Polynom. Dann ist F, aufgefasst als Polynom in [X], ebenfalls irreduzibel.



Es seien  F,G[X]  primitive Polynome. Zeige, dass dann auch das Produkt FG primitiv ist.



Es sei R ein faktorieller Zahlbereich und  R  die zugehörige Erweiterung. Zu einer Primzahl p sei

p=q1r1qkrk

die Primfaktorzerlegung von p in R (die qi seien also paarweise nicht assoziiert). Zeige, dass die Primideale 𝔭 von R mit der Eigenschaft  𝔭=(p)  genau die Primideale der Form  𝔭=(qi)  sind.



Es sei R ein Zahlbereich und sei  f1,,fnR  eine -Basis von R. Zeige, dass dann der Betrag der Diskriminante

|Δ(f1,,fn)|

minimal ist unter allen Diskriminanten von linear unabhängigen n-Tupeln aus R.



Berechne die Diskriminante der Gaußschen Zahlen. Man gebe zwei wesentlich verschiedene -Basen von [i] an und überprüfe, dass die Diskriminanten übereinstimmen.



Man gebe ein Beispiel für einen Dedekindbereich, wo jeder Restklassenring 0 unendlich ist, und für einen Dedekindbereich, der einen Körper enthält und wo alle echten Restklassenringe endlich sind.



Es sei R ein noetherscher, kommutativer Ring. Zeige, dass dann auch jeder Restklassenring R/𝔞 noethersch ist.



Es sei K ein Körper und sei

K[Xn,n]

der Polynomring über K in unendlich vielen Variablen. Man beschreibe darin ein nicht endlich erzeugtes Ideal und eine unendliche, echt aufsteigende Idealkette.


Die folgenden Aufgaben benutzen das Produkt von Idealen.


Zu zwei Idealen 𝔞 und 𝔟 in einem kommutativen Ring wird das Produkt durch

𝔞𝔟={a1b1+a2b2++akbkai𝔞,bi𝔟}

definiert.


Für das n-fache Produkt eines Ideals 𝔞 mit sich selbst schreibt man 𝔞n.


Zeige, dass das Produkt von Hauptidealen wieder ein Hauptideal ist.



Es seien  𝔞,𝔟R  Ideale in einem kommutativen Ring R. Zeige, dass die Beziehung

𝔞𝔟𝔞𝔟

gilt.



Es sei  𝔞R  ein Ideal in einem kommutativen Ring R. Zeige, dass die Potenzen 𝔞n,n+, alle dasselbe Radikal besitzen.



Es seien I und J Ideale in einem kommutativen Ring R und sei  n.  Zeige die Gleichheit

(I+J)n=In+In1J+In2J2++I2Jn2+IJn1+Jn.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (5 Punkte)

Es sei  R=[X]/(X4+X3+X2+X+1).  Bestimme die Primideale in R, die über den Primzahlen  p=2,3,5,7  liegen.



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei p eine Primzahl. Wir betrachten die endliche Körpererweiterung

L=[X]/(X3p)

vom Grad 3. Es sei  f=aX2+bX+cL  ein Element davon mit  a,b,c.  Berechne das Minimalpolynom von f und gib die Koeffizienten davon explizit an. Bestimme insbesondere die Norm und die Spur von f.

Welche Bedingungen an a,b,c ergeben sich aus der Voraussetzung, dass f ganz über ist?



Aufgabe (3 Punkte)

Es sei R ein Dedekindbereich und seien 𝔭 und 𝔮 verschiedene Primideale 0. Dann gibt es einen Ringisomorphismus

R/𝔭𝔮R/𝔭×R/𝔮.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei R ein Dedekindbereich und seien 𝔭 und 𝔮 zwei verschiedene Primideale. Dann ist

𝔭𝔮=𝔭𝔮.



Aufgabe (4 Punkte)

Zeige: Ein kommutativer Ring R ist genau dann noethersch, wenn es in R keine unendliche echt aufsteigende Idealkette

𝔞1𝔞2𝔞3

gibt.



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