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Kurs:Lineare Algebra (Osnabrück 2017-2018)/Teil II/Arbeitsblatt 56

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Übungsaufgaben

Es seien im 2 die Basen  𝔳=(37),(52)  und die Standardbasis 𝔢 und in die reellen Basen  𝔵=82i,6+3i  und  𝔶=1,i  gegeben. Bestimme die Übergangsmatrix zu den zugehörigen Basen auf dem Tensorprodukt 2.



Es sei K ein Körper und U,V,W seien K-Vektorräume. Zeige die folgenden Aussagen (im Sinne einer kanonischen Isomorphie).

  1. Es ist
    UKVVKU.
  2. Es ist
    UK(VKW)(UKV)KW.



Die linearen Abbildungen

φ:22

und

ψ:22

seien bezüglich der Standardbasen durch die beiden Matrizen (3249) und (6305) gegeben. Bestimme die Matrix zur linearen Abbildung

φψ:2222.



Es sei K ein Körper und sei Z ein Vektorraum über K. Wir betrachten die Zuordnung VVKZ, die einem Vektorraum V das Tensorprodukt VKZ und einer K-linearen Abbildung

φ:VW

die Tensorierung φIdZ zuordnet. Zeige die folgenden Aussagen.

  1. Zur Identität
    IdV:VV

    ist auch

    IdVIdZ=IdVZ

    die Identität.

  2. Zu linearen Abbildungen
    UφVψW

    ist

    (ψφ)IdZ=(φIdZ)(ψIdZ).
  3. Zu einem Isomorphismus
    φ:VW

    ist auch φIdZ ein Isomorphismus, und für die Umkehrabbildung gilt

    (φIdZ)1=φ1IdZ.



Es sei K ein Körper und seien U,V,W Vektorräume über K. Zeige, dass eine kanonische Isomorphie

UK(VW)(UKV)(UKW)

vorliegt.



Es seien V1,,Vn endlichdimensionale K-Vektorräume und es seien

U1,1U1,2U1,dimK(V1)V1,,Un,1Un,2Un,dimK(Vn)Vn

Fahnen in den beteiligten Vektorräumen. Zeige, dass es keine Fahne in V1KKVn geben muss, in der die einzelnen Unterräume die Gestalt

U1,j1Un,jn

haben.



Es seien U1V1,U2V2,,UnVn Untervektorräume mit den Restklassenräumen V1/U1,,Vn/Un. Gibt es eine kanonische Isomorphie

(V1Vn)/(U1Un)(V1/U1)(Vn/Un)?



Es sei K ein Körper und seien V1,,Vn Vektorräume über K. Es seien diagonalisierbare K-lineare Abbildungen

φi:ViVi

gegeben. Zeige, dass auch das Tensorprodukt

φ1φn:V1VnV1Vn

diagonalisierbar ist.



Es sei K ein Körper und seien V1,,Vn Vektorräume über K. Es seien trigonalisierbare K-lineare Abbildungen

φi:ViVi

gegeben. Zeige, dass auch das Tensorprodukt

φ1φn:V1VnV1Vn

trigonalisierbar ist.



Die lineare Abbildung φ:VV sei bezüglich der Basis v1,v2 durch die Jordan-Matrix (1101) und die lineare Abbildung ψ:WW sei bezüglich der Basis w1,w2 durch die Jordan-Matrix (1101) gegeben.

  1. Bestimme die Matrix von
    φψ:VWVW

    bezüglich der Basis v1w1,v1w2,v2w1,v2w2.

  2. Bestimme die jordansche Normalform von φψ.



Es sei K ein Körper und seien V1,,Vn,W1,,Wn Vektorräume über K. Zeige, dass die Abbildung

HomK(V1,W1)××HomK(Vn,Wn)HomK(V1Vn,W1Wn),(φ1,,φn)φ1φn,

multilinear ist.



Es sei K ein Körper und seien V1,,Vn,W1,,Wn endlichdimensionale K-Vektorräume. Zeige, dass es einen kanonischen Isomorphismus

HomK(V1,W1)HomK(Vn,Wn)HomK(V1Vn,W1Wn)

gibt.



Es sei  KL  eine Körpererweiterung und  fL.  Zeige, dass die Abbildung

μf:LL,xfx,

K-linear ist.



Es sei  KL  eine Körpererweiterung und es sei  aL.  Zeige, dass die Einsetzungsabbildung, also die Zuordnung

ψ:K[X]L,PP(a),

folgende Eigenschaften erfüllt (dabei seien P,QK[X]).

  1.  (P+Q)(a)=P(a)+Q(a)
  2.  (PQ)(a)=P(a)Q(a)
  3.  1(a)=1



Es sei K ein Körper, V ein K-Vektorraum und  KL  eine Körpererweiterung. Es sei vi, iI, eine Familie von Vektoren aus V. Zeige die folgenden Aussagen.

  1. Die Familie vi, iI, ist genau dann ein K-Erzeugendensystem von V, wenn 1vi, iI, ein L-Erzeugendensystem von LV ist.
  2. Die Familie vi, iI, ist genau dann K-linear unabhängig (über K) in V, wenn 1vi, iI, linear unabhängig (über L) in LV ist.
  3. Die Familie vi, iI, ist genau dann eine K-Basis von V, wenn 1vi, iI, eine L-Basis von LV ist.



Es sei  KL  eine Körpererweiterung. Wir betrachten die Zuordnung VVL=LKV, die einem K-Vektorraum V den L-Vektorraum LKV und einer K-linearen Abbildung

φ:VW

die Tensorierung φL zuordnet. Zeige die folgenden Aussagen.

