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Kurs:Mathematik für Anwender (Osnabrück 2019-2020)/Teil II/Arbeitsblatt 56

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Übungsaufgaben

Formuliere und beweise den „Satz über die surjektive Abbildung“.



Betrachte die Abbildung

φ:23,(s,t)(s,st2,t3)=(x,y,z).

a) Erstelle die Jacobi-Matrix von φ.

b) Bestimme die regulären Punkte (s,t) von φ.

c) Zeige, dass φ(s,t) die Bedingung

(x+y)3+z2=0

erfüllt.

d) Zeige, dass die Abbildung injektiv ist.



Es sei

U=(+×){(2,4),(4,2)}.

Begründe, ob die Abbildung

φ:U3,(x,y)(x+y,xy,xy)=(u,v,w).

injektiv ist oder nicht.



Es sei V ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum,  I  ein reelles Intervall,  UV  eine offene Menge und

f:I×UV,(t,v)f(t,v),

ein Vektorfeld auf U. Zeige die folgenden Aussagen.

a) Wenn f (als Abbildung) Lipschitz-stetig ist, so genügt das Vektorfeld einer Lipschitz-Bedingung.

b) Wenn das Vektorfeld einer Lipschitz-Bedingung genügt, so sind für jedes feste tI die Abbildungen

UV,vf(t,v),

Lipschitz-stetig.

c) Man gebe Beispiele, die zeigen, dass die Implikationen aus a) und b) nicht umkehrbar sind.



Es sei (M,d) ein metrischer Raum und sei (xn)n eine Folge in M, die gegen xM konvergiert. Es sei T eine Menge und es seien

fn:TM,tfn(t)=xn,

die zu xn gehörenden konstanten Funktionen. Zeige, dass die Funktionenfolge (fn)n gleichmäßig gegen die konstante Funktion

f:TM,tf(t)=x,

konvergiert.



Es sei T eine endliche Menge und

fn:TX

eine Abbildungsfolge in einen metrischen Raum X. Zeige, dass diese Folge genau dann punktweise konvergiert, wenn sie gleichmäßig konvergiert.



Es sei (Y,d) ein metrischer Raum und  TY  eine Teilmenge. Es sei TT~T und

gn:T~𝕂

eine Folge von stetigen Funktionen. Zeige, dass diese Folge genau dann gleichmäßig konvergiert, wenn die auf T eingeschränkte Folge fn=gn|T gleichmäßig konvergiert.



Es sei T eine Menge und E ein euklidischer Vektorraum. Es sei  M=Abb(T,E)  versehen mit der Supremumsnorm. Beweise die folgenden Eigenschaften für diese „Norm“ (dabei ist der Wert erlaubt und sinnvoll zu interpretieren).

  1.  f0  für alle  fM
  2.  f=0  genau dann, wenn  f=0  ist.
  3. Für  λ  und  fM  gilt
    λf=|λ|f.
  4. Für  g,fM  gilt
    g+fg+f.



Es sei

C=C0([0,1],)

die Menge der stetigen Funktionen, die mit der Supremumsnorm versehen sei. Skizziere zu ϵ>0 die offene und die abgeschlossene ϵ-Umgebung von einem fC.


Es sei V ein 𝕂-Vektorraum. Eine Abbildung

:V,vv,

heißt Norm, wenn die folgenden Eigenschaften gelten.

  1. Es ist  v0  für alle  vV
  2. Es ist  v=0  genau dann, wenn  v=0  ist.
  3. Für  λ𝕂  und  vV  gilt
    λv=|λ|v.
  4. Für  v,wV  gilt
    v+wv+w.


Die Norm zu einem Skalarprodukt erfüllt diese Eigenschaften.


Es sei T eine Menge und E ein euklidischer Vektorraum. Es sei

M={f:TEfT<}

die Menge der beschränkten Abbildungen von T nach E. Zeige, dass die Supremumsnorm auf M eine Norm ist.



Zeige, dass ein normierter -Vektorraum durch

d(u,v):=uv

zu einem metrischen Raum wird.



Es sei T eine Menge, E ein euklidischer Vektorraum und

M={f:TEfT<}

die Menge der beschränkten Abbildungen von T nach E. Zeige, dass eine Folge (fn)n aus M genau dann gegen  fM  gleichmäßig konvergiert, wenn diese Folge im durch die Supremumsnorm gegebenen metrischen Raum M konvergiert.



Es seien L und M metrische Räume. Zeige, dass die Menge C der stetigen Abbildungen von L nach M durch

d(f,g):=min(sup(d(f(x),g(x)),xL),1)

zu einem metrischen Raum wird.



Es seien L und M metrische Räume, wobei M vollständig sei. Zeige, dass die Menge C der stetigen Abbildungen von L nach M durch

d(f,g):=min(sup(d(f(x),g(x)),xL),1)

zu einem vollständigen metrischen Raum wird.