  1. Zur Identität
    IdV:VV

    ist

    (IdV)L=IdLKV

    die Identität.

  2. Zu linearen Abbildungen
    UφVψW

    ist

    (ψφ)L=ψLφL.
  3. Zu einem Isomorphismus
    φ:VW

    ist auch φL ein Isomorphismus, und für die Umkehrabbildung gilt

    (φL)1=(φ1)L.


Eine Körpererweiterung  KL  heißt endlich, wenn L ein endlichdimensionaler Vektorraum über K ist.


Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung. Dann nennt man die K-Vektorraumdimension von L den Grad der Körpererweiterung.



Bestimme den Grad der Körpererweiterung  



Es seien  KLM  Körpererweiterungen derart, dass M über K endlich ist. Zeige, dass dann auch M über L und L über K endlich sind.



Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung und sei  x1,,xnL  eine K-Basis von L. Zeige, dass die Multiplikation auf L durch die Produkte

xixj,1ijn,

eindeutig festgelegt ist.



Es sei  KL  eine endliche Körpererweiterung und seien  v1,,vnL  Elemente, die eine K-Basis von L bilden. Sei xL, x0. Zeige, dass auch  xv1,,xvnL  eine K-Basis von L bilden.



Es sei  KL  eine Körpererweiterung und seien V1,,Vn K-Vektorräume. Zeige, dass es eine kanonische Isomorphie der L-Vektorräume

LK(V1KKVn)=(LKV1)LL(LKVn).



Zeige, dass die Körpererweiterung    nicht endlich ist.


Es sei K ein Körper und sei A ein K-Vektorraum. Man nennt A eine kommutative K-Algebra, wenn es ein ausgezeichnetes Element 1 und eine Verknüpfung, genannt Multiplikation,

A×AA,(a,b)ab,

gibt, die die Bedingungen

  1. Es ist
    1a=a

    für alle  aA

  2. Die Verknüpfung ist assoziativ.
  3. Es ist
    ab=ba

    für alle  aA

  4. Für  cK  und  aA  ist
    ca=(c1)a,

    wobei ca und c1 die Skalarmultiplikation bezeichen.

erfüllen.


Wichtige Beispiele für K-Algebren werden durch Körpererweiterungen KL gegeben. Aber auch der Polynomring K[X] ist eine K-Algebra.


Es sei K ein Körper und seien A und B Algebren über K. Zeige, dass AKB ebenfalls eine K-Algebra ist, wobei die 1 durch 11 und die Multiplikation für zerlegbare Tensoren durch

(ab)(cd):=(ac)(bd)

festgelegt ist.


In den folgenden Aufgaben bedeutet , dass sich die Addition, die Multiplikation, die 0 und die 1 entsprechen.


Es sei  KL  eine Körpererweiterung. Zeige, dass für den Polynomring die Gleichheit

LKK[X]L[X]

gilt.



Es sei K ein Körper. Zeige, dass für Polynomringe die Gleichheit

K[X]KK[Y]K[X,Y]

gilt.



Es sei  KL  eine Körpererweiterung und A eine K-Algebra. Zeige, dass LKA eine L-Algebra ist.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Es seien im 2 die Basen  𝔳=(65),(47)  und die Standardbasis 𝔢 und im 3 die Basis  𝔵=(345),(216),(524)  und die Standardbasis gegeben. Bestimme die Übergangsmatrix zu den zugehörigen Basen auf dem Tensorprodukt 23.



Aufgabe (2 Punkte)

Es sei K ein Körper und seien U1,,Un,V1,,Vn,W1,,Wn Vektorräume über K. Es seien

ψi:UiVi

und

φi:ViWi

K-lineare Abbildungen. Zeige

(φ1ψ1)(φnψn)=(φ1φn)(ψ1ψn).



Aufgabe (2 Punkte)

Es seien V1,,Vn Vektorräume über dem Körper K und

φi:ViVi

lineare Abbildungen und

φ=φ1φn:V1VnV1Vn

die zugehörige Tensorproduktabbildung. Es sei ai ein Eigenwert von φi. Zeige, dass a1an ein Eigenwert von φ ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei V ein endlichdimensionaler K-Vektorraum. Zeige, dass die Abbildung

End(V)K,

die sich aus der Identifizierung

End(V)=VKV

gemäß Aufgabe 55.15 und der natürlichen Abbildung

VKVK,fvf(v),

im Sinne von Aufgabe 55.14 ergibt, gleich der Spur ist.



Aufgabe (6 (2+4) Punkte)

Die lineare Abbildung φ:VV sei bezüglich der Basis v1,v2 durch die Jordan-Matrix (1101) und die lineare Abbildung ψ:WW sei bezüglich der Basis w1,w2,w3 durch die Jordan-Matrix (110011001) gegeben.

  1. Bestimme die Matrix von
    φψ:VWVW

    bezüglich der Basis v1w1,v1w2,v1w3,v2w1,v2w2,v2w3.

  2. Bestimme die jordansche Normalform von φψ.



Aufgabe (4 Punkte)

Es seien U1V1,U2V2,,UnVn Untervektorräume mit den Restklassenräumen V1/U1,,Vn/Un. Zeige, dass der Kern der kanonischen Abbildung

V1Vn(V1/U1)(Vn/Un)

gleich

jV1Vj1UjVj+1Vn

ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei  KL  eine Körpererweiterung. Zeige, dass LKL kein Körper sein muss.



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