Es sei

b1a>0

fixiert und sei

M={f:[a,b][a,b]f stetig}.


a) Zeige, dass die Abbildung

H:MM,fH(f)=f,

wohldefiniert ist.

b) Es sei nun zusätzlich  a>14.  Zeige, dass die Abbildung H aus a) eine starke Kontraktion ist (wobei M mit der Maximumsnorm versehen sei).

c) Zeige, dass M durch die Maximumsnorm ein vollständiger metrischer Raum wird.

d) Bestimme den Fixpunkt von H.



Es sei

f:I×UV

ein stetiges Vektorfeld, das auf einer offenen Menge UV eines endlichdimensionalen reellen Vektorraums definiert sei und lokal einer Lipschitz-Bedingung genüge. Es sei WV ein Untervektorraum mit der Eigenschaft, dass für alle tI und PUW die Beziehung f(t,P)W gilt. Zeige, dass eine Lösung des Anfangswertproblems

v=f(t,v) mit v(t0)=wUW

ganz in W verläuft.



Löse das Anfangswertproblem

y=y+1 mit y(0)=0.

mit der Picard-Lindelöf-Iteration.



Bestimme in Beispiel 56.7 eine explizite Formel für die Iterationen φn.



Bestimme die ersten drei Iterationen in der Picard-Lindelöf-Iteration für die gewöhnliche Differentialgleichung

y=y2+t+yt2

mit der Anfangsbedingung y(0)=0.



Bestimme die ersten vier Iterationen in der Picard-Lindelöf-Iteration für die lineare gewöhnliche Differentialgleichung mit konstanten Koeffizienten

(xy)=(1324)(xy)

mit der Anfangsbedingung x(0)=2 und y(0)=7.



Bestimme die ersten vier Iterationen in der Picard-Lindelöf-Iteration für die lineare gewöhnliche Differentialgleichung

(xy)=(tt22t)(xy)

mit der Anfangsbedingung x(0)=1 und y(0)=1.




Aufgaben zum Abgeben

Aufgabe (4 Punkte)

Wir betrachten das Vektorfeld

f:×22,(t,u,v)(t2uv,u2tv2).

Bestimme für jedes  t  die nicht-regulären Punkte des Vektorfeldes

ft:22,(u,v)(t2uv,u2tv2).

Welche Ortspunkte sind zu keinem Zeitpunkt regulär?



Aufgabe (4 Punkte)

Löse das Anfangswertproblem

v=f(t,v) und v(1)=(3,2,6)

zum ortsunabhängigen Vektorfeld

f:×33,(t,x,y,z)t3(3,1,4)e2t(2,1,7)+(tt2et)(0,4,5)+(2,2,2).



Aufgabe (3 Punkte)

Bestimme die ersten vier Iterationen in der Picard-Lindelöf-Iteration für die lineare gewöhnliche Differentialgleichung mit konstanten Koeffizienten

(xy)=(2103)(xy)

mit der Anfangsbedingung x(0)=4 und y(0)=5.



Aufgabe (5 Punkte)

Bestimme die ersten vier Iterationen in der Picard-Lindelöf-Iteration für die lineare gewöhnliche Differentialgleichung

(xy)=(t21tt3)(xy)

mit der Anfangsbedingung x(0)=1 und y(0)=1.



Aufgabe (5 Punkte)

Es sei

γ:[a,b]n

eine stetig differenzierbare reguläre Kurve. Zeige, dass die Faser über jedem Punkt  cn  endlich ist.



Aufgabe (6 Punkte)

Es sei Gm offen und

φ:Gn

eine in PG total differenzierbare Abbildung mit injektivem totalen Differential. Zeige, dass es eine offene Umgebung U von P mit  φ1(φ(P))U={P}  gibt.

Tipp: Betrachte das totale Differential auf der Einheitssphäre. Der Satz über die injektive Abbildung ist hier nicht anwendbar.


Aufgabe (4 Punkte)

Es sei Tn eine kompakte Teilmenge und E ein euklidischer Vektorraum. Es sei C=C0(T,E) der Raum der stetigen Abbildungen von T nach E, versehen mit der Supremumsnorm. Es seien x1,,xnT und y1,,ynE Punkte. Zeige, dass die Teilmenge

{fCf(x1)=y1,,f(xn)=yn}

abgeschlossen in C ist.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei  Mk=((aij)k)1im,1jn  eine Folge von reellen m×n-Matrizen und

φk:nm

die zugehörige Folge von linearen Abbildungen. Zeige, dass die Folgen der Einträge (aij)k für alle i,j genau dann konvergieren, wenn die Folge der Abbildungen punktweise konvergiert.



Aufgabe (4 Punkte)

Es sei T eine Menge und

fn:Tm

eine Folge von Abbildungen. Zeige, dass fn genau dann gegen eine Grenzabbildung

f:Tm

gleichmäßig konvergiert, wenn die Komponentenfunktionen (fi)n gleichmäßig gegen fi konvergieren.



